Kürbis-Konserve

Eigentlich war das ja klar: Der gute Paul kommt krank zur Arbeit, verstreut seine Bazillen überall in den Katakomben und ich stecke mich an. Die 15stündige Bettlägerigkeit hat allerdings bereits gut getan, immerhin bleibt der Kaffee inzwischen innerhalb meiner Eingeweide und ich meine Stimme habe ich auch wieder gefunden, irgendwo zwischen dem vierten und achten wirren Traum.

Nicht geträumt habe ich allerdings das Komitee heute früh um halb 7, als der MamS mit den Kindern in der Schlafzimmertür ein dreistimmiges „Wir wünschen Gute Besserung“ intonierte, bevor sie sich auf den Weg zu Arbeit und Schule machten und stelle fest: Ich bin eindeutig zu selten krank.

Weil mir, geschwächt wie ich bin, partout nichts Gescheites einfallen will, verweise ich ganz frech auf meine Halloween-Konserve vom letzten Jahr. Im Fernsehen gibt’s ja auch dauernd Wiederholungen.

Euch einen gesunden Tag wünscht
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Torgan

Blöd, dass der offizielle Bundesliga-Bundesliga-Ticker keinen akustischen Toralarm hat, bzw. ich den zwischen Bügelbrett und Pushing Daisies gerade nicht finde.
Gut, dass der Nachbar eine so laute Stimme hat, dass ich den auch gar nicht brauche.

Euch eine sportliche Nacht wünscht
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THINK !

Mit der Zeitumstellung habe ich persönlich ja weder im Frühjahr noch im Herbst irgendwelche Probleme. Dass ich die ganze Uhrenverstellerei so nützlich finde wie einen Pickel am Po interessiert sowieso niemanden. Noch finde ich es aber sogar ganz hübsch, den späten Nachmittag im Schein von Kerzen und Kunstlicht zu verbringen, aber dieses heimelige Gefühl wird sich bald, etwa in vier Wochen denke ich, verabschieden und dann werde ich den Winter verfluchen, den Frühling herbeisehnen, mich aus lauter Verzweiflung mit Todesverachtung und unter Negierung sämtlicher Krebswarnungen bis zum Anschlag unter der Röhrensonne parken. Wenigstens meine Depressionsaktien verzeichnen spätestens Anfang November nämlich einen rasanten Aufschwung.
Immerhin war ich in diesem Jahr so faul clever und fuhr den Sommer über mit Winterbereifung. So habe ich mir lästige Wartezeit in einer nach Gummi stinkenden, überhitzten Werkstatt plus die entsprechenden Kosten ganz einfach gespart.

Bevor ich mich wieder mit zugegebenermaßen gänzlich unerotischen Stricksocken unter die Kuscheldecke zurückziehe und dort aller Voraussicht nach einnicken werde, habe ich für euch eine neue Kopfnuss im Angebot:

Welches unerfreuliche Wort ergibt sich, wenn sich neben einem Tierprodukt ein Durchgang befindet?

Na? Irgendwelche Ideen?
Sachdienliche Hinweise bitte ich jedenfalls nicht vor

morgen, 20.00 Uhr

abzugeben. Ich überlege nämlich ernsthaft, morgen kurz vor Wintereinbruch noch einmal die Fenster zu putzen und sämtliche ein oder zwei Vorhänge der Wäsche anheim zu geben. Mal sehen, ob ich mich dazu aufraffen kann.

Hautnei!
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Gourmet-Rallye in Ochsenfurt

Gemeinhin gehen mir Rallyes jeder Art, und hier ganz besonders die Motorsportlichen, am Allerwertesten vorbei. Wenn eine Rallye allerdings mit leiblichen Genüssen kombiniert wird, sieht die Sache anders aus. Bei einer Veranstaltung mit dem verlockenden Namen „Gourmet-Rallye“ wäre ich wirklich die Letzte, die nicht an Bord wäre!
Im altehrwürdigen Rathaussaal in der pittoresken Altstadt von Ochsenfurt wurden wir am späten Nachmittag zunächst mit rustikalen Häppchen, Sekt und einer kleinen Ansprache des Bürgermeisters für die mehrstündige Tour einem ersten, kleinen Doping unterzogen und folgten nun unserem Guide Andrea mehr als willig, um Näheres über die wirklich spektakuläre Fassade des Rathauses zu erfahren wo, nur als Beispiel, zu jeder vollen Stunde ein Gerippe mit Stundenglas und Stichwaffe wackelnd an die Endlichkeit des schnöden Lebens gemahnt.

