Ausgebremst

Eine neue Winterjacke wollte ich mir kaufen, jetzt, da es anscheinend doch kälter zu werden droht scheint und vielleicht ein neues Blüschen. Stattdessen habe ich mir heute nicht nur einen, nein gleich zwei niegelnagelneue Zylinder gegönnt. Zwei Tage habe ich jetzt nämlich versucht, das leuchtend rote Bremswarnlämpchen zu ignorieren, in der Hoffnung, es wäre gerade unpässlich oder defekt. Ich suchte heute also eine Werkstatt auf und der Meister zeigte mir die Radbremszylinder, aus denen lustig die Bremsflüssigkeit heraussuppte. Weil die Bremsklötze auch gründlich getränkt waren, mussten sie ebenfalls gewechselt werden. No way out. Mein Flitzer wurde sofort verarztet und innerhalb einer Stunde war die Chose erledigt. Den Rechnungsbetrag von 220,00 € wollte die Chefin von det janze allerdings gleich haben, nix Rechnung, mangels Vertrauen in mich als Neukundin, nix Karte, mangels technischer Ausstattung. Ein Markenautohaus, zugegebenermaßen JWD und neu errichtet aber es gibt keine Möglichkeit der bargeldlosen Zahlung! Keine Bank in der Nähe, etwas weiter nur fremde Institute, bei denen Gebühren erhoben worden wären und wozu ich nicht bereit war. So füllte die Chefin des Hauses einen Überweisungsträger aus, ließ mich bei meiner Bank anrufen und sich bestätigen, dass die Überweisung ausgeführt wird. Ich muss euch sicher nicht weiter ausführen, dass ich dieser Werkstatt meine Aufwartung nicht mehr machen werde. Das Misstrauen gegen Neukundschaft kann ich wohl nachvollziehen, nicht aber, dass die angebotenen Ausweispapiere mit der Begründung „des könnt‘ ja alles falsch sein“ abgelehnt wurden. Das ist mir ja wirklich noch nicht passiert und wirklich, ich fühlte mich ganz schön vorgeführt ungerecht behandelt.

Euch einen glaubwürdigen Abend wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

12 commenti su “Ausgebremst

  1. Mephisto sagt:

    Ich würde da noch einmal hinfahren. Vorher holst du dir von der Bank hinreichend 10 EUR Scheine und klebst diese ganz vorsichtig mit etwas Buchbinderleim an der schmalen Seite zusammen (mit einem Stück Pappe drunter und einem Deckblatt oben drauf).

    Wenn sie dann wieder sagt „nix bargeldlos“, holst du den Packen raus, reißt wie benötigt die Scheine ab und gibst sie ihr mit dem Kommentar „ich hoffe, sie sind schon trocken“.

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  2. Georg sagt:

    Klar, ich gebe an wie so’n Truthahn kurz vor Nationaldingens – aber meine Radreparatur kostete nur echte 43 EUR – und jetzt kann ich damit locker wieder 4 Jahre zur Arbeit fahren :-))

    Gefunden in der Rubik:
    Flexibilität und Gesundheit *g*

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  3. moggadodde sagt:

    @ mephisto: Hervorragende Idee! Die Geschäfte laufen scheinbar nicht sehr gut: Der Showroom war ein Eiskeller, aber das kann ich noch verstehen. Kein Kartengerät, weil 1000 € Anschaffungskosten und Kosten pro Buchung. Keinen Telefonbucheintrag (!) weil mit 500 € im Jahr zu teuer. Sie meinte, sie hätten eher Stammkunden und die wüssten ja die Nummer. Nur leider scheint die Stammkundschaft so zahlreich nicht zu sein … Eine „Laufkundin“ kommt jedenfalls nicht wieder. Die Arbeit wurde allerdings schnell und, so der MamS, recht günstig erledigt. Trotzdem fand ich es etwas daneben, meine Ausweispapiere als nicht vertrauenerweckend zu deklarieren. Sooo abgerissen sah ich in meiner speckigen, löchrigen Jacke und meiner Fetzenjeans auch nicht aus. Und meine Springerstiefel waren auch frisch gewienert. Schön, ich hätte mir vielleicht die Schmutzränder an Hals und Händen entfernen sollen … 😉

    @ georg: Gut, die Autoreparatur war ca. 5 x teurer. Aber bitte, was ist denn an so einem Fahrrad dran? 2 Räder (ich vier), 1 Gepäckträger (ich KofferRAUM), 1 Sitz (ich 5), keine Heizung (ich schon) uvm. Und ich kann jetzt mindestens wieder 8 Jahre (so alt isser nämlich und hat knapp über 100 Tsd km drauf) warm und mit Knautschzone fahren 😉 Du fährst idyllisch durch den Wald zur Arbeit. Ich muss 20 Kilometer von Ost nach West über eine Art Stadtautobahn. Das ist mit Fahrrad nicht besonders prickelnd und Aufstehen dürfte ich dann um 3.00 Uhr. Sooo flexibel bin ich allerdings nicht! Dass du sicher fitter bist als ich, möchte ich allerdings ganz und gar nicht bestreiten … Da hast du ganz sicher Vorsprung!

