Der Autokrat(z) – Schöne Grüße von der Leber!

Nur gut, dass ich keine Zimtplätzchen mag! Ähnlich wie die Horromeldungen über Acrylamid in Pommes Frites vor einiger Zeit geistert passend zur Vorweihnachtszeit eine neue Gesundheitswarnung durch die Gazetten: Findige Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Zimtplätzchen und Lebkuchen, im Übermaß genossen, Ursache für Leberschäden sein können. Nun hat das Bundesinstitut für Risikobewertung („BfR“, die Existenz einer derartigen Behörde war auch mir unbekannt) Richtwerte für den unbesorgten Verzehr der zimtigen Leckereien herausgegeben. Der Bösewicht in diesem neuen Fall heißt „Cumarin“, ist vornehmlich in aus China stammendem „Cassia-Zimt“ enthalten, der direkt aus der Borke des Baumes gewonnen wird, während der ungefährliche „Ceylon-Zimt“ aus einer dünnen Innenschicht der Rinde des Ceylon-Zimtbaums gewonnen wird, teurer ist und deshalb in der industriellen Fertigung von Zimtgebäck kaum oder nicht vorkommt.

Laut BfR gelten folgende Mengen als ungefährlich:

Für Erwachsene pro Tag bis zu 8 Zimtsterne, bzw. 2 Lebkuchen
Für Kinder pro Tag bis zu 4 Zimtsterne bzw. 1 Lebkuchen

Als Alternative wird der eigenhändige Griff zum Nudelholz genannt, damit die besorgte Bäckerin ihre Zimtsterne mit aus der Apotheke bezogenem Ceylon-Zimt zaubern kann.

Wie bei der Acrylamid-Manie, als besorgte Mamis ihrem Nachwuchs panisch die Chipstüte aus den kleinen Händen rissen oder den weinenden Quälgeistern die Pommes versagten, aber nicht wegen des gigantischen Fettgehalts sondern des bösen, bösen Acrylamids wegen, wird nun der vorweihnachtliche Gebäckteller auf schädlichen Zimt inspiziert und Jaqueline oder Gavin bekommen nach der Tagesration von zwei Lebkuchen nicht einmal mehr einen Dominostein, selbst wenn sie noch so zetern und auch vor dem gefräßigen Gatten werden die gefährlichen Leckereien im Sideboard versteckt. Zur leberschädigenden Wirkung von Kinderpunsch, Glühwein und Weihnachtsbier hat das BfR allerdings nichts verlauten lassen. Vielleicht hat hier die Alkohollobby ein Wörtchen mitgeredet …

Der MamS hat übrigens auch einen Leberschaden. Allerdings nur in übertragenem Sinn, denn seit unserem gestrigen Abendessen juckt es ihn. Angefangen hat es in den Achselhöhlen, der Juckreiz breitete sich über die Handgelenke in die Leistengegend und bis an die Fußknöchel aus und angeschuldigt werden hier die gestern verzehrten Leberknödel aus der Metzgerei unseres Vertrauens, kindskopfgroß und äußerst schmackhaft in einer guten Suppe. Der böse Juckreiz scheint offenbar eine allergische Reaktion hierauf zu sein und verhinderte die Aufnahme der Arbeit heute früh, so dass der MamS mir hier nun kratzend auf die Ketten geht Gesellschaft leistet.

Irgendwie juckt es mich jetzt auch, offenbar auch eine allergische Reaktion, aber ich denke, hevorgerufen in diesem Fall durch die unerwartete Beeinträchtigung meines gewohnten Montagmorgen-Rhythmus …

Euch einen Tag ohne Juckreiz wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

18 commenti su “Der Autokrat(z) – Schöne Grüße von der Leber!

  1. babs sagt:

    Weihnachten werde ich so ungesund leben, wie es mir Spaß macht, und in der Hinsicht werde ich viel Spaß haben, das weiß ich jetzt schon. Ich hatte einmal zu Weihnachten aus gesundheitlichen Gründen Schokolade- und Südfruchtverbot. Nicht noch mal!!
    Wenn das Theater so weitergeht, gibt’s Nahrungsmittel demnächst nur noch mit Dosierungsanleitungen. Eigentlich könnte man auch gleich ’nen ganzen Beipackzettel beilegen. Bei den Leberknödeln hätte dann wahrscheinlich gestanden: „Gelegentlich treten allergische Hautreaktionen (Exanthem, Urtikaria), selten Wasseransammlungen im Gewebe und sehr selten Haarausfall auf.“ 😉

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  2. barbara sagt:

    dann müssen wir jetzt selber unseren Zimt anbauen oder auf Currywurst statt Zimtsterne umsatteln oder Currysterne essen.