Insgesamt erinnerte mich die Fassade mit all den gruseligen und bewegten Gimmicks an die Frontseite einer mittelalterlichen Geisterbahn.

Nach diesem Auftakt nahmen wir im Gasthof Anker die Vorspeise ein, ein sämiges Kastaniensüppchen mit karamellisierten Nüssen, unter den Augen der zuckersüßen und in Deutschland einmaligen Zuckerfee. Weil unsere Führerin Andrea eine Zeitreisende war, konnte sie uns in wirklich unnachahmlich fränkisch-liebreizender Manier (das schließt sich entgegen der Behauptung böser Zungen nicht gegenseitig aus) aus erster Hand mit Informationen nicht nur über die Stadtmauer versorgen, die wir jetzt in Dunkelheit und abendlicher Kühle abschritten. Danach bestiegen wir die Nixe, was in diesem Zusammenhang nicht unanständig sondern praktisch ist, denn die Nixe ist ein Fährschiff.

Auf der anderen Mainseite wurden wir mit Küstennebel Meekuhmilch versorgt und wieder zurückgeschifft (sagt man sicher nicht so, hört sich aber witzig an) und nahmen nach einem weiteren, kleinen Marsch im Hotel Zum Schmied den zweiten Gang, Wildschweinroulade mit Brezenknödeln und Wirsinggemüse. Kaum aufgefuttert, hetzte uns Andrea schon wieder auf die Piste, schließlich wartete noch der Nachtisch und vorher wollten schließlich noch einige Ochsenfurter Anekdoten an den Gast gebracht werden! Für das Dessert, ein Pralinenparfait an mariniertem Orangensalat, fielen wir im Gasthof zum Bären ein. Gut, dass mein dortiger Sitznachbar seine infernalisch stinkenden Fürze erst beim Espresso absonderte! Andrea machte dankenswerterweise schon wieder Druck und wir konnten schnell aufbrechen, denn jetzt warteten in der Altstadt zwei feurige Typen auf uns.

Das mit dem Feuerspucken ist ja eine ziemlich eindrucksvolle Show. Meterhohe Flammen verlassen die Münder waghalsiger Männer, aber das Bunkern feuergefährlicher Flüssigkeiten in der Mundhöhle kann doch nicht gesund sein und allein beim Zuschauen, wie lässig die zwei das gefährliche Zeug in sich hineinkippten, wurde uns, gelinde gesagt, blümerant zumute!

Tatsächlich ist das Feuerspucken nämlich noch gefährlicher, als wir ohnehin schon annahmen: Gereinigtes Petroleum bildet in den meisten Fällen das Brandmittel der Wahl und eine Allergie gegen das Zeug ist wohl noch das kleinste, in Betracht kommende Übel. Um weitere Betriebsrisiken wie Lungenentzündungen, Vergiftungen und Verbrennungen in Kauf zu nehmen ist wohl mehr nötig als Freude an spektakulären Darbietungen, Applaus und ein bisschen Gage. Um sich freiwillig als Feuerspucker zu verdingen, gehört meiner Meinung nach ein gehöriges Maß an Begeisterung im Umgang mit brandgefährlichen Stoffen an den Start, gespickt mit einem gehörigen Quäntchen Wahnsinn. Beeindruckt waren wir alle natürlich trotzdem.

