THINK !

Hank trägt wegen einer gestrigen Pausenhof-Kollision heute Veilchen. Der Aufprall eines schnellen, gepanzerten Wagens (Gregory) auf ein stehendes, leichtes Hindernis (Hank) katapultierte mein Söhnchen in Rückenlage, wo er sich auf dem bunt bemalten Pausenhof auch noch den Hinterkopf aufschlug. So hat er heute ein blaues Auge, eine etwas verschwollene, rechte Gesichtshälfte und Schmerzen an Hüfte und Armen. Er blieb von der Schule zuhause, schläft viel, aber liest auch in seiner Micky-Maus-Sammlung. Er zeigt Appetit, kein Erbrechen und keinen Schwindel, so dass ich eine Gehirnerschütterung eigentlich nicht annehme.

Für euch habe ich heute gleich zwei Nüsse Marke Eigenbau mitgebracht, zur geistigen Ertüchtigung und als Mittel gegen aufkommende Novemberdepression.

1. Wie nennt sich ein großherziger Geber mit alten Mäusen und tauglichen Gebeinen?

2. Was heißt das?
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Eure hoffentlich zahlreichen und wie immer sehr geschätzten Lösungsvorschläge dürft ihr heute ab 20.00 Uhr MEZ hereinreichen.

Hautnei!
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Smell out of hell

Von meiner anrüchigen Katakombenkollegin hatte ich ja schon berichtet. Nun hatte ich gestern nicht direkt mit ihr das zweifelhafte Vergnügen, sondern wir standen getrennt durch eine zwei Meter hohe Kistenwand Rücken an Rücken. Schon am späten Vormittag bahnte sich ein höchst unangenehmer Geruch zu mir herüber und jedes Mal, wenn ich mich umdrehen musste, um eine Kiste herunterzunehmen, sah ich auch die Quelle der Geruchsemission, die Frau , die sich wie ein weiblicher Sumoringer bewegt und aussieht wie ein Blauwal beim Wiedereintauchen in die kalte See, wenn sie sich bückt. Früh am Morgen bot mir die Walfrau selbst gemachte, gebrannte Mandeln an, die ich mir für später aufhob, sie dann aber nicht mehr hinunterbrachte. Ich flüchtete zur lieben Kollegin M., und klagte, dass ich mir da hinten gleich mein Frühstück wieder ansehen könnte. M. wusste sogleich, wovon ich sprach: „Gell, die S. stinkt heute wieder?“ fragte sie und ich nickte wortlos. Mit niemandem hatte ich bisher über die stinkende S. gesprochen und nun berichtete M., eine liebe Frau in den 50ern, dass es in der Vergangenheit bereits einige Beschwerden über S. gegeben habe, eben wegen des pestilenzgleichen Körpergeruchs. Sie erzählte, dass schon einmal eine Kollegin zur Personalindianerin gegangen und ihr die Misere berichtet habe. Kurzzeitig habe sich das Problem gebessert, dauerhaft aber leider nicht. Trotz des Umstandes, dass sie oft stinkt wie ein zu lange gelagerter, bald selbständig werdender Harzer Roller, finde ich, dass das Problem zunächst direkt angesprochen werden sollte. Nun ist es also wirklich an mir, das Gespräch zu suchen, ich will niemanden vorschieben, der das für mich erledigt. Ich MUSS die richtigen Worte finden, um ihr zu sagen, dass sie einen Körpergeruch an den Tag legt, der mich von der Arbeit ablenkt, vollkommen ekelhaft ist und mich überdies beinahe zum Kotzen bringt. Im Inneren ihrer vernachlässigten Hülle ist die Walfrau aber ein armer Mensch, was die Angelegenheit ziemlich erschwert. Zu allem Überfluss war sie gestern redselig, und berichtete, dass ihre Mutter, um sie zu überlisten, den zu ihrer Zeit wahrscheinlich obligaten Lebertran aufs Brot träufelte und darauf Marmelade schmierte, in der Absicht, das widerspenstige Kind zu überlisten. Ich meine, das sind Kindheitstraumata, die sich vielleicht auch in den Körperzellen manifestiert haben und jetzt komme ich und sage: „Du stinkst!“?

Ansonsten war in den Katakomben das Gesprächsthema: „Weihnachten und wie ich das Haus schmücke, um möglichst alle Nachbarn neidisch zu machen“. Da bekannte ich doch ganz ehrlich und unumwunden: „Weihnachten ist mir heuer irgendwie total schnuppe. Draußen ist es warm wie im Frühling und zum Geschenkekaufen habe ich in diesem Jahr noch weniger Lust als sonst!“, was die Superdupermegahausfrauen ja gar nicht verstehen konnten …

Euch einen duften Tag wünscht
moggadodde

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Willkommen in der Realität

Der Termin mit Dixies Klassenlehrer W. ergab keine weiteren Neuigkeiten. Ich erfuhr, dass es tatsächlich im Ermessen der Lehrkraft liegt, ob eine schlechte Arbeit die Unterschrift der Eltern erfordert. Auf Antragstellung bekämen die interessierten Erziehungsberechtigten allerdings sämtliche Arbeiten zur Ansicht. In Mathematik, die er unterrichte, sei Dixie schon ein entsprechender Ruf vorausgeeilt, der sich bei ihm aber nicht bestätige. Insbesondere seit der letzten, schlechten Arbeit, bei der sie wohl einen Blackout gehabt habe, steigere sich ihre Mitarbeit stetig. Sie melde sich unglaublich oft, liefere fast ausschließlich richtige Antworten und fertige ihre Hausaufgaben (hier könne er nur sein Fach beurteilen) gewissenhaft und richtig. Sie könne nach seiner Beobachtung gut mit Menschen umgehen und ihr Sozialverhalten gäbe ohnehin keinen Grund zur Klage. Wenigstens an dieser Front gibt es also momentan keine weiteren Scharmützel und bin erleichtert, dass sie ihre Widerspenstig- und Störrigkeit i.V.m. einem LMAA-Gefühl nur zuhause spazieren führt, wobei hier die Wandlung vom Saulus zum Paulus oder andersherum stündlich vonstatten gehen kann.

