Was ich träume, wenn ich zuviel gegessen habe

Als ich in meinem Traum heute früh im kostenlosen Werbe-Wochenheft blätterte, stieß ich auf die Annonce einer Anwaltskanzlei.
Die komplette Belegschaft posierte unter einem üppig und in wunderhübschem Weiß blühenden Magnolienbaum im Würzburger Hofgarten. Rund um einen offenen Sarg, in dem der bereits vor einem knappen Jahr verblichene Kanzleigründer mit grauem Antlitz und gefalteten Händen ruhte, hatte sich die etwa zehn Anwälte zählende Gruppe postiert.

Der schwarzglänzende Kasten war am entfernteren Ende erhöht, so dass der Betrachter leichter in den Sarg schauen konnte. Die Anwälte saßen in der Hocke oder bückten sich und deuteten freundlich lachend auf den exhumierten Ex-Advokaten im immer noch feinen Zwirn als wollten sie sagen:
„Guckt her! Das ist unser Gründervater, der Mann, dem wir den Erfolg unserer überaus erfolgreichen und überregional operierenden Kanzlei zu verdanken haben. Wir verehren ihn so sehr, dass wir ihn nochmal ausbuddeln lassen, damit wir unsere Dankbarkeit werbewirksam im Anzeigenblättle inszenieren können! Schaut, der Kerl ist noch kein bisschen verwest und das nach einem knappen Jahr! Die Arbeit, die wir für Sie leisten, ist genauso unvergänglich wie er!“

Einzig die schwarz gekleidete Witwe des Mannes schaute nicht in die Kamera, sondern ungläubig ihrem toten Mann ins Gesicht.

Es gibt ja nun mehrere Möglichkeiten, wie man diesen Traum deuten kann.

1. Jemand stirbt (und wird danach durch den Kakao gezogen).
2. Ich habe endlich endgültig mit meiner alten Kanzlei abgeschlossen (eher unwahrscheinlich).
3. Dixie kann ihren Berufswunsch begraben (Zeugnistag!).

Am besten gefällt mir aber die letzte Interpretationsmöglichkeit, weil mir dieser Winter so unsagbar zum Hals heraushängt:

4. Die Magnolien blühen – es wird Frühling.

Euch einen warmen Tag wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

4 commenti su “Was ich träume, wenn ich zuviel gegessen habe

  1. Erstaunlich! Was muss man denn Essen, um danach derlei Träume zu haben? Hätte ich nämlich auch gerne mal.

    [Antwort]

    moggadodde antwortet am Februar 13th, 2009 um 12:31:

    Dreieinhalb Drei Knödel mit Schwammerlbrei und sonst nix. Wenn ich mal abtrete, will ich inmitten vieler weicher, dampfender, samtigglänzender Knödel bestattet werden, damit der Spruch „da könnt‘ ich mich neileeech“ (hineinlegen) endlich Wahrheit wird. Ich sterbe für Knödel.

    [Antwort]

  2. hm, Mogga, du legst die Betonung auf die Knödel…
    Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass mit den Schwammerln irgendwas war. Wer weiss, was in fränkischen Wäldern da so geheimnisvolles, traumfördendes gedeiht!

    [Antwort]

    moggadodde antwortet am Februar 13th, 2009 um 16:48:

    Ach frater, wenn es das gäbe, glaube mir, wäre ich schon im Wald und würde mir eine Schubkarre voll ernten. Habe ich erwähnt, dass es heute Zeugnisse gab? Soviel Magic Mushrooms wie es bräuchte um das zu vergessen, gibt es in der ganzen Gegend nicht …

    [Antwort]

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