Hasenbraten

Endlich habe auch ich begriffen, warum das vorwitzige Häschen aus „Bambi“ den blödsinnigen Namen „Klopfer“ trägt. „Klopf, klopf, klopf“ – seit 4 Uhr nachts pocht das Terror-Karnickel der Nachbarn, dessen Behausung an unsere Schlafzimmerterrasse angrenzt, mit seinen kurzen Stummelbeinen ausdauernd gegen die Wände seines hölzernen Stalls.

Dass mir „Flöckchen“ den Nachtschlaf raubt, finde ich gar nicht nett, denn eigentlich mag ich Kaninchen – im vorliegenden Fall aber am liebsten geschmort mit Couscous und Koriander.

Euch einen schmackhaften Tag wünscht
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Lachhaft

Mitch zu seinem Kumpel Ed: „Merkst du nicht, dass deine Freundinnen jedesmal jünger werden? Es dauert nicht mehr lange und du verabredest dich mit Sperma!“

Ich liebe City Slickers und Billy Crystal.

Howdy
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Ruhe, bitte!

Die heute herrschende, wunderbare Ruhe nutzte ich zu einer Reihe von Telefonaten.

Das Erste versprach explosiv zu werden. Tscha, der dem Wort „Lahmarsch“ eine neue Dimension eröffnet, musste ich ja etwas härter anpacken. Was denn nun wäre, fragte ich. Ob ich denn noch in diesem Jahr mit seinem Kommen rechnen dürfe. Dass ich nicht auf einem selbst geschnitzten Ersatzteil bestehen würde. Dass ich die Faxen langsam aber sicher dicke hätte und ob er zum Spülen kommen wolle. Dass ich es satt hätte, ihm dauernd hinterherlaufen zu müssen, dass er ja wohl verstehen müsste, dass ich mittlerweile nicht mehr gut auf ihn zu sprechen bin und deutlich bereue, ihn beauftragt zu haben. Mein Gerede prallte an ihm ab wie Geschosse an einem kugelsicheren Auto. Er blieb ruhig, zu ruhig. Gerne hätte ich mich richtig mit ihm gestritten, aber mit seinen kleinlauten und überaus fadenscheinigen Entschuldigungen nahm er mir den Wind aus den Segeln. Und ich könnte schwören, dass er dreckig gegrinst hat, als er mir sagte, dass er morgen oder übermorgen kommen will.

Bei „lahmarschig“ fiel mir ein, dass auch die Damen und Herren vom Finanzamt sich mit der Erteilung des Steuerbescheids mehr als deutlich in Verzug befinden. Ein allzu offensives Vorgehen erschien mir hier allerdings nicht ratsam, deshalb erkundigte ich mich höflich nach der noch zu erwartenden Dauer und ich finde, dass eine Bearbeitung der bereits Anfang März eingereichten Unterlagen in den letzten Maitagen eine ziemliche Sauerei schon als recht flott bezeichnet werden kann.

Danach erkundigte ich mich über den Gesundheitszustand einer guten Bekannten, die über zunehmende Schwerhörigkeit klagte. Sie erzählte, dass sie in den letzten Tagen voll Sorge bei einem Arzt vorstellig wurde, der das Übel schnell erkannte: Jahrelang angesammeltes Ohrenschmalz verstopfte Christels Gehörgänge, was ich zum Schreien komisch fand und außerdem war ich froh, dass Ursache für gesundheitliche Beschwerden nicht immer eine hinterlistige Krankheit sein muss.

Das Stichwort „Gesundheit“ erinnerte mich an den Anruf bei der Krankenkasse, den ich schon oft vergessen hatte. Die Kostenübernahme für die ziemlich kostspielige, vierteilige Impfung gegen die „Humanen Papillomaviren“ wurde mir dort sogleich zugesichert, obwohl ich mich auf eine Diskussion eingestellt hatte. HPV gelten u.a. als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs und eine Impfung erfolgt zweckmäßigerweise vor dem ersten Sexualkontakt, weshalb ich für Dixie gleich noch einen Termin beim Arzt erholte.

Ich erinnerte Brüderchen fernmündlich an die Erstellung der Danksagungskarten, erkundigte mich nach meinem Vater und wimmelte unerwünschte Losverkäufer ab.
Ganz nebenbei befestigte ich die Fliegennetze an den Fenstern und forschte im Netz nach einem „Schummelmodul“ für Hank. Nicht dass er das nötig hätte, denn schummeln kann er auch ohne Modul ganz gut. Es handelt sich um einen Zusatz für den Gameboy, mit dem er auf irgendwelchen verborgenen Inseln mit irgendwelchen Geheimcodes irgendwelche bunten Pokèmon fangen kann.

Wundert es irgendjemanden, dass ich gegen meine erigierenden Kopfschmerzen jetzt ein Ibuprofen einwerfen muss?