Desweiteren hat der MamS gestern das www hinsichtlich bezahlbarer Urlaubsziele auf Mallorca durchkämmt; die zutage geförderten Ergebnisse führten zu langen Gesichtern. Die ins Auge gefasste, 14tägige Reise werden wir uns wohl abschminken können, 2500,00 Euronen Minimum sind für unser Budget einfach eine Nummer zu groß, zumal für die Nebenausgaben wie Mietwagen, Nebenbei-Verpflegung und Eintrittsgelder locker zusätzliche 500,00 Mücken anfallen. „Gestraft“ mit einer meist voll zahlenden Tochter und dem Handicap, zeitlich ausschließlich auf August und einige Tage im September beschränkt zu sein, freunden wir uns gerade mit der abgespeckten Version von 10 Tagen an, die sich finanziell auch aufgrund einer Teilauszahlung meiner LV im nächsten Jahr sowie eines Sparpakets, das der MamS zu schnüren immer in der Lage ist, stemmen ließe. Nachdem wir den diesjähriger Urlaub im August ja in der kalten und regnerischen Heimat verbrachten, zieht es uns im nächsten Jahr unbändig und mit aller Macht in den Süden …

So bin ich heute in einer Stimmung, die dem Wetter draußen entspricht, grau, neblig und nur mit zusätzlicher Beleuchtung zu ertragen. Darauf trink ich jetzt erstmal – einen Kaffee Cortado …

Euch einen hellen Tag wünscht
moggadodde

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Akuter Limerickismus

Irgendwie ist der Wein schlecht, so habe ich den Eindruck. Jedenfalls kommt so etwas dabei heraus:

Sibille im Norden von Plauen
ließ sich mit Vergnügen verhauen.
Doch kürzlich ward’s ihr zuviel
Sie nahm vom Besen den Stiel
und sprach: Daran wirst du noch kauen!

Oder

Auf ’nem Kutter tat Dienst einst ein Skipper,
er trug Sicherheitsschuhe, ähnlich wie Slipper.
Doch in der Kneipe von Klaus
zog er sie gern aus.
Seitdem hat er einen astreinen Tripper.

Ich glaube, ich sollte den Wein die Plörre lieber wegschütten …

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Perfidie par excellance

Ich telefoniere gern, deshalb bin ich, wenn Dixie nicht im Haus ist (habe ich schön erwähnt, dass sie mir in vielem sehr ähnelt?) meist zuerst am Hörer, in der Hoffnung auf gute oder neue Nachrichten. „Hallo“ tönte es mir heute entgegen, „jemand hat eine liebe Überraschung für Sie hinterlegt“ sagte die freundliche Dame vom Band. „Bitte drücken Sie jetzt die 1! schob sie hinterher.
Die gewöhnlichen Ansagen „Hallo, Sie haben gewonnen! Drücken Sie jetzt die 5, um Ihren phantastischen Gewinn zu erhalten“, oder „Hallo, Jünther Gauch freut sich, Sie in seiner Sendung begrüßen zu dürfen“ oder „Guten Tag, wollen Sie auf ganz einfache Art Ihr Kapital vermehren?“ quittiere ich in der Regel mit prompter Unterbrechung des Gesprächs, wohl wissend, dass alle Anrufer nur mein Bestes wollen und dass damit definitiv nicht erfreulicher Nachschub für meinen ohnehin kärglich gefüllten Geldbeutel gemeint ist.
Dieser Anruf war aber anders.
In Sekundenbruchteilen versuchte ich, diese ungewöhnliche Art des phonetischen Spams, der sich doch so sehr von den altbekannten Werbeanrufen unterschied, einzuordnen. Könnte es irgendeine Freundin/Nachbarin/Bekannte sein, die mir einfach auf eine neue Art einen lieben Gruß zukommen lassen will? Oder ist gar irgendein heimlicher Verehrer am Start, der mir eine verbale Liebesbezeugung zukommen lässt? Gerne hätte ich in diesem Moment ein eingebautes EEG gehabt; vermutlich hätten meine Gehirnstromzacken die Skala gesprengt.
Die Vernunft siegte nach ungefähr drei Sekunden und ich beendete das Gespräch.

Trotzdem grüble ich schon den ganzen Tag darüber nach, wer der Urheber dieses Anrufs war.
Was, wenn tatsächlich eine längst verschollene Freundin einen zaghaften Vorstoß der Wiederannäherung wagte? Weggedrückt. Was, wenn ich tatsächlich ein Auto/Segelyacht/Flugzeug/Haus gewonnen hätte? Weggedrückt. Was, wenn mein über alles geliebter Opa, vor 20 Jahren in feuchter Erde beigesetzt, mit mir in Verbindung treten wollte? Weggedrückt. Was, wenn wirklich die Liebe des vergangenen, diesen und des nächsten Lebens versuchte, Kontakt zu mir aufzunehmen, um mich in die nach Lavendel Jasmin duftenden Gärten voller betörender, auch spiritueller Lustorgien, berauschender Sinnlichkeit und sensueller Sensationen zu entführen? Weggedrückt

Ich werde es wohl niemals erfahren. Aber beim nächsten Mal wähle ich die 1 und
Ist es nicht beängstigend, wozu diese hinterhältigen, gottverdammten Telefonterroristen in der Lage sind?

Euch einen ungestörten Abend wünscht
moggadodde

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