Zielvorgaben

Zur Abwechslung habe ich zum Jahreswechsel den Vorsatz gefasst, keine Vorsätze zu fassen, nachdem die Erfolgsquote zu den vergangenen Gelegenheiten vernichtend nicht überragend war. Außerdem ist das Wort „vorsätzlich“ schon ohne mein sicheres Versagen negativ behaftet genug und wenn ich mein Horrorskop für die nächsten 12 Monate so anschaue, habe ich genug damit zu tun, Partnerschaftsdissonanzen in der Mitte des Jahres, Karriere-Rohrkrepierer von April bis Juni und finanzielle Engpässe von Januar bis Dezember abzuwenden und somit gar keine Zeit, auch noch blöde Vorsätze einzuhalten.

Eine feine Finalparty ist angesagt, für die ich das Dessert

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beisteure, das nach Lachseröffnung und gefülltem Truthahn nur mit viel Glück noch ein Plätzchen findet.

Ich beabsichtige, mich heute der ausschweifenden Feierei hinzugeben und wenn ich schon sonst keine Vorsätze fasse so wenigstens den, es heute anständig krachen zu lassen, inklusive pyrotechnischem Pipapo und Chinaböller.
Allen Menschen von Orient bis Okzident und auch den Rechtsüberholern, Parkplatzwegschnappern und Stehpinklern wünsche ich an dieser Stelle einen trockenen Jahreswechsel, was sich ausschließlich auf die Witterung bezieht sowie ein schönes, sorgenfreies, gesundes, friedliches, geschmeidiges, zufriedenstellendes, glückliches und von Erfolg gekröntes neues Jahr, in dem es nicht das geringste zu Meckern gibt.

Hautnei!
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Morgääähn!

Auch bei diesem Versuch muss ich feststellen: Vier Stunden Schlaf sind tatsächlich immer noch zu wenig für mich. Kaffee, hopphopp!
Für fünf Stunden Montagsarbeit bekomme ich acht Stunden Donnerstagsarbeit geschenkt und bin ab heute 12.00 Uhr feddich für die Woche. Ist das nicht fein? Deshalb, kein Rummädeln jetzt, sondern Fakten schaffen!

Euch einen wachen Tag wünscht
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Himmel und Hölle

Wer einen Film ausleiht, dessen Plot sich überwiegend am Thema Masturbation festmacht und der zu einem Gutteil in einem schäbigen Etablissement namens „Sexy World“ spielt, vermutet einen versauten C-Movie, in dem dicke Titten und anzügliche Sprüche die Hauptrolle einnehmen und bei dem man angesichts planlosen Rumgestochers nach einer halben Stunde stante pede getrost zum Liveprogramm übergehen kann.
Wenn die Hauptdarstellerin allerdings Marianne Faithfull ist, die Maggie, die wichsende Witwe (so nennt sie sich selbst) mit so hinreißendem Tiefgang spielt, heißt dieser Film „Irina Palm“ und verheißt richtig gute Unterhaltung. Anrührend aber nicht rührselig wird das Bild einer englischen, kleinbürgerlichen Mittfünfzigerin gezeichnet, die anfangs noch mit Minderwertigkeitsgefühlen behaftet im Verlauf des Films immer mehr zur routinierten und begehrten Handarbeiterin am „Glory Hole“ avanciert, um ihrem todkranken Enkel eine teure Operation zu finanzieren. Als sie ihren moralinsauren Freundinnen schließlich reinen Wein einschenkt und über die Beschwerden mit dem wegen Überlastung entstandenen Penisarm berichtet, als ob sie über eine Verbrennung beim Hemdenbügeln spricht, ist das derart hinreißend und entwaffnend, dass man sein breites Grinsen für den Rest des Films nicht mehr ablegen kann.
„Irina Palm“ ist ein wunderbar warmer Film um eine Emanzipation und das Finden der Liebe in einem harten Milieu, der aber dank Marianne Faithfull nie schlüpfrig oder peinlich wird und den ihr unbedingt bei nächster Gelegenheit anschauen müsst! Unbedingt!

Gleich danach stand gestern „Death Proof“ auf der Wiedergabeliste. Darüber muss ich nichts sagen, denn Tarantino mag man oder nicht. Ich gehöre zur ersteren Gruppe, wenn auch „Kill Bill“ oder „From Dusk Till Dawn“ für mein Empfinden liebevoller gearbeitet waren, wenn man bei einem Tarantino von „liebevoll“ überhaupt sprechen kann, meine ich.
Leider geht mir seit gestern Abend das „Twisted Nerve“, das Elle Driver auf dem Weg zu Kiddos Krankenzimmer zwitschert, nicht mehr aus dem Kopf. Den ganzen Tag schon pfeife ich das Liedchen vor mich hin und der MamS droht bereits, ganz Tarantino-like, mir alsbald den Mund zuzutackern und mich danach im Main zu versenken.

