Moggas Werk und Elfteus Beitrag

„Ich will mal nicht so sein“, hatte sich der Elfteu gedacht, „jetzt hab’ ich die Mogga schon den ganzen Tag mit Arbeit zugeschüttet, da kann ich doch für den späten Nachmittag, so als Sahnehäubchen, noch einen kleinen Familienkrach draufsetzen.“ Sprachs und überlegte sich, wie er es anstellen konnte, Frau Mogga angesichts seiner überreichlichen Großzügigkeit endlich zum Weinen zu bringen.

Heimtückisch, wie so ein Elfteu nun mal ist, ließ er es zunächst in der Nacht feste frieren, damit Frau Mogga in aller Frühe kräftig Autoscheiben kratzen müsste, aber sie hatte ihn ausgetrickst und kramte ein Zauberspray aus dem Kofferraum, das in Nullkommanix die Scheiben enteiste!
Das konnte sich der Elfteu natürlich nicht bieten lassen, deshalb piesackte er Frau Mogga den ganzen Tag über mit Hunderten, ach, Tausenden von großen und vor allem schweren Paketen, die sie ächzend umherwuchtete und fleißig abarbeitete, wild entschlossen, sich vom Elfteu nicht unterkriegen zu lassen.

Der aber revanchierte sich grässlich, schickte Kopfschmerzen und wehe Beine und wiegte Frau Mogga in der trügerischen Sicherheit, dass mit dem Ende des Arbeitstages auch ein Ende des Ingrimms gekommen wäre. Schon als Frau Mogga die Heimstatt nicht heimelig sondern offenbar durch zwei Poltergeister verunstaltet vorfand, ahnte sie, dass der Elfteu sein Werk noch nicht vollendet hatte.
Dieser schickte jetzt noch einen der kleinen Kobolde in den offenen Kampf. Er ließ es auf Frau Moggas angespannten Nervenbahnen Xylophon spielen durch das nachhaltige Begehr, die Flimmerkiste einschalten zu dürfen, was Frau Mogga aber wacker versagte mit dem Einwurf, dass zunächst die Koboldhöhle von gesammeltem Unrat befreit werden müsste.
Der Elfteu ließ den Kobold mit den Füßen stampfen und täuschte ein bitterliches Geheule vor in der Absicht, Frau Mogga damit erweichen zu können aber noch war diese nicht am Ende und hatte inzwischen eine geheime Medizin eingenommen, um dem Elfteu weiter standhalten zu können. Da fuhr der Elfteu endlich schweres Geschütz auf: Er ließ den Kobold an dem Griff einer blinden Schublade unter der Küchenspüle ziehen (ihr wisst, dass eine blinde Schublade nur Blendwerk ist) und weil der Kobold ziemlich in Rage und auch schon recht kräftig geworden war, hatte er plötzlich die Blende in den Händen. Die niedlichen Plastikhalter und liederlichen, haarfeinen Nägelchen waren abgebrochen. Frau Mogga sank auf die Knie, als gälte es das Spülbecken anzubeten aber das Holzbrett (ach Holz, furnierte Massenware!) ließ sich nicht wieder befestigen.

Den Kobold laut schimpfend und ob des schweren Tagwerks stöhnend wollte sich Frau Mogga wieder in die Vertikale bringen doch war sie unkonzentriert und ihre müde, linke Hand hielt sich nicht richtig an der Spüle fest. Sie knallte mit vollem Gewicht ihres Oberkörpers (das leider nicht dem einer Elfe gleicht) auf die unglücklicherweise in seltsamer Krallenstellung verbogene, rechte Hand und nun war es an ihr bitterlich zu heulen, aber im Gegensatz zu den Krokodilstränen des Kobolds vorher, waren ihre Tränen echt.
Jetzt hatte sogar der Kobold Mitleid mit ihr, sagte dem Elfteu, dass er ein echtes Arschloch wäre, kümmerte sich um Frau Mogga und brachte ihr für die malträtierten Fingerknöchel das Kühlkissen aus dem Gefrierschrank.

