Tätigkeitsnachweis

Vormittagsprogramm:
7 Fenster inkl. Rahmen, davon drei besonders groß, von gelbem, klebrigem Rapsstaub und unzähligen Mückenschissen befreit,
4 Betten inkl. Kästen gereinigt und neu bezogen, Wechsel von Winter- auf Sommerbetten
1 Zentner Wäsche gewaschen, hinausgeschleppt, aufgehängt, umgekippten Wäscheständer mehrmals wegen orkanartiger Böen wieder aufgestellt,
1 Fahrzeug bei der Untersuchungsstelle zwecks Erteilung von TÜV- und AU-Plakette vorgefahren
1 Abkömmling, männlich, wegen wiederholt vergessener Lernblätter zusammengefaltet und Sanktion erteilt

1 Pause

Nachmittagsprogramm:
1 Zentner Wäsche bügeln, bügeln, bügeln,
1 Anruf bei Tscha wegen immer noch defekter Spülmaschine, Ankündigung der Beauftragung eines Kollegen
1 x Beaufsichtigung der Hausaufgaben – wegen akuter Verweigerungshaltung des Verpflichteten momentan ausgesetzt
1 x Einkaufen nach Rücksprache mit dem Haushaltsvorstand bezüglich dessen nutritiver Gelüste für den morgigen Tag

Abendprogramm:
Füße hoch, Buddel auf.

Schöntachnoch
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Auslauf

Ein sportliches Ereignis stand für Hank gestern auf dem Programm, der Residenzlauf trieb uns schon am Vormittag in die Innenstadt. 1800 m sind für ihn eine geschenkte Morgenübung und so mussten wir uns glücklicherweise nicht sehr lange inmitten der Menschenmassen aufhalten.

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Mit Su., ihrer Familie und meinem Brüderchen stand uns gegen halb 1 der Sinn nach einer leckeren Erfrischung, wir wollten Eis essen gehen und zwar Komplettprogramm mit Sitzen, Eiskaffee, Schirmchen und Espresso. Das Eiscafé in der Hofstraße bietet keine Außensitzplätze und die Schlange am Tresen wäre uns sowieso zu lang gewesen, so gingen wir ein Stück weiter, denn uns war das alteingesessene „Venezia“ in den Sinn gekommen. Die Venezianer haben allerdings den Hals schon recht voll, an diesem strahlenden Sonntag, in der Nähe der Residenz befindlich mit gieriger Laufkundschaft allerorten, wird der Außenbereich erst um 13.30 Uhr geöffnet! Wir versuchten natürlich, den anwesenden Papagallo zu bequatschen, wir seien immerhin 12 Leute aber er zuckte mit seinen unförmigen Schultern. Der nächste Italiener auf der Juliuspromenade öffnete seinen Laden insgesamt sogar erst um 14.00 Uhr! Die Kinder waren inzwischen reichlich lustlos und die Männer wollten auch nicht mehr und so nahmen wir Eis und Kaffee ganz einfach direkt beim deutschen Café Michel mitten auf dem Marktplatz, denn die Leute vom Stiefel haben anscheinend keinen Umsatz nötig. Das Kirscheis mit Schokosplittern hat beim Michel sowieso viel besser geschmeckt. So.
Danach fläzten wir uns auf die heimische Wiese, stießen nochmals auf den MamS und seinen Geburtstag an und er erhielt von Su. ein sehr außergewöhnliches Geschenk, über das ich hier zu gern berichten würde. Leider hat der Hammer der Zensur zugeschlagen und der MamS hat mich nachdrücklich gebeten, hier nichts darüber zu schreiben, obwohl es nichts Schlimmes ist. Er hatte am Abend ohnehin eine etwas, hm, sagen wir zickige Phase. Gestern beim tatort:

Ich: „Mann, der Helmut Berger sieht einfach immer versoffen aus.“
Er: „Das ist kein Helmut Berger!“
Ich: „Aber sicher ist er das.“
Er: „Nee, isser nich, ich kenn den doch. Helmut Berger hat im ersten „Blade“ mitgespielt“
Ich: „Niemals hat Helmut Berger in „Blade“ mitgespielt.“
Er, sehr sicher: „Doch, das war der Obervampir, der am Ende verbrannt ist.“
Ich, an den Kopf und auf die Fernsehzeitung tippend: „So ein Quatsch“
Er, leicht aufgebracht: „Doch, wenn ich’s dir sage! Hundertpro!“
Ich, entnervt: „Also gut, du hast gewonnen. Du hast Recht und ich meine Ruhe.“
Einige Minuten später:
Er, zerknirscht: „Ach nee, der hieß ja Udo Kier. Der von „Blade“.“
Ich: „Echt? Wirklich? Ich dachte immer das wäre Helmut Berger …“

