UN-Rat

Das ist ja praktisch für die Chinesen! Von den 47 aktuellen Mitgliedsstaaten im UN-Menschenrechtsrat kann die Handvoll der westlichen Länder keine Mehrheit bilden. Der asiatisch-afrikanische Klüngel mit für ihr humanes Handeln so bekannte Nationen wie beispielsweise Nigeria, Algerien oder auch Kuba hält sich gegenseitig die Stange und so soll ein leider ungenannter Diplomat eines leider ungenannten EU-Landes erklärt haben, dass wegen dieser Übermacht im Rat auf einen Antrag mit dem Ziel, die Pekinesen offiziell zu rügen, verzichtet wurde, was sich in meinen Ohren wie eine Bankrotterklärung anhört. So hat sich nur Slowenien namens der EU-Präsidentschaft ein bisschen entrüstet und auch die Amis, die sich bei Gründung des Rates wohlweislich nicht zur Wahl stellten empörten sich, wobei ich allerdings der Ansicht bin, dass ein Land, das Hinrichtungen in seinem Strafkatalog hat, diesbezüglich ganz hübsch die Klappe halten sollte.

Ich mag mich irren, aber wozu ist ein Menschenrechtsrat denn da, wenn nicht wenigstens zum Rüffeln, Beobachten oder gar Beharren auf Einhaltung der Menschenrechte ohne krampfhaft darauf zu schielen, ob der Übeltäter, der zudem noch Ratsmitglied ist, nicht doch zu wichtig ist für die Weltwirtschaft? Vom Schwingen enthusiastischer Brandreden ist zwar noch kein einziger Fall von Folter oder Unterdrückung verhindert worden und wenn ich auch sicher bin, dass der cäsarische Chinese sich einen feuchten Furz um die Meinung dieses Gremiums schert, hätte ein Statement, verbunden mit der dringenden Aufforderung, im Tibet den Ball doch mal ein wenig flach zu halten, dem opportunistischen und zahnlosen Tiger Menschenrechtsrat ganz gut zu Gesicht gestanden. Vielleicht bin ich naiv, aber in Franken sagt man dazu so was wie: „Wo mer frisst, scheisst mer net hin“.

So lautet denn auch (nach langer Zeit mal wieder) das

Fremdwort des Tages

(die) Koterie,

was ursprünglich aus dem Französischen stammt, soviel bedeutet wie Clique oder auch Vetternwirtschaft und sich einfach nur viel beschissener unfeiner anhört aber nach meiner sowieso unerheblichen Meinung zu diesem Thema passt wie Arsch auf Eimer.

Euch eine weise Nacht wünscht
moggadodde

Flattr this!

Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

4 commenti su “UN-Rat

  1. Georg sagt:

    Oh, Mogga, ganz toller Eintrag.
    Aktuell zur Zeit, klar, und doch selbes Thema über Israel funktioniert in diese Weise seit zig Jahren – niemand hat sich großartig beschwert.

    Nein, bevor wir in unnütze Diskussionen geraten, gebe ich dir recht, dass ein entscheidender Faktor der UNO (eigentlich ja „moralische“ Weltregierung) bereits seit zig Jahren im Arsch ist.
    Ein Veto – und alles ist Makulatur. Was soll das?

    Dennoch ist die Idee, wie ich finde, einer UNO nicht schlecht. Sie müsste halt nur was die Vetorechte betrifft renoviert werden. Und nicht wenige in der Welt versuchen gerade dies. Man sollte sie unterstützen.

    Du hast recht, gerade China führt zur Zeit nicht nur die UNO, sondern die Weltgemeinschaft vor. Das ist ehrlich untragbar. Und doch ist die Vorsicht in diesem Zusammenhang gegeben, denn genau aus solchen Dissonazen entstand der Erste Weltkrieg.

    Schwierig, schwierig, schwierig, wer da nach einfachen Lösungen und Parolen ruft ist… schlicht nicht ernst zu nehmen. Hoffentlich ist das auch in der Politik so.

    Schlimme Zeit, Hoffnung bleibt.

    [Antwort]

  2. moggadodde sagt:

    @ Georg: Natürlich muss es eine Institution wie die UNO und hier gerade diese Kommission geben, die ein Auge auf die Schurkenstaaten der Welt wirft. Trotzdem hätte ich mir wenigstens eine UN-mutsäußerung dieser Stelle dazu gewünscht. Diplomatie ist eine Sache, aber einen Kotau hat die Weltgemeinschaft auch angesichts der wirtschaftlich wichtigen Potenzials da drüben wirklich nicht nötig, finde ich und auch, dass sich das Reich der Mitte momentan ein bisschen viel erlaubt.
    Die Olympiade in China, die WM in Südafrika, ich bin gespannt darauf. Sport sollte zwar verbinden, aber ich glaube nicht, dass die Verantwortlichen bei der Vergabe dieser beiden Veranstaltungen ein glückliches Händchen hatten. Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens.

    [Antwort]

  3. Georg sagt:

    Tun wir doch mal Butter bei die Fische und sagen, woran es liegt, dass die UN nicht reagiert: Geld! So viele verdienen sich dumm und dusslig an und mit China, diese Geschäfte wegen ein paar rote Lumpen tragenden Mönche durch die edleren Lappen gehen zu lassen, wo kämen wir denn dahin.

    Schlimm aber glasklar in der Konsequenz der immerselben Logik.

    [Antwort]

  4. moggadodde sagt:

    @ Georg: Du sprichst ein wahres Wort gelassen aus … (Himmel, wer hat das nur gesagt? Jetzt muss ich wieder die ganze Nacht DARÜBER nachdenken … Mist!)

    [Antwort]

Kommentar verfassen