Pleiten, Pech und Pannen

Die ersten Tage nach dem Urlaub haben meine Beine ganz gut durchgehalten. Zwar lag ich am Abend flach wie ein erschossener Hase, aber es hat ja auch niemand behauptet, dass Arbeit ein Zuckerschlecken ist.
Die Behandlung beginnt zu wirken, wenn auch der Begriff „Krankengymnastik“ äußerst irre führend ist. Bisher unbeleckt von derartigen Heilmethoden stellte ich mir eine Mischung aus Seniorenmobilisierung und rhythmischem Ringelpietz vor. Tatsächlich ist es allerdings noch viel weniger. Die Behandlung besteht in erster Linie aus Kneten, Ziehen und Drücken der betroffenen Regionen, sämtliche im Liegen ausgeführt und teilweise auch ein wenig schmerzhaft. Unterstützend könnte wirken, dass mein Physiotherapeut die bei weitem stechendsten Augen hat, derer ich bisher ansichtig werden durfte. So blau wie polierter Stahl und so durchdringend wie Röntgenstrahlen und sogar ein klein wenig unangenehm ist sein Blick, fast ein bisschen hypnotisch, so dass ich froh bin, mein Gesicht meist zur Decke wenden zu können, während er am anderen Ende herumdrückt. Allerdings scheinen seine Akupunktur-Augen auch das Muskelgewebe in meinem Bein zu beeindrucken, auf ebenem Geläuf kann ich jetzt nämlich schon fast wieder ohne Humpelei gehen. Bei Nachfragen des Unfallhergangs erzähle ich jetzt übrigens immer etwas von einer Sportverletzung, weil „Ich bin die Treppe heruntergefallen“ sich doch ein bisschen nach extremer Blödheit anhört.

Apropos Blödheit: Fast schon ein alter Hut ist der peinlich-teure Faux-Pas der Berliner Bandengruppe „Kompetenzzentrum für Weichbirnen“, kurz „KfW“, die mal eben per automatischer Überweisung 350.000.000 fremde € verschürt, weil ein paar unfähige Grützbirnen Montagfrüh anscheinend lieber noch eine Nummer schieben ihren Hintern nicht aus dem Bett kriegen. In Franken kommentiert man so etwas mit dem kernigen aber zutreffenden „Die sind zu blöd zum Scheißen“, was den Vorfall ziemlich treffend umschreibt, finde ich.

Ach, und weil ich gerade beim Stoffwechsel bin: Ungemein amüsiert hat mich heute die Aktion eines hiesigen Bäckerbetriebs, der für seine neueste Création eine Namensfindungsaktion ausgerufen hat. Neben so einfallsreichen Ideen wie „Dicke Lippe“, „Morgenfreund“ und „Glückszapfen“ hat nun das fürchterliche Wort „Meisterzipf“ das Rennen gemacht, was als Bezeichnung für ein handgeknetetes Brötchen möglicherweise ein wenig zweideutig sein dürfte. Ich jedenfalls werde den Teufel tun und beim Müllerbäck mit rotem Kopf einen „Meisterzipf“ bestellen, weil das in etwa so ist, als würde ich mich im Kaufhof über drei Regalreihen hinweg bei der Verkäuferin lautstark über den Lagerort des neuesten Vibrators erkundigen. Also bitte!

Euch einen merkwürdigen Tag wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

7 commenti su “Pleiten, Pech und Pannen

  1. Ekke sagt:

    Vibrator? Meisterzipf?
    Wo ist da der Unterschied? 😉

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  2. moggadodde sagt:

    @ Ekke: Eben! Aber dass sowas in einer Bäckerei verkauft wird, war mir neu … 😉

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  3. Ekke sagt:

    Die Welt dreht sich eben weiter … 😉

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  4. moggadodde sagt:

    @ Ekke: … und immer schneller, finde ich 😉

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  5. Bianca sagt:

    *lach* ja, selbst die Bäckereien müssen mit super Wortschöpfungen auf Kundenfang gehen….
    Aber Meisterzipf ist nun wirklich etwas zweideutig. Ich würde gern mal die Kundin sehen, die das bestellt 😉

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  6. moggadodde sagt:

    @ Bianca: Ich bin diese Kundin jedenfalls ganz sicher nicht … 😉

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  7. biffo sagt:

    Meisterzipf – mein Gott

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