Aus, Äpfel, Amen!

Was für ein anstrengender Tag! Wenig Keine Zeit für mich, sowas kann ich ja gar nicht leiden. Mit meiner Mutter bin ich über diverse, schon heute überfüllte Friedhöfe geschaukelt und bei meiner Oma habe ich mir die Klagen über triebhafte, alkoholsüchtige und Strom verschwendende Untermieter angehört. Dann zwei Hasenställe und einen Hamsterkäfig ausgemistet und nach der Schildkröte gesehen, die endlich Winterschlaf hält. Quickie zwischendurch. Pizza eingeschoben, Hanks Halloween-Kostüm aus einem Bettbezug geschnitten. Kleiner Mitläufer, der!
Und wenn jetzt noch so ein kleines, halsloses Ungeheuer an der Tür klingelt und nach Süßigkeiten bettelt, reiße ich ihm das kleine Schweinsnäschen aus dem Gesicht und verarbeite seinen putzigen Hintern zu Hackfleisch.

Euch einen erholsamen Abend wünscht
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Ballkontakt

Wie bekannt, bin ich eher eine rustikale Person. Im Alltag packe ich gerne zumindest verbal die Blutgrätsche aus dem Rucksack, Stellungsspiele finde ich hier und da höchst interessant, das Foulspiel beherrsche ich in der deutschen Version beinahe perfekt. Einer Schiedsrichtertätigkeit gehe ich umständehalber fast täglich nach und ohne Sponsor würde auch ich bald absteigen. Ich mag Bälle. Aber nur, wenn sie auf einem großen, saftiggrünen Rasen getreten werden.
Weil ich dumme Nuss mich unvorsichtigerweise zu einem diesbezüglichen Versprechen hinreißen ließ, muss ich Anfang Dezember an einem Ball teilnehmen. Nicht Fußball – Tanzball. Zum ersten Mal überhaupt bewege ich mich auf blankem Parkett inmitten schnieker Society-Schnecken und gelackter Galane und werde mich ganz sicher fühlen wie eine Ackerwinde in einem Beet feinster, englischer Teerosen.
Schon die „Bekleidungsempfehlung“ in der Einladung gibt zu Sorge Anlass:

Damen: Ballkleid
Herren: Smoking, Anzug oder festliche Kombination

Da ich mich hundertprozentig nicht in ein Ballkleid werfen werde, das ich überdies nicht einmal besitze, bliebe mir noch die Option, zum Stichtag einen akuten und hoch ansteckenden Magen-Darm-Infekt zu simulieren. Weil ich aber Schwalben schon auf dem Fußballfeld nicht leiden kann, wird mir nichts anderes übrig bleiben und ich werde mir ein adäquates Pendent zum Ballkleid besorgen müssen. Stichwort: „eleganter Hosenanzug“ – wie sich das schon anhört!
Ich bin einfach nicht der Typ für Gala und Glanz, Glamour und Gaultier, ich mag Turnschuhe und Sneakers-Socken, Jeans, Cargohosen und Live-Konzerte, bei denen ich, ohne peinlich berührte Blicke zu ernten, mitsingen kann und schon der Gedanke an Feinstrumpfbeinlinge verursacht mir ebenso allergischen Ausschlag wie die Aussicht auf gestelzte Tischgespräche mit konservativen, spröden Steifschnöseln, begleitet vom James-Last-Gedächtnisorchester!

Hilfe! Meine große Klappe hat mich mal wieder tief in die Bredouille geritten! Ich gehöre halt doch eher der Kreisklasse an als der Champions-League …

Euch einen sportlichen Abend wünscht
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Der ultimative Ernährungstipp

Man nehme einige schöne Stücke magerer Minutensteaks, lasse sie vom Herrn des Hauses solange in reichlich frisch gemahlenem Pfeffer wenden, bis sie ungenießbar scharf sind und brate sie in heißem Olivenöl an.
Inzwischen präpariert die Dame des Hauses das Kochwasser in großzügigster Weise mit Jodsalz, damit die eingebrachten Teigwaren dort in Ruhe unbekömmlich werden können. Wenn beide beteiligten Köche einen würztechnisch miserablen Tag haben, stehen die Chancen für ein Gelingen sehr gut.

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Danach öffne man den Deckel der Biotonne und kippe alles mit Schwung hinein. Gleich darauf nehme man einen Naturjoghurt aus dem Kühlschrank, verfeinere mit Flüssigsüße, schneide einige Pflaumen hinein und garniere mit einer Messerspitze Zimt.

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Fertig ist die gesunde, kalorienarme Abendmahlzeit. Bon appetit!

Einen reichhaltigen Abend wünscht
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Hangover

Die Institution der Heckenwirtschaft ist in der dörflichen Infrastruktur fest verankert. Zweimal im Jahr fallen wir mit ein paar Gleichgesinnten in den von Körper- und Küchenausdünstungen geschwängerten Feuchtraum ein, um direkt beim örtlichen Winzer die flüssigen Perlen der hiesigen Weinlagen zu schnabulieren.

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Wegen der drangvollen Enge in dem pickepacke vollgepfropften Gewölbe ist der Besuch in der Heckenwirtschaft für Sozialphobiker und olfaktorisch empfindliche Personen eher nicht zu empfehlen.

Natürlich waren wir wieder die letzten Gäste. 4 Frauen schleppten 5 Männer ab, also im wörtlichen Sinn, weil ein gefahrloser Heimweg ohne unsere haltenden Arme ein schwieriges Unterfangen gewesen wäre. Natürlich kam das angeschickerte Grüppchen noch mit zu uns, weil so ein Abend ohne Absacker ja gar nicht ginge und natürlich entpuppte sich der Absacker nur als Beginn einer neuen Runde.
Natürlich war ich unglaublich müde heute früh, aber weil ich schon um 10.00 Uhr auf dem Sportplatz Kaffee und Kuchen verticken musste, war an Ausschlafen nicht zu denken. Natürlich versuchte ich, am Nachmittag den versäumten Schlaf nachzuholen.
Natürlich habe ich Kopfschmerzen. Natürlich geht es mir noch immer nicht richtig gut. Natürlich bin ich heilfroh, dass einer der Teilnehmer die intensiven, unfreiwilligen Kopfüber-Kontakte mit der Toilettenkeramik erst in seinen eigenen vier Wänden zelebriert hat. Natürlich sind wir beim nächsten mal wieder mit von der Partie.

Euch eine himmlische Nacht wünscht
moggadodde

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