Euch einen schmerzfreien Abend wünscht
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Von Berlin nach Brooklyn

Nach drei Tagen in der Hauptstadt hat uns die unterfränkische Provinz wohlbehalten in ihre tropfnassen Arme aufgenommen. Mein ausdrücklicher Dank an dieser Stelle geht an Herrn bt, der unsere Zeit in Berlin in beeindruckend professioneller Art zu einem Erlebnis werden ließ und zwei und einem halben Dorfbewohner die Kapitale, ihre Schattenseiten und Glanzpunkte sowie den besten Falafel-Fabrikanten nahe brachte. Seine Freundlichkeit und seine Geduld mit uns hinterwäldlerischen Provinzpupsern ist sagenhaft und der MamS und ich dürfen uns glücklich schätzen, die Stadt an seiner Seite kennengelernt zu haben.

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Wie es mit angenehmen Zeiten immer ist, sie gehen viel zu schnell vorbei und so hat uns der Alltag gleich heute wieder in Beschlag genommen. Dämlicher Dauerregen und indiskutable Temperaturen drücken aufs Gemüt und die viel besungene Berliner Luft hat mir offenbar das Gehirn vernebelt, erquickliche Gedanken wollen sich partout nicht einstellen und über die Neuigkeit, dass die zur männlichen Standfestigkeit verhelfenden, blauen V-Pillen zumindest bei Hamstern erfolgreich gegen Jetlag eingesetzt wurden, wollt ihr mit Sicherheit auch nichts wissen. Wie man bei einem Hamster einen Jetlag feststellt, würde mich allerdings schon interessieren.

Deshalb schaue ich mit dem MamS jetzt ein Jerry-Bruckheimer-Frühwerk mit Jan-Michael Vincent „Terror in Brooklyn“ und hoffe, dass die Welt morgen wieder angenehmer aussieht.

Euch einen trockenen Abend wünscht
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Ich bin dann mal weg

Vorhin war Telefon.

Ich: Hallo.
Sie: Hallo, hier ist Therese Giese von der Deutschen Telekom. Sie sind doch Kunde bei Call & Surf?
Ich: Hm, ja?

Sie: Ich wollte anfragen, ob Sie damit einverstanden sind, dass sich der Tarif, den Sie gewählt haben, ab dem 15. Juni um 5,00 € verbilligt.
Ich: Naja, also wenn das so ist, dass sich die gleiche Leistung um 5 € verbilligt, hm, neee, also dann, das ist mir nun wirklich zu wenig. Da kann ich den Vertrag ja unmöglich weiter bestehen lassen. Das kann ich ja gar nicht einsehen. Am Ende würde ich noch sparen!
Sie: Sie wollen der Änderung also nicht zustimmen? Gut, dann nehme ich das mal so …
Ich: Na, hallo! Meinen Sie ernsthaft, jemand würde so etwas ausschlagen? Wer hat Ihnen denn den doofen Auftrag gegeben, anzufragen, ob der Kunde mit einer Verbilligung einverstanden ist …
Sie: Ich bin doch hier nur Auszubildende und ich soll das halt machen.
Ich: Ist ja schon gut, Mädchen. Natürlich darf die Deutsche Telekom mir demnächst 5,00 € weniger abbuchen. Schönes Wochenende und sinnvollere Arbeitsaufträge wünsche ich Ihnen.
Sie (kleinlaut): Danke, ebenso.

Das arme Mädel hat ja eine schlimmere Arbeit als ich in den Katakomben und ab sofort werde ich mich darüber nicht mehr aufregen, habe ich mir vorgenommen.

Apropos schlimm: Der Bundestag hat sich ja mit großer Mehrheit erst gestern gegen einen Umzug der Restregierung von Bonn nach Berlin ausgesprochen, weil dieser teurer wäre als das Pendeln der Regierungsleute. Ein solcher wurde vom Bundesbauministerium mit 500 Mrd. € angesetzt, dafür könnten die Abgeordneten 500 Jahre hin- und her gondeln, heißt es. Ich fahre ja auch gern mit dem Zug, vom Fliegen, das ich liebe, ganz zu schweigen. Deshalb wird am Pfingstwochenende Großstadtluft geschnuppert. Berlin, wir kommen! Und mit uns sicher Tausende fußballverrückter Fans, die sich anschauen wollen, wie die Clubberer am Samstag gegen Stuttgart brillieren. In ein paar Stunden fährt der Zug und ich bin einigermaßen gespannt auf die Haupt-Hauptstadt.
Meine Oma hätte heute sicher gesagt: „Zieht euch fei ja a sauwwere Unnerhous aaa! Mer wess ja niii, ob em was bassiert! …“

Euch ein sonniges Pfingstwochenende wünscht
moggadodde

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