Als die beiden nun so auf dem Boden kauerten und der geläuterte Kobold stammelnd bereute, sich auf den Elfteu eingelassen zu haben, betrat der Häuptling die Szene. Weil Frau Mogga sah, dass der Häuptling angesichts der Sachlage gleich einem fehlgezündeten Feuerwerkskörper in die Höhe sausen wollte, erzählte sie schnell vom hinterlistigen Plan des bösen Elfteu und bat dass er, der Häuptling, jetzt nicht überreagieren sollte. Schließlich hielten sich die von den Kobolden im Haushalt angerichteten Schäden bislang in sehr engen Grenzen und sie brauchte nur das ungezogene Nachbarkind zu erwähnen, das schon zum dritten mal die Waschmaschinentür zum Rodeoreiten benutzt hatte, um den Häuptling zu besänftigen. Er wusste ja, dass sie Recht hatte.

Während Frau Mogga noch über haushaltskompatible Lösungen zur Schadensbehebung nachdachte, griff der Häuptling schon zum Telefon und kontaktierte den Fachmann, damit dieser die blinde Schublade nach allen Regeln der Schreinerkunst wieder anbringen könnte.
Der Elfteu sah zwar, dass er sein Ziel, Frau Mogga zum Weinen zu bringen erreicht hatte, aber als er beobachtete, wie die Kobolde, der Häupling und Frau Mogga einträchtig das Abendessen einnahmen, war er alles andere als zufrieden. Er hatte damit gerechnet, dass für den Rest des Abends der Haussegen schief hing oder Frau Mogga dem Kobold oder dem Häuptling eine wummsen würde.

Beim nächsten Mal würde er sich etwas Besseres einfallen lassen müssen. Vielleicht würde er den Schreiner dazu bringen können, seine Reparaturrechnung über Gebühr zu erstellen. Dann käme er bestimmt doch noch zu seinem Vergnügen (weil der Kobold aber die angerichtete Suppe selbst bezahlen muss, wird auch dieser Versuch fehlgehen, glaubt Frau Mogga. Der Elfteu weiß das noch nicht und ihr dürft es ihm nicht verraten!)

Als der Elfteu dann aber zu allem Überfluss noch mit ansehen musste, wie sich Frau Mogga pfeifend ein Wannenbad einließ und später dösend den duftenden Schäumen versank, musste er erkennen, dass er diese Runde schließlich doch verloren hatte.

Euch einen himmlischen Abend wünscht
moggadodde

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THINK!

Seit der Hausarzt meines Vertrauens beim Besuch in der letzten Woche verkündet hat, dass es ihm unbegreiflich wäre, dass ich bei einer so erheblich vergrößerten Schilddrüse keine Schluckbeschwerden hätte, habe ich Schluckbeschwerden. Das ist bestimmt so wie mit dem Fleck auf dem Pullover, den man selbst gar nicht erkennt, bis ihn jemand anders bemerkt und dann versteht man gar nicht, wie man ihn übersehen konnte. Jetzt ist mir klar, warum ich auch ohne Schnupfen dem MamS mit meiner Schnarcherei den Schlaf raube, warum ich pausenlos auf einer Stimmungsachterbahn unterwegs bin und jetzt kenne ich auch den Hintergrund manch unappetitlicher interner Vorgänge, über die ich hier den Mantel des Schweigens lege. Beginnende Novemberdepression UND Hormonanarchie. Das haut auch ein Rennpferd wie mich von den Hufen.
Jedenfalls habe ich jetzt ein Szintigramm und eine Punktion beim Nuklearmediziner vor mir und die Redensart „Ich hab sooon Hals!“ bekommt eine ganz neue Bedeutung.

Für euch habe ich heute eine neue Kopfnuss am Start, deren Schwierigkeitsgrad ich selbst gar nicht einschätzen kann. Angesichts der mitlesenden Intelligenzbolzen könnte ich mir aber vorstellen, dass die Aufgabe recht leicht lösbar ist:

„Welches Wort ergibt sich, wenn man eine Farbe in eine Krankheit steckt?“

Eure Lösungsvorschläge bitte ich erst

ab 20.00 Uhr am morgigen Dienstag

einzureichen. Weil der blöde Jack Pot seinen breiten Hintern anscheinend woanders geparkt hat, muss ich nämlich morgen mal wieder Kohle ranschaffen.

Hautnei!
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The Boss is back!