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  4. Mephisto sagt:

    Ich mag es, wenn schmutzig wird, aber das ist schon wieder ein anderes Thema – aber selbst dann würde ich auf Schmutzränder im Vorfeld nicht stehen. Kein Wunder, dass man skeptisch war.

    Speckige, löchrige Jeans? Warst du als Leopold unterwegs? 😉

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  5. su. sagt:

    mensch, hätt´ste die klötze nicht selbst rausnehmen können und der dame vor die füße knallen mit der begründung, du wüsstet ja nicht mal, ob sie die richtigen eingebaut hätten und ob der preis angemessen sei?
    vielleicht hättest du noch bei der übergeordneten flitzer-herstellungs-oberdirektion nachfragen können – oder beim verbraucherschutz, ob man sich auf diese leut überhaupt verlassen kann?!
    man (und noch mher FRAU) is ja immer so´n schaf!!!

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  6. moggadodde sagt:

    @ mephisto: „Grunge“ heißt das doch schon seit Kurt C.! Naja, meine Ratte hätte ich vielleicht doch besser daheim lassen sollen. Aber Eddy fühlt sich auf meiner Schulter nun mal am wohlsten … :-))

    @ su: Mir genügt das Wissen, dort nicht mehr vorzufahren. Alles andere wäre mir zu strapaziös gewesen.

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  7. Anne sagt:

    Also nee – dieses Autohaus oder diese Werkstatt hätte mich auch zum letzten Mal gesehen.
    Ich kann ja verstehen, wenn wegen Kleckerbeträgen kein EC-Cash angeschafft wird. Aber in einem Laden, wo es wirklich um hohe Beträge geht … nee … das ist mir unbegreiflich.

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  8. Gerlinde sagt:

    Wenn die schnell, ordentlich und günstig arbeiten, wäre mir das, ehrlich gesagt, egal. Als Landei bin ich es gewohnt geworden, dass man grad in kleineren Betrieben nicht überall mit Karte bezahlen kann, sondern die Rechnung cash bezahlt.

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  9. barbara sagt:

    du hättest deine Jeans anziehen sollen, die Euínschusslöcher aufweisen. Das ist ja jetzt der neue Trend:-)

    Mißtrauen ist ja manchmal angebracht, aber man kann es auch übertreiben.

    Hast du dich heute wenigstens gewaschen? 😉

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  10. azahar sagt:

    Vielleicht sollte diese Werkstatt einfach die Dame an der Kasser feuern, dann ginge es vielleicht wieder aufwärts.
    Vor kurzem tröpfelte bei meinem Auto auch die Bremsflüssigkeit. Ich war in 4 verschiedenen Werkstätten, bis ich jemanden fand der mir nicht den ganzen Bremsenkit sondern nur die leckenden Schläuche austauschte …

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  11. moggadodde sagt:

    @ anne: Allein aus Kundenservice-Gründen sollte bargeldlose Zahlung möglich sein, finde ich auch. Geht ja inzwischen auch wirklich FAST überall.

    @ gerlinde: Dass die Begleichung der Rechnung mit Karte nicht möglich war, war vielleicht ärgerlich, aber darüber hätte ich noch hinwegsehen können. Den lapidaren Hinweis des Inhabers allerdings, meine Papiere könnten ja alle gefälscht sein, der hat mich in Rage gebracht.

    @ barbara: Genau durch dieses Misstrauen hat er sich mit mir keine Kundin gemacht. Und: Ja, mein Körper kam mit Wasser in Berührung 😉

    @ azahar: Die Dame an der Kasse war die Chefin höchstselbst, da ist nix mit feuern. Du hattest vielleicht Marder an den Schläuchen, die gibt’s bei euch sicher auch. Aber an Schläuchen ist natürlich nicht soviel verdient wie am Austausch der Bremsanlage …

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  12. bt sagt:

    Nachdem ich genau wie du auch schon mal heftigen Stress mit einem Dienstleister wegen der Zahlungsabwicklung hatte, frage ich jetzt immer vorher die Modalitäten ab. Das bringt mir zwar öfter blöde Kommentare ein („Wir leben doch nicht hinterm Mond…“ usw.) aber ich weiß, ob ich zum nächsten Laden muss oder bleiben kann.

    Andererseits kann ich das Misstrauen im Prinzip schon verstehen. Selbst mit gültigem echten Ausweiß gibt es keine Deckungsgarantie für die Forderung. Bei 220,- € lohnt sich kaum der Rechtsweg, vor allem dann nicht, wenn sowieso nichts zu holen ist. Und die Zahlungsunfähigkeit sieht man dem Kunden leider nicht an (Bei uns waren immer die schicken und edlen Kunden die Pleitegeier). Das mit der Überweisung war doch eine vertretbare Lösung?
    Allerdings hätte man das alles gegenüber dem Kunden mit Entgegenkommen und dem Ausdruck des Bedauerns über die Bühne bringen können. Der Ton macht die Musik. Schließlich hatte der Laden keine zeitgemäße Infrastruktur vorzuweisen und damit das Problem verursacht.

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