    Denn Forscher der University of Arizona haben herausgefunden, das die Pflanzenwirkstoffe im Curry ein Protein in den Gelenken hemmen, das bestimmte Gene im Körper an- und ausschaltet. Es verhinderte bei den Versuchstieren den Ausbruch von Rheuma!

    Ich liebe Zimtsterne und ich spüre auch einen gewissen Juckreiz.

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  3. moggadodde sagt:

    @ babs: Du machst das ganz richtig. Wenn wir uns durch diese schlechten Nachrichten im Nahrungsmittelbereich kirre machen lassen, sind wir selbst schuld. Auch ich fröne dem ungehemmten Genuss in der Adventszeit und mein allergrößtes Unglück wäre, wenn ich kein Lübecker bekäme. Ich bin nämlich ein bekennender Marzipan-Junkie und muss immer böse an mich halten, damit ich mir ein 500 g-Brot auf eine Woche verteile …

    Aber irgendwann scheint der MamS schon einmal zuviel Leberknödel abbekommen zu haben. Mit dem Haupthaar ist es nämlich nicht mehr sehr weit her …

    @ barbara: Notiert. Curry verhindert Rheuma. Und nachdem wir auch in gewisser Weise Versuchstiere sind, müsste die Currykur bei uns gut anschlagen! Lass dir nichts einreden. Du hast keinen Juckreiz!

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  4. moggadodde sagt:

    SitCom von eben:
    Hank, über den Hausaufgaben sitzend mit Blick auf seinen Papa, der sich wegen der Leberknödel gerade hektisch an exponierter Stelle kratzt:
    „Na, juckts am Säggle?“
    MamS, leicht angenervt: „Nee, das juckt HIER.“
    Hank, trocken: „Ach so, dann juckts an den Nüssen …“

    Diese Jugend hat einfach keinen Respekt vollen Durchblick …

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  5. azahar sagt:

    Tja, langsam dürfen wir wirklich gar nichts mehr essen. Die Wohlstandsgesellschaft ist paradoxerweise dem Hungertod nahe, sie weiss es nur noch nicht 😉
    Ich ziehe es vor an von Zimtsternen verursachten Leberschäden etc. zu sterben, da hab ich wenigstens geschmacklich was von. Verhungern ist ausserdem ein ziemlich grausamer Tod.
    Falls Leberknödel wirklich am Haarausfall schuld sind, muss ich meinen Schatz mal fragen ob er nicht vielleicht doch ein versteckter Bayer ist. 😉

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  6. morgiane sagt:

    köstlich! wie war das mit kindermund?…

    und ich denke auch, dass diese zeit ohne schlemmereien doch recht langweilig wäre…was nutzt mir die frühe dunkelheit, wenn ich nicht auf dem sofa in kuschelposition mit tee und keksen gehen kann?…und horrido und jubilate…es gibt ja auch noch vanillekipferln, brownies, nußplätzchen…also alles in allem abwechslungsreich…

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  7. moggadodde sagt:

    UPDATE:
    Inzwischen haben sich am ganzen Körper rote Quaddeln gebildet, und der Juckreiz hat auch den Bauch erreicht. Frau Dr. Babs lag wohl mit ihrer Ferndiagnose Urtikaria nicht falsch. Inzwischen sind wir allerdings von den Leberknödeln als Auslöser abgekommen, weil der Verzehr schon so lange zurückliegt. Allerdings haben wir am Samstag auf dem Markt ein Zauberputzmittel gekauft, „Gundel-Putz“ für Metalle, das grauenhaft stinkt und mit dem der MamS das fleckige Besteck polierte. Vielleicht ist es ja das … Da ist morgen wohl erstmal der Dottore angesagt!

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  8. Mephisto sagt:

    Wenn so juckt, hätte ich fast gesagt „Lass jucken, Kumpel“, aber mir roten Quaddeln ist das auch nicht so schön.

    Ein 500g Marzipanbrot über die Woche aufteilen. Was für eine Selbstdisziplin!!!

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  9. moggadodde sagt:

    Gelingt mir ja auch nicht immer … 😉 Der Geist ist willig aber das blöde Fleisch spielt nicht mit!