Wer nun glaubt, die Gourmet-Rallye durch Ochsenfurt wäre jetzt schon zu Ende gewesen, hat sich böse geschnitten. Andrea erklärte uns jetzt noch recht anschaulich, wozu der damals häufig frequentierte Pranger gebraucht wurde. Allein schon das Tragen von standesfremder Kleidung, zu langen Haaren oder ein bisschen üble Nachrede und schwupps, stand der Ochsenfurter am Pranger in luftiger Höh! Ich meine, ich fände einen Pranger auch heute oft keine üble Idee, aber der Pranger mit einem derart riesigen Fassungsvermögen müsste wohl erst noch erfunden werden.

Jetzt, um Mitternacht, führte uns Andrea noch ins Bürgerhaus, wo Schmalzbrote und Kümmeli gereicht wurden, eine kleine Verlosung stattfand, das „Dinner for one“ live aufgeführt wurde und endlich allen Sponsoren, Gästen, teilnehmenden Wirten und Gott und der Welt gedankt wurde. Apropos Gott: Gott, war ich jetzt erledigt!

Die Ochsenfurter Gourmet-Rallye war eine bestens organisierte, leckere, lustige und hilfreiche Sache, denn durch unseren Ticketkauf werden der Stadtbücherei die längst überfälligen Computer finanziert.
Spenden und Spachteln – an diese Kombination könnte ich mich gewöhnen!

Euch einen schmackhaften Abend wünscht
moggadodde

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Gossip Galore

Die erste Nachricht heute aus dem Wecker war die des sizilianischen Jackpot-Knackers, der sich über sagenhafte 100.000.000,00 Euro freut und sich mit Recht ab sofort zu Recht „steinreich“ nennen darf.
Frau Heidenreich dagegen ist ja ziemlich arm dran. Sicher hätte sie nochmal drüber schlafen sollen, bevor sie das Jauchefass über ihren Brötchengeber auskippt. „Da wo mer sitzt, scheißt mer net“ heißt das Sprichwort und während Herrn Reich-Ranicki inzwischen der Senilenbonus Rentnerrabatt zugute gehalten wird (in der Aussprache mit Gottschalk war er ja fast zu bedauern, so arm an Argumenten und reich an pauschalen Beschimpfungen musste er sich über die halbe Stunde retten), hat sich Frau Heidenreich mit ihrer saudummen Nachtrete quasi selbst entlassen, was mich persönlich nicht stört. Ich lese lieber Bücher, als über Bücher fern zu sehen und all den offenbar unheimlich elitären Leuten, die sich in den Leserzuschriften nach Heidenreichs Abschuss echauffieren und trotzig bekennen, jetzt überhaupt nicht mehr fernsehen zu wollen rufe ich zu: Na und? Wen kratzt das?

Die anderen Loser der Woche kommen auch aus der Unterhaltungsbranche und heißen Frings und Ballack. Dass sich Herr Frings in seinem Alter nicht mehr im ersten Glied befindet, fällt ihm offenbar genauso schwer zu akzeptieren wie dem Herrn Kapitän, der in den Medien über die Jogimethoden mault, anstatt mit ihm selbst. Deshalb muss Mecker-Michael jetzt in die Höhle des Löw gehen und einen Anpfiff abholen, völlig zu Recht, wie ich finde; ich petze ja auch nicht bei der Main-Post, wenn ich mich über den Katakomben-Kapo geärgert habe. Kinderkram, das!

Dixie hat in Monte-Carlo übrigens ganz überraschend Frau und Herrn Madonna getroffen und geistesgegenwärtig auf den Auslöser gedrückt:

Madonna and her husband Ritchie, who shits upon her head so bitchy

Madonna and her husband Ritchie, who shits upon her head so bitchy

Dieses kleine Poem widme ich dem ehemaligen Ehepaar in Erwartung eines interessanten widerlichen Rosenkriegs.
In dieser Personalie ist ja sicher noch jede Menge dreckiger Wäsche im Keller. Über den angeblichen Guy Ritchie-Ausspruch: „Sex mit Madonna ist wie Kuscheln mit einem Knorpel“ war ich gestern jedenfalls mehr als very amused. Wenigstens muss sich Frau Madonna am Flughafen nicht nacktscannen lassen. Bei ihr kann man ja auch so bis auf die Knochen gucken.

Euch einen unterhaltsamen Tag wünscht
moggadodde

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