Feine Sache, so ein Internet. Da kann ich mir doch glatt nochmal die guten, alten Wolfman-Jack-Shows anhören, die von Cool 880 in Edmonton, Kanada, täglich in die Umlaufbahn geblasen werden. Und dank der Zeitverschiebung kann ich mir gerade Boz Scaggs „Lido Shuffle“ und Air Supply mit „Lost In Love“ anhören. Das gibt’s bei Antenne Bayern natürlich nicht.

Hach, schön das!
moggadodde

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Hallo waaach!

Auf einen lautstarken Krach mit einer der Schutzbefohlenen über den inakzeptablen Zustand des von ihr bewohnten Locus horridus schon kurz nach dem Aufstehen („Wenn du hier noch e bissle rumschreist, dann knall‘ ich dir eine!“ – „Mach doch! Mach doch! Sag’s doch nicht, wenn du’s dann doch nicht machst!“) war ich mental am Montag zwar gar nicht eingerichtet und auf das unschöne Telefonat von gerade eben auch nicht.
Aber immerhin hat mich die Aktion derart wach gemacht, dass ich jetzt schon fix und fertig bin und zu Zeitung und Kaffee greifen werde.
„Allem Schlechten wohnt etwas Gutes inne“, heißt doch der Spruch. Blöder Philosophenschwachsinn, das. Ich bin heute jedenfalls schon wieder bedient. „Mogga isn’t taking anymore shit today!“ – nur dass das mal klar ist!

Euch einen friedvollen Tag wünscht
moggadodde

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SiT-Com

Binnen kurzer Zeit haben sich in meinen Händen zwei Mobiltelefone in die ewigen Funknetze verabschiedet. Ich war nicht schuld – telefonino numero uno war von Anfang an ein Griff ins technische Klo und numero due erlitt bereits vor längerem einen Wasserschaden. Auch wenn sich eingehende Anrufe meist auf den MamS („Besorg‘ noch ein Stück Parmesan!“), Dixie („Darf ich heute bei – beliebigen Namen bitte einsetzen – schlafen?“) oder Hank („Bringst du was von McDonalds mit?“) beschränken, wenn ich manchmal des nächtens in gottverlassenen Gegenden unterwegs bin, fühle ich mich sicherer mit einem Mobiltelefon in der Tasche.

Einem, soweit ich das überblicken kann, guten Angebot folgend, begab ich mich ins Fachgeschäft und schloss einen dieser 1-Euro-und-das-Handy-geht-gleich-mit-Verträge ab. Jaja, die Sparfüchse unter euch tippen sich jetzt an die Stirn – aber ich brauche keinen Roller oder noch einen DVD-Player oder ähnliche Gimmicks und ich wollte das Telefon heute. Punktum.
Jedenfalls tippte der freundliche und augenscheinlich minderjährige Fachangestellte, dem die zerschlissene Jeans nicht sehr dekorativ ziemlich weit im Süden hing, meine Daten in den Äther und teilte mir mit, dass es nur noch dieses eine Telefon als Ausstellungsstück gebe. Alles andere wäre schon weg.
Meine Antwort war wie ein Reflex: „Ha, wenn das ein Ausstellungsstück ist, dann geht aber vom Preis noch was weg, oder?“
Der Fachverkäufer lächelte milde und erwiderte: „Hm, naja, auf 80 Ct könnten Sie mich schon runterhandeln …“ Ich, mit tiefroter Birne, wartete vergeblich auf ein Loch, in das ich hätte versinken können und versuchte mich mit einem leidlich überzeugenden „Das war natürlich ein Witz, haha … Ich dachte, ich könnt’s ja mal probieren …“ nicht vollkommen der Lächerlichkeit preiszugeben.

Bestimmt saß der Bursche mit seinen Kollegen später schenkelklopfend im Pausenraum und hat die Anekdote von der Tussi zum Besten gegeben, die bei einem Ein-Euro-Handy feilschen wollte. Zur Strafe pflüge ich mich für den Rest des Abends durch die 60seitige Betriebsanleitung eines Mobiltelefons, das offenbar alles kann, mit Ausnahme von Herztransplantationen.

Euch einen kontaktfreudigen Abend wünscht
moggadodde

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