Euch einen treffsicheren Tag wünscht
moggadodde

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Eine Stunde am Meer

Mein Vater, der sich ja wieder etwas erholt hat, befindet sich zur Zeit im schönen Bad Kissingen, wo er eigentlich eine Rehamaßnahme antreten sollte. Bei der Eingangsuntersuchung dort kam allerdings heraus, dass ihn die Hohlkörper der Uniklinik mit 5 (!) Litern Flüssigkeit im Bauch verschickt hatten, weshalb er umgehend wieder in ein Kissinger Krankenhaus gebracht wurde. Weil er in der Uniklinik auch gleich einige schicke Krankenhauskeime aufgesammelt hat, ist ein Besuch bei ihm auch dort nur mit Totalverhüllung möglich, Umhang, Mundschutz sowie Latexhandschuhe sind Vorschrift. Er kann noch immer nicht schlucken, aber sprechen und er fühlt sich wohl und wird wohl nächste Woche endlich die Reha beginnen können.
Mit meiner Mutter machte ich mich heute auf den Weg zu ihm. Ich hatte mir, clever wie ich bin, eine Wegbeschreibung ausgedruckt und dachte, es wäre gar kein Problem, das Krankenhaus zu finden. Mein Orientierungssinn Der Plan war allerdings schlechter als angenommen, wir fuhren über die Lande und ich konnte meiner Mutter unfreiwillig die Perlen der Bad Kissinger Umgebung zeigen. „Wären wir doch so gefahren, wie dein Bruder gefahren ist“, jammerte sie, „dann wären wir schon da!“ Ich antwortete, dass ich einen Weg kennen würde, der uns direkt zum Krankenhaus bringen würde und nicht durch die Stadt führte. Ich wollte beweisen, dass ich auch zum Ziel finde, ohne Ratschläge meiner Mutter, die mir meinen kleinen Bruder als leuchtendes Beispiel in Sachen Wegfindung und Schnelligkeit dauernd auf die Motorhaube schmierte. Der MamS wäre durchgedreht, hätte er mit im Auto gesessen, aber so ganz ohne Zeitdruck und dem Wissen, dass meine Mutter langsam nervös wurde und befürchtete, wir könnten irgendwo im Nirgendwo landen, hatte ich wieder mal die Ruhe weg. Ich bin nicht kontaktscheu und so hielt ich im schnuckeligen Schlimpfbach einfach an und klingelte am nächstbesten Haus, um mich nach der Strecke zu erkundigen; Menschen sind dort auf der Straße nämlich so gut wie nicht zu finden. Spätestens hier wäre der MamS einem HB-Männchen gleich gen Himmel geschossen. Nur im äußersten Notfall würde er sich die Blöße geben, nach dem Weg zu fragen, außer es ginge um Leben und Tod. Auch meiner Mutter war die Sache nicht angenehm und ich gebe zu, dass ich die nächsten Kurven recht waghalsig mit ziemlich viel Tempo nahm, weil ich mich insgeheim freute, wie sich meine Mutter etwas verängstigt am Sitz festklammerte. Was ist denn so schlimm daran, jemanden nach dem Weg zu fragen? Ist es eine Schmach oder ein Makel oder Zeichen von Schwäche? Ich denke nicht, ich halte es für ziemlich schlau und das Normalste auf der Welt, um nicht noch weitere Zeit zu vergeuden. Aber ich bin ja auch eine Frau. Und angekommen sind wir schließlich auch. Irgendwann.

Weil ich nach einer Stunde mit Mundschutz und dickem Kittel bei meinem Vater mal eine Pause brauchte, schaute ich mir den benachbarten Gradierbau etwas genauer an, der sich sehr imposant direkt neben dem Krankenhaus erhebt.
Als anerkannte Anwendung im Kurbereich könnten Asthmatiker und Pollengeplagte durch die salzhaltige Luft in der Nähe des Baus, ähnlich wie an der See, Linderung erfahren. Das stete Geplätscher des herabrinnenden Wassers wirkt einschläfernd

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und lange saß auch ich auf einem der Bänkchen, ließ mir die Sonne auf den Rücken scheinen und inhalierte tief die solehaltige Luft, die sehr sonderbar, leicht modrig und stark konzentriert riecht, so, als ob man eine Woche Föhr hier binnen einer Stunde akkumulieren könnte.