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  10. bt sagt:

    Wenn ihr zum Doc geht, nehmt eure Verdachtsstoffe gleich mit. Und ich war auch gleich beim Hautarzt wegen sowas. Der Wald- und Wiesenarzt ist selten auch Allergologe.

    Mephisto hat recht: Frauen wieder… 500 Gramm für eine Woche – tsssss! Bei mir verdunstet sowas förmlich in meine Richtung.

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  11. barbara sagt:

    Marzipan wird bei mir nie alt, ich inhaliere dieses süße Wunderwerk.

    Ich hoffe, der Medico hilft dem MamS! Gute Verbesserung.

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  12. zuckerbrot sagt:

    Zimt. Zicke….

    Weil ich etwas Zeit gebraucht habe, um es zu finden. Und weil es in die Jahreszeit passt. Und natürlich, weil es wichtig ist!
    Zimt ist böse.
    Also der Billige. Aber ganz langsam…
    Neuartige Analyseverfahren lassen uns wissen: Zimt enthält viel z…

  13. moggadodde sagt:

    Der MamS hat auf dem Gästebett genächtigt, um mich und meinen Schlaf nicht durch Kratzattacken zu stören. Es muss wohl ziemlich heftig gejuckt haben, die Quaddeln hatten den Bauch großflächig bedeckt. Zusätzlich verstopfte die Nase und die Augen tränten. Gegen 5.00 Uhr schlief er wohl ein und als er sich am Morgen im Spiegel besah, WAR ALLES WEG! Mittlerweile bin ich ziemlich sicher, dass tatsächlich das neue Putzmittel der Auslöser der Beschwerden war und flugs habe ich gleich vorhin unseren guten, alten Universalstein via Internet bestellt, zwar ziemlich teuer aber WOHLRIECHEND und NICHT allergieauslösend, zumindest beim MamS. Stellt euch bitte vor, er könnte nicht mehr seiner Putzlust frönen: Entweder ICH müsste alles selbst machen (würde es aber my way tun und somit niemals gut genug) oder wir müssten uns trennen, weil er immer unausstehlicher würde, so gänzlich seiner Putzpassion beraubt. Also alles wieder im grünen Bereich mit dem MamS.
    So, ich geh mich jetzt mal etwas streiten. Die Eltern der künftigen Kommunionkinder (Hank will mitmachen) treffen sich erneut zur Vorbereitung. Einige der Muttis sind recht starrköpfig und lassen keine andere Meinung gelten. Entweder läuft alles so, wie sie es möchten oder es wird eben so lange (demokratisch!!) abgestimmt, bis das Ergebnis den Frustkühen genehm ist. Das letzte Treffen bestritt der MamS und hat bei den Damen einen Männerbonus. Heute bin ich dran und ich bin nicht zu Scherzen aufgelegt …

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  14. bt sagt:

    …oder irgendwas war im Schlafzimmer, auf das er neuerdings allergisch reagiert. Man bin ich böse!

    Kommunion: Worüber wird denn in der Muttirunde entschieden? Ich dachte das Prozedere ist vorgegeben. Außerdem steht doch alles in der Bibel.

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  15. barbara sagt:

    herrje, um was streiten die sich denn? Ob die Oblate von links oder rechts gereicht wird?
    BIn gespannt!

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  16. morgiane sagt:

    liebe moggadodde, wenns wirklich nur das zaubermittel war, dann ist der kauf eines neuen putzsteins(habe ich auch, einfach super! aber das nur nebenbei) wesentlich günstiger als trennung und alles was folgt…frag nicht warum, aber glaube es mir…
    und ich bewundere deine heldinnenhafte selbstbeherrschung…bei mir dreht es sich zwar nicht um marzipan, aber alles andere an süßkram inhaliere ich so nebenbei…und deshalb grauts mir jetzt schon vorm martinstag, an dem die kids hier wieder von haus zu haus ziehen…ich nie weiß, welcher zuwachs, bzw. abgänge zu verzeichnen sind und deshalb stets reichlich süßkram bereit halte…um den rest dann vorsorgend wie ich bin, zu verputzen, dmit die zähne meines nachwuchses nicht von der bösen karies befallen werden…

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  17. moggadodde sagt:

    Also, lieber bt, am Schlafzimmer liegt’s mit Sicherheit nicht. Dort herrscht meist hohe Luftfeuchtigkeit und die ist ja bekanntlich gut für den Teint …
    Tja, Kommunion. Im April sind 14 Kinder fällig, dementsprechend sind 14 Elternpaare involviert, die sich größtenteils aber moderat verhalten. Zu meiner Zeit hat sämtliche Vorbereitung der Herr Pfarrer auf sich genommen aber heutzutage dürfen sich die Eltern „einbringen“. Das fängt an bei der Suche nach „Gruppenmüttern“ für Kommuniongruppen, die aus der willigen Elternschaft rekrutiert werden, die die Kinder wöchentlich auf den Tag X vorbereiten, mit Kerzenbasteln, Singen, auf-Linie-bringen. Das geht weiter mit der „Lichtfeier“ in drei Wochen, eine Zusammenkunft mit Segnung der Gruppenkerzen und wird gefolgt vom „Vorstellungsgottesdienst“ (VGD)im Januar, der heute der Knackpunkt war. Der hiesige Pfarrer ist ein schrecklich lieber Mensch aber leider stinkend faul. Der VGD wird, wie eigentlich alles andere, ebenfalls von den Eltern gestaltet, von der Entscheidung über das Thema (nach dreimaliger Abstimmung nunmehr „Sonne“), über sämtliche Liederauswahl, den äußeren Rahmen bis hin zur Formulierung der Fürbitten und Predigt. Zwei besonders wichtige Damen haben hierfür bereits vorgearbeitet und heute eine fix und fertige Mappe vorgelegt, inkl. Noten für die Songs und es gab nichts auszusetzen daran. Der MamS übernimmt den Vortrag von Lesung und Predigt, weil die werte Gemeinde den Herrn Pfarrer wegen seines Schlaganfalls nicht recht verstehen dürfte. Einige waren der Meinung, die Kinder sollten sich selbst vorne aufstellen und nacheinander vorstellen. Ich vertrat die Meinung, immerhin habe der Pfarrer wohl das Hausrecht und etwas muss er ja auch sagen und ER solle die Kinder aufrufen, die dann mit ihrem mit einheitlichem (!) Hintergrund gefertigten Foto zur aus Sperrholz gefertigten (!) gelben Sonne gehen und ans Ende der 14 Sonnenstrahlen ihr Foto pappen. Es gibt kein Altartuch und nach dem Gottesdienst wird die Sonne mittels Zugvorrichtung nach oben befördert (!!!). Danach findet noch ein Frühstück für Kinder und Eltern und natürlich den Herrn Pfarrer statt, das ebenfalls die Eltern organisieren. A propos organisieren: Auch den Organisten muss die Elternschaft selbst organisieren, Liederzettel drucken, Gitarrenbegleitung wird ebenfalls gewünscht. Das ist, wohlgemerkt, alles nur für den VGD im Januar. Der eigentliche Act ist ja erst im April. Es gibt in der Gruppe 3 Mütter, die sich absolut nicht riechen können und sich ihr Rachesüppchen nach dem Motto „Wenn du DAS willst, will ich das nicht“. Zum Heulen. Eigentlich ist das Ganze ein absoluter Witz. Es ist Prestigedenken und Potenzgebalze, das Äußerliche verdrängt den eigentlichen Anlass. Eigentlich ist der ganze Scheiß nur dazu da, den Kindern einen Tag zu bescheren, der ihnen möglichst viel Aufsehen und Geschenke bringt. Hank will es, aber ich hätte kein Problem, wenn er auf seine erste Hostie verzichten wollte. Das Alter bei den Evangelen, in dem die ihre „Konfirmation“ erhalten, scheint mir eher geeignet, sich kritisch mit dem einen oder anderen Sachverhalt auseinanderzusetzen und dann eine Entscheidung zu treffen. Aber bitte, was will man von einem 8jährigen Buben unter Gruppenzwang erwarten?

    @ morgiane: An St. Martin holen sich die Racker Süßzeug bei Euch? Den Brauch kenne ich nicht. Aber das mit dem Aufessen der Kindersüßsachen kenn ich auch. Leider. Bounty ist auch lecker. Hängt bloss immer so in den Zähnen …

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  18. socki sagt:

    Gottseidank sind meine Kinder evangelisch getauft. An meine Kommunion kann ich mich kaum noch erinnern. Ich weiß aber noch, daß ich mein Täschchen vergessen hatte und mein Vater es holte und es unter Gelächter ins Pfarrhaus brachte. Er sah aber auch bescheuert damit aus… Daß die Eltern sich um die Vorbereitung kümmern kenn ich nur von meiner Firmung. Und da wurden die üblichen Verdächtigen eingespannt, die sich auch sonst sehr in der Kirche engagieren.

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