Klar wie Kloßbrüh‘

„Das Zeug würden nicht einmal die Flüchtlinge vor Lampedusa essen“, sagt er und spuckt den angekauten Bissen wieder auf den Teller. Sie schaut ihn an und pflichtet ihm uneingeschränkt bei. Sie erwähnt aber auch, dass sie diesen Bioschrott auf sein ausdrückliches Geheiß gekauft hat und versäumt nicht zu bemerken, dass sie ja schon gestern gesagt hat, dass man etwas, das sich „Bio-Vollkorn-Bratlinge“ nennt, in einer Fleischfresser-Familie allerhöchstens dann verzehren kann, wenn man es unter einem Berg von Curry-Ketchup versteckt.
Auch den Einwand, dass sie für diesen Mist extra 15 km zum nächsten Al Di zurückgelegt hat, kann sie sich nicht verkneifen. Und wenn er meint, er könnte ihr jetzt Vorhaltungen machen, weil die Pampe nicht mundet, sei er mal schön auf dem hölzernen Weg.
„Bei Rach könnt’ste deine Küche jetzt dicht machen.“, bemerkt er grinsend und ein kleines bisschen platzt ihr jetzt die Hutschnur, was sie aber gut verbergen kann. „Der Rach kocht, was die Leute wollen, der Gast ist schließlich König, oder etwa nicht? Und wenn die Leute biologische Kampfstoffe auf dem Teller wollen, kriegen sie das, genauso wie du heute deinen Bio-Vollkorn-Bratling-Pframpf bekommen hast, der schmeckt wie eingeschlafene Füße und eine Konsistenz hat wie ein bundesligakonformer Eishockey-Puck. Kann ich nix für, also beschwer‘ dich nicht!“, entgegnet sie spitz und beißt herzhaft und betont lässig in ein Stück luftgetrockneter Salami.
Manchmal hasst sie es, Recht zu behalten.

Die Erwartung, dass ein Vollkorn-Bratling-Fertiggericht auch nur annähernd schmeckt ist ja auch genauso paradox wie die Idee, jemanden wie den dusseligen Betonkopf Ahmadinedschad zu einer Anti-Rassismus-Konferenz einzuladen und zu erwarten, dass er einmal nicht wie üblich rumpöbelt. Insofern halte ich das Fernbleiben der Bundesregierung für konsequenter, als die nachträgliche Empörung, wenn der Typ sein Gift vor den erschienenen Delegierten erst verspritzt hat. Habt ihr Dödel etwa ernsthaft was anderes erwartet?

Ungenießbare Fertig-Vollkorn-Bratlinge kommen mir jedenfalls nicht mehr ins Haus. Und vielleicht wird dieser gefährliche, persische Wirrkopf endlich mal mit einem Maulkorb in den nächstbesten, schalldichten Zwinger gesperrt!
Etwas Schlechtes wird nämlich auch nicht dadurch besser, wenn man es immer und immer wieder auf den Tisch bringt! So! Ich habe fertig!

Euch einen genießbaren Abend wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

6 commenti su “Klar wie Kloßbrüh‘

  1. hühnerschreck sagt:

    Nu ja, Al Di ist für derlei Versuche auch nicