Kultur und Körpereinsatz

Auch auf der Aftershow-Party eben hat sich Justus nicht blicken lassen, wenngleich ihm wegen unserer bösartigen Lästereien gesprächsweisen Aufarbeitung der vergangenen Nacht in seinem Lager bestimmt die Ohren geläutet haben müssen. Jetzt ist zumindest an Essbarem alles vernichtet und nach ausschweifenden Alkoholsausen steht jetzt erstmal niemandem mehr der Sinn.
Von der rustikal-prolligen Grillfete wenden wir uns für den heutigen Abend eher der kulturellen Vergnügung zu. Einer meiner herzallerliebsten Lieblingsfavoritenfilme, „Ganz oder gar nicht“ mit dem wundervollen Robert Carlyle kennt ihr bestimmt. Eine Gruppe englischer Allerweltsarbeitsloser verfällt anlässlich des Besuchs der legendären Strippergruppe „Chippendales“ in ihrer Stadt Sheffield auf die Idee, selbst ein Programm auszuarbeiten um als einheimische Ausziehattraktion zu Geld zu kommen. Genau diese, mal urkomische, mal sehr tragische, mal nachdenklich machende Geschichte wird bei den Scherenburgfestspielen unter dem Titel „Ladies Night“ heute aufgeführt. Wir sind in den vorderen Reihen unter einem todsicher sternenklaren Himmel mit dabei und werden hautnah erleben, ob die fränkischen Schauspieler genauso viel Traute besitzen wie ihre englischen Kollegen.
Aus Zeitungskritiken durften wir erfahren, dass es zumindest verbal recht derb zur Sache gehen wird, aber dank der gestrigen Nacht sind wir in dirty talking dank Justus‘ Einsatz ja wieder voll up to date!

Euch einen nackigen Abend wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

5 commenti su “Kultur und Körpereinsatz

  1. bt sagt:

    Die Dame meines Herzens kennt den Film und hat auch davon geschwärmt. Ich finde die Briten haben es gut drauf Filme zu machen, die ein versöhnliches Bild auf ihr Mittel- und Unterschicht werfen ohne sie vorzuführen oder gar verächtlich zu machen. Das bringen deutsche Filmemacher einfach nicht hin.

    Dazu fällt mit ganz aktuell Irina Palm ein, was zwar ein Gemeinschaftsproduktion war, bei der die englische Handschrift aber sichtbar dominant war.

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  2. moggadodde sagt:

    Unbedingt anschauen beim nächsten Mal, bzw. ausleihen!
    Du hast Recht, die machen das gut in ihren Filmen und ich könnte jetzt auf Anhieb wirklich kein deutsches Pendent nennen … Irina Palm kenne ich noch nicht. Werde ich aber nachholen, du hattest schon mal davon berichtet, gell?

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  3. barbara sagt:

    ich finde, in den britischen und irischen Filmen wird immer mit sehr viel trockenem Humor gemenschelt. Der Film hat mir auch gefallen und ich wünsche viel Spaß

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  4. morgiane sagt:

    Ich stimme dir zu liebste Mogga…ganz gleich ob es Grasgeflüster oder Ganz oder gar nicht, und die anderen Titel sind jetzt leider weg, ist, da wird Realsatire leicht bekömmlich und unterhaltsam präsentiert, ohne gleich alle in irgendwelche Schubladen zu stecken…und deshalb schaue ich englische Filme gerne…

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  5. moggadodde sagt:

    @ barbara: Danke! Der Zugang war zwar etwas beschwerlich, wie der Veranstaltungsort schon sagt: „Burg“ ist ja meist am Berg gelegen und das war auch um 8.00 Uhr abends kein Spaß, mistig ausgeschildert und eine Einheimische musste uns einen Geheimweg durch den Wald zeigen, der mit dem Auto befahrbar war, weil wir jemanden mit Krücken dabei hatten … Oben angekommen erfuhren wir, dass es einen Fahrservice für Behinderte gegeben hätte, aber davon wussten wir ja nichts. War eher ein Secret Service …

    @ morgiane: Es war gar nicht schlecht. Schleppend der Anfang und ich mag es nicht, wenn Franken versuchen, hochdeutsch zu sprechen. Die Truppe hat sich dann aber stetig gesteigert, natürlich fehlte die Tiefe, die nur im Film machbar ist, aber natürlich war der Höhepunkt, als die Herren unter ohrenbetäubendem Gejohle den finalen Strip, den Full Monty, hinlegten und tatsächlich mit den nackten Hintern wedelten. Die Vorderseiten waren wie im Film mit den Hüten verdeckt und als die weggeworfen wurden, hat man ganz geschickt mit einem Lichtblitz und -effekten gearbeitet, damit niemand die Kronjuwelen zu sehen bekam …
    Sogar die gleiche Musik hat man verwendet und die Jungs waren wirklich nicht übel. Mutig auf jeden Fall!

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