Suicide Boulevard

Wenn ich freiwillig aus dem Leben scheiden wollte, wäre meine erste Wahl ein effektiver Medikamentencocktail in einem leckeren Caipirinha oder einem schönen Vodka Lemon. Zur Not ginge auch ein John Collins. Ich könnte nie „ins Wasser gehen“ weil ich schwimmen kann oder mich erhängen, weil ich ohne eine Hilti, die ich nicht besitze, niemals Löcher in die Stahlbetondecken bekäme. Ich könnte mir auch nie die Pulsadern öffnen, weil mir angesichts von Blut leicht schlecht wird und mich vor einen Zug zu werfen, hätte wohl auch wenig Sinn, weil es ja sein könnte, dass die ausgeguckte Verbindung mal wieder gestrichen ist.

Eine neue Art, recht erfolgreich Selbstmord zu begehen, ist mir gestern aufgefallen. Unbehelmte Fahrradfahrer, die bei Dunkelheit ohne irgendeine Beleuchtung und mit modisch dunkler Kleidung unberechenbar, halsbrecherisch und fast lautlos auf den Straßen herumhuschen, sollten sich aber doch bitteschön eine andere Todesart aussuchen. Es gibt mit Sicherheit angenehmere Suizidvarianten als die, von einer Kühlerhaube erfasst am Straßenrand mit explodiertem Schädel und verdrehten Extremitäten auf einer dreckigen Straße sein Leben auszuhauchen, oder? Ich bin ja für Tabletten, s.o., das macht auch nicht so viel Sauerei.

Himmelarschundzwirn, Leute, schaltet euer Hirn an und das Licht!

Euch eine sichere Nacht wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

4 commenti su “Suicide Boulevard

  1. bt sagt:

    Leider wird diese moderne Errungenschaft der Technik, weil´s so cool ist, nicht selten demontiert oder bewusst nicht angeschafft. Wenn vorhanden, sind ein Großteil der Radler nicht einmal in der Lage dat Dingen zu reparieren. In Berlin scheinen Lichtradler verächtlich einer belächelten Spezies von Angsthasen zugeordnet zu werden. So selten sieht man sie hier. Mir geht jedesmal der Puls auf 1000, wenn ich sie/ihn noch rechtzeitig erkannt habe. Sie scheinen zu vergessen, dass noch wesentlich ältere und reflexlahmere bzw. sehschwächere Autofahrer als ich des Nächtens umherdriven.

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  2. moggadodde sagt:

    Selten ist es mir so sehr aufgefallen wie am lauen Samstagabend in der belebten Stadt. Wie die Fledermäuse wuseln die kurz vor knapp ums Auto herum. Und wenn du dann noch so einen Deppen auf die Haube nimmst, ist die Mitschuld garantiert. Neben „Warmduscher“, „Sitzpinkler“ und „Vorwärtseinparker“ scheint das neueste Schimpfwort „Mit-Licht-Biker“ zu sein mit dem Motto „Niemals uncool – lieber tot“.

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  3. biker ohne licht – der hass – besonders auf der hiesigen kneipenmeile im studentenviertel. „fledermäuse“ triffts auf den punkt, die sieht und hört man ja auch wenig bis nicht. bin nicht nur (fahrrad-)biker, sondern auch auto- und vor allem motorradfahrer und könnt die jungs und mädels immer verkloppen, wenn sie mich auf der yam mal wieder zu ner panikbremsung mit beinahe-abflug zwingen, weil mir so ein gehirnamputierter ohne licht und naTÜRlich in dunklen sachen direkt quer vor die maschine prescht.
    mitm auto geht das immer noch, da hat man wenigstens keine eigenen prellungen und co. zu verzeichnen, aber mitm motorrad …
    neulich hat sich einer getraut, mich dann auch noch schneckenlenkung und frau-am-steuer und ähnliches zu schimpfen, der wurde dann (von wem anders) an einer folgenden ampel ausgebremst und da hab ich ihm dann eine aufs maul angeboten. hat er aber dankend (und dann plötzlich sehr viel höflicher) abgelehnt. flaschen, alle miteinander …

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  4. moggadodde sagt:

    Genau. Schlimm genug, dass sie sich selbst in Gefahr bringen, mit ihrem LMAA-Gefühl können sie ganz schnell auch andere mit ins Unglück stürzen. „… und da hab ich im dann eine aufs maul angeboten …“ – you made my day!

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