Euch eine filmreife Nacht wünscht
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Sleepy Horror

Ja, verdammt, ich weiß es doch: Auch wenn ich jetzt alle möglichen und unmöglichen Verehrer der vermeintlich engelsgleichen Mogga bis ins Mark enttäuschen dürfte, ich gebe es zu: Ich schnarche – und das nicht zu knapp. Auch wenn ich selbst das mit hübschem Regelmaß und vehement dementiere – mit eigenen Ohren habe mein vermeintlich ruhestörendes Verhalten ja noch nie gehört – der MamS würde mich kaum aus Jux und Dollerei mitten in der Nacht treten und rütteln und schubsen, weil ich ihm den Schlaf raube.
Nun ist es nicht so, dass er nicht auch schnarcht, nur kommt mir hier zugute, dass wir höchst unterschiedliche Schlafrhythmen haben: Er steigt schon spätestens um 23.00 Uhr mit den Hühnern ins Bett und ich folge frühestens gegen 1.00 Uhr nach, so dass er mit seinem Röchelpensum in der Regel schon durch ist, während ich eher ein Sunrise-Schnarcher bin, der erst gegen 4.00 Uhr früh seinen Sägezenit erreicht. Um diese Zeit ist der MamS schon wieder in den Startlöchern für den neuen Tag und entsprechend empfänglich ist er für allerlei Reize, auch für die akustischen. Außerdem ist meine Toleranzschwelle ungleich höher: Wenn der MamS lauthals schnorchelt, boxe ich ihm heftig in die Seite; in der nachfolgenden zwei- bis dreiminütigen Pause bin ich schon wieder eingeschlafen und würde nicht einmal wach, wenn man mich mit den Füßen voran aus dem Bett zerrte.
Wer nun weiß, dass der MamS im zarten Alter von 12 Jahren auf einer Urlaubsreise mit seinen Eltern den eigenen Vater ob seiner nächtlichen Sägerei beinahe mit dem Kopfkissen erstickt hätte kann sich vorstellen, dass ich in der Finsternis nicht ungefährlich lebe und noch zufrieden sein kann, nur mit Tritten oder Schubsern bedacht anstatt heimtückisch gemeuchelt zu werden.

Ich bin nicht sicher, ob die Sache besser wäre, wenn wir zeitgleich ins Bett gehen würden und habe auch gar keine Lust, meinen Nachteulenstatus wegen seiner Schnarcherhassermentalität aufzugeben und weil seine Duldsamkeit meine nächtlichen Lebensäußerungen betreffend derart zu wünschen übrig lässt, ziehe ich in der Nacht immer häufiger um in Dixies Bett, die in den Feriennächten ohnehin fast nie daheim schläft.
Weil er seine Angetraute also regelmäßig aus dem Ehebett vergrault, plagt den MamS stets ein etwas schlechtes Gewissen, was er mit morgendlichen Koffeinlieferungen an mein Exilantenbett zu kompensieren versucht, die ich generös-huldvoll annehme.

Klar ist, dass ich seinen Schlaf sabotiere. Klar ist aber auch, dass ich das nicht absichtlich tue. Operative Eingriffe und liebestötende Nasenklemmen allerdings lehne ich ebenso ab wie ins Schlafgewand eingenähte Tennisbälle, um die von mir bevorzugte Rückenlage zu vermeiden. Über kurz oder lang werden wohl nur getrennte Schlafzimmer dauerhaft Harmonie an die eheliche Schlummerfront bringen. Weil Dixie uns noch nicht so bald durch einen Auszug mit einem freien Zimmer beglücken dürfte, werde ich noch einige Jahre wie eine nächtliche Nomadin auf der Suche nach einer freien Schlafstatt durch die Räume wandeln und auf baldige Altersschwerhörigkeit des MamS hoffen oder auf dauerhafte Flaute für meine abgelascht-flatternden Gaumensegel.
Aber frischen Kaffee an den outgesourcten Schlafplatz geliefert zu bekommen – das hat schon auch was …

Euch eine stille Nacht wünscht
moggadodde

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Jingle off!

In einem leichten, vorweihnachtlichen Koller habe ich den Klingelton unserer Telefone in ein beschwingt schellendes „Jingle Bells“ gewechselt. Nun, da die einschlägige Zeit vorbei ist, wollte ich wieder ein sachliches Signal installieren, aber beide (!) Mobilteile verweigern den Befehl. Bei einem eingehenden Anruf läutet es ca. eine Sekunde mit dem neu gewünschten Ton und dann setzt sofort das fröhliche „Jingle Bells“ wieder ein! Alles andere lässt sich problemlos variieren: Hintergründe, interne Klingeltöne, Basiseinstellungen, nur dieser verdammte, externe Rufton klebt an den Geräten wie stinkender Teer und scheinen mich für meine ansonsten mangelnde Weihnachtsbesinnlichkeit bestrafen zu wollen.
Im Handbuch fand ich wenigstens eine Hotline für 12 ct in der Minute und die semifreundliche Frau Winter (!) von der Rufbereitschaft hatte nur den Rat, die Stromversorgung für 2 Stündchen zu kappen, um das Gerät zurückzusetzen.

Ich habe also eben den Stecker gezogen und harre der Dinge. Fand ich den Sound um die Weihnachtszeit noch totaaaal witzig, so ist das „Jingle Bells“-Geläute kurz vor Silvester nur noch affig.
In das Zurücksetzen des Telefons setze ich die Hoffnung, morgen nicht mit dem Gerät beim Verkäufer aufschlagen zu müssen und mir bei der Reklamation „Herr, die Not ist groß! Die Geister, die ich rief, werd‘ ich nun nicht mehr los!“ „Der Weihnachtsklingelton lässt sich nicht mehr ausschalten! Ich hätte gerne einen Umtausch!“ wie eine komplette Idiotin vorzukommen.

Euch einen funktionierenden Abend wünscht
moggadodde

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