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Den Heimweg fand ich beim zweiten Anlauf auf Anhieb und der Kureffekt, den ich im Gradierbau gespürt haben könnte, verflog nicht zuletzt wegen eines hirnlosen Passatfahrers aus München, dem ich mit meinen 160 Sachen noch zu langsam war und der meinte, mich schon von weitem mit Lichthupe und schließlich durch dichtes Auffahren von der Überholspur verjagen zu müssen. Ich machte ihm freundliche, taktische Zeichen als er mich überholte und hoffe für ihn, dass er wohlbehalten an seinem Ziel angekommen ist. Angesichts seiner offensiven Fahrweise bin ich allerdings nicht sehr zuversichtlich. Obwohl, meist haben die größten Deppen auch den größten Dusel …

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Der ultimative Küchentrick

Die ganz besondere Geschmacksnote für Rosmarinkartoffeln aus dem Ofen entsteht, wenn für die gesamte Dauer des Garvorgangs ein Kunststoffgegenstand auf den Boden des Backofens placiert wird. Bitte beachten Sie: Erst, wenn der Gegenstand bis zur Unkenntlichkeit geschmolzen und undefinierbar am Grund angepappt ist, sind die Kartoffeln fertig und können voller Genuss in den Abfalleimer entsorgt werden …

Ich habe weder eine Ahnung, wer sich diesen lustigen Scherz erlaubt, noch, worum es sich in der Ursprungsform hierbei

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gehandelt hat.
Das bedeutet, dass ich entweder

a.) nicht mehr alle Tassen oder
b.) zu viele Schüsseln im Schrank

habe, wahrscheinlich trifft aber beides zu.

Euch einen besinnlichen Abend wünscht
moggadodde

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Alt, älter, ich

Noch deutlicher als am fortschreitenden, körperlichen Verfall spüre ich mein Alter am Tag nach ausgelassenen Feierlichkeiten. Ein paar Gläser alkoholischer Kaltgetränke, zugegebenermaßen bunt durcheinander, eine Nacht mit sogar für meine Verhältnisse zu wenigen Stunden Schlaf und ein wie üblich recht unerquicklicher Arbeitstag machen mich zum pflegebedürftigen Wrack.
Bisher hatte ich nur in trächtigen Zeiten mit dem Phänomen „Sodbrennen“ zu tun, aber schon gestern Abend hatte ich ein Gefühl, als löste sich meine Speiseröhre allmählich auf und das ließ auch heute nur sehr schleppend nach.
Nein, es besteht kein Zweifel. Ich werde bin eine alte Schachtel. Apropos: Als ich heute in einem der angesagten Wissensmagazine gesehen habe, dass 80 % der zurückgebrachten, deutschen PET-Flaschen lukrativ nach China verkauft werden, wo kleine, kommunistische Kurznasen emsig und unablässig Kunststofffasern für neue Kleidung herstellen, hat mich das schon erstaunt. Bei weiterem Nachdenken bedeutet das doch, dass ich heimische oder zumindest europäische Arbeitsplätze in der Textilindustrie vernichte, wenn ich Blubberwasser oder Zitronenlimo aus der Plastikflasche kaufe. Irgendwie scheint dieser Umstand bei der Auflistung der Argumente für die Einführung des Flaschenpfandes untergegangen worden zu sein.
Wie dem auch sei, ich gehe jetzt ins Bett mit dem „Vollidiot“ (das Buch von Tommy Jaud, sehr unterhaltsam übrigens, danke Frau Kollegin barbara!) und werde mit bei Gelegenheit Gedanken darüber machen, wie die Recyclingmöglichkeiten für eine abgehalfterte, verbrauchte Säuferschabracke sind, so fühle ich mich nämlich gerade. In die Abwrackwerft vielleicht, ich habe aus Jugendzeiten noch schöne, quecksilberhaltige Amalgamfüllungen. Oder zum Pferdemetzger, da bekäme ich noch ein Gnadenbrot und gäbe später einige ansehnliche Hüftsteaks ab. Oder am besten gleich erschießen und gar nicht recyclen. Ich wäre wahrscheinlich sowieso Sondermüll …

Euch eine ruhige Nacht wünscht
moggadodde

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