Geschmacksverirrung

Eben erstmals gehört:

Crunchips – Die schmecken am liebsten –

Sind die nur noch bescheuert, die Werbefuzzis? Nicht alles, was sich trendy und hip anhört und überdies sicher gut bezahlt wird, hat auch Sinn. Da wundert mich nicht, dass Hank sich geflissentlich weigert, das Wort „Vakuum“ mit Betonung auf dem „a“ richtig auszusprechen. Bei ihm heißt es „Vaku-uhm“ …

Weitere, sinnentleerte Slogans:

Raffaello – Die German Kleinigkeit
Commerzbank – Ideen nach vorn
Kinder Pingui – Geschmack im Frack
Ballantines – Leave an impression

Wo führt das hin? Babel? Klapse? Suizid?
Ich finde, man sollte die Promotion-Heinis einmal in Klausur schicken. Dort werden sie nonstop mit ihren eigenen, waaaaahnsinnig innovativen und megafunny Spots berieselt, bis sie sich daran erinnern, was sie über das eigene und das eine oder andere fremde Idiom gelernt haben.
Ich fühle mich durch diese Werbesprache, der man als braver GEZ-Kunde mit zusätzlicher Satellitenschüssel nicht entrinnen kann, ziemlich belästigt, peinlich berührt und für dumm verkauft.

Euch eine werbefreie Nacht wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

15 commenti su “Geschmacksverirrung

  1. azahar sagt:

    Die schmecken am liebsten?!
    Wie gut, dass ich den ganzen deutschen Werbeschrott nicht mehr mitbekommen muss, ich hätte bei solchen Dingen immer gute Lust den Fernseher aus dem Fenster zu schmeissen.

    Bei den Spaniern gibt es dafür auf den Öffentlich Rechtlichen alle 10 Minuten Marathonwerbesessions bei denen man gut ein kleines Nickerchen einlegen kann und wenn man wieder aufwacht noch Zeit hat sich das Abendessen zu kochen, bevor der Film wieder anfängt.
    Deshalb schau ich ONO oder gar nicht.

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  2. bt sagt:

    …ich schließe mich an und empfehle die Flimmerkistenwerbung einfach durch Abstinenz der „Privaten“ zu vermeiden. Gelingt mir schon seit Jahren. Gute Filme gibt es für 1,50 € bei uns in der Videothek. Im Kino muss man ja leider auch mit bis zu 30 Minuten Bewerbung ohne Fluchtmöglichkeit rechnen.

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  3. moggadodde sagt:

    @ azahar: Auch auf der Straße kommt man doch an hirnverbrannter und sprachverhunzter Werbung nicht mehr vorbei. Kein Wunder, dass nur noch ein Bodensatz an Deutschkenntnissen vorhanden ist. Wenn ich in ein paar Jahren in einem Lokal, das früher Restaurant, und dann wahrscheinlich „Schlemmtempel“ heißt, einen Kaffee bestelle muss ich sicher sowas sagen wie: „Ola Schnitte! Schnigg doch maln Bohnentee“ o.ä. damit mich jemand versteht. Armes Deutschland. Spanien ist da sicher nicht besser.

    @ bt: Ich habe absolut nichts gegen Werbung und es gibt wirklich einige Spots auch im Fernsehen, die überraschend, witzig, einprägsam, ästhetisch, kaufanreizfördernd und einfach klasse gemacht sind, leider sind sie aber meist nicht aus D und überdies noch sehr selten. Unsere Werbung hier ist plump bis brachial, lieblos dahingerotzt und spricht bei mir nur einen Reflex an, den des Umschalt-Daumens. Die verzweifelten Hausfrauen, die einzige Serie, der ich treu bin, gibt es leider nur bei den Privaten …
    Auch wenn die Multiplexe unpersönlich sind, der Vorteil der sitzplatzgenauen Eintrittskarte ermöglicht ein verspätetes Erscheinen um Eis- und sonstiger, brüllend langweiliger Werbung zu entkommen.

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  4. Da stülpt sich mir auch alles aus, wenn ich solche Sprüche höre. Oder auch
    „Calgonit-alles in eins“. Meine Herren.

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  5. barbara sagt:

    das Schlimme ist, dass man überlegt, ob es vielleicht wirklich so heisst. Schlimm, schlimm!

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  6. moggadodde sagt:

    @ Karin: Sprache entwickelt sich natürlich, aber diese Entwicklung ist m.E. ziemlich bedenklich.

    @ barbara: So weit ist es schon gekommen!

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  7. azahar sagt:

    Nein, Spanien ist nicht besser, nur mit dem Englischen haben sies nicht so und benutzen es deshalb nicht. In Deutschland scheint mir, ist das genau so (dass mit den stümperhaften Englisch Kenntnissen), nur hält das die deutschen Werbefritzen nicht davon ab die Sprache trotzdem zu missbrauchen.

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  8. barbara sagt:

    soweit ich weiss, lernen die Spanier englisch auch gar nicht auf den Schulen. Ich habe ja gedacht, das ist eine internationale Sprache. Komm ich mit spanisch nicht weiter, versuche ich es auf englisch. Weit gefehlt…;-)

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  9. moggadodde sagt:

    @ azahar:
    Gerade weil die Englisch-Kenntnisse auch hier nicht so ausgeprägt sind (ganz viele sind ja schon froh, wenn sie anständig deutsch reden können) fällt das nicht so auf, wenn englische slogans schwachsinnig sind: Z.B. „Ballantines – Leave an impression“. Hm. Welchen Eindruck hinterlässt ein Ballantines-Trinker? Spiegelsäufer, Quartalspichler. Oder meinen die, er hinterlässt Eindruck, weil er Ballantines trinkt? Wenn er hinterher hinters Sofa reihert, hat er auch Eindruck hinterlassen. Neee – das ist alles zu schwammig.

    @ barbara:
    In Italien ist es genauso und in Frankreich gehen sie ja sogar gegen die zunehmenden Anglizismen vor. Wenn ich sehe, wie Dixie im ICQ chattet, da wird mir ganz schlecht.

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  10. azahar sagt:

    @ barbara
    rein theoretisch lernen die in den Schulen schon Englisch, zumindest heutzutage, aber lernen ist halt nicht gleich lernen …

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  11. whiskynerd sagt:

    naja, ich finde den ballantines slogan eigentlich gar nicht so unpassend. der kommt aus dem angelsächsischen raum nud wird hier in D halt weiter geführt.

    audi macht ja auch mit „vorsprung durch technik“ in UK werbung… zumal ich finde, dass die kampagne den slogan echt immer gut unterstützen. siehe aktuelle kampagne von ballantines in deutschland:

    http://www.leaveanimpression.de

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  12. moggadodde sagt:

    @ whiskynerd: Einprägsame Slogans, einfallsreich, witzig und in irgendeiner Weise mit dem Produkt zu identifizieren, jederzeit! Ich mag gut gemachte Werbung, halte sie teilweise sogar für Kunst, aber wenn Slogans aus dem ausländischen Sprachraum einfach übernommen werden, sollte man aufpassen. Jedenfalls ich persönlich kann mit dem Spruch „Leave an impression“ nix verbinden, schon gar nicht den optimalerweise angenehm rauchigen, samtigen, nachhaltigen, wohltuenden, elitären Geschmack eines Whiskys. Das kann ich z.B. von „Almgurt von Ehrmann. Keiner macht mich mehr an“ oder „Die helle Freude“ von Holsten oder „Explore the flavour“ von Bacardi nicht sagen, mit denen ich im Geist etwas anfangen kann. Natürlich sind diese Empfindungen rein subjektiv und mögen in anderen Köpfen funktionieren.
    „Vorsprung durch Technik“ finde ich gelungen … Den Nick finde ich übrigens auch gut!

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  13. nur sollten sich bei all den ach so hippen denglisch-gehirnfürzen die macher auch mal kurz informieren, was ihre durchschnittsgucker, die nicht alle dipl.-übersetzer sind, so verstehen … hübsche beispiele:
    f*rd – feel the difference“ – … „fühle das differential“ oder „ziehe die differenz“.
    oder
    j4guar: „life by gorgeous“ – „Leben in Georgien“
    oder
    v0d4fone „make the most of now“ – „mach meist nicht alles / mach’s meistens jetzt / mach keinen Most daraus“.

    Mehr dazu hier

    btw: mogga: das geekding nr. 2 ist ein klammeraffe, aber ohne metallklammern. also reißwolf-freundlich. :o)

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  14. und den besten hab ich grade gefunden und mich schlapp gelacht. hier isser:
    Douglas – „Come in and find out“ – „Komm rein und finde wieder raus“. *brüll*

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  15. moggadodde sagt:

    @ hühnerschreck: „Mach Most draus, und zwar sofort!“ müsste es doch heißen … 😉
    Das mit (der deutschen Firma) Douglas kannte ich schon und das ist auch so ein Beispiel, dass Werbung auch peinlich sein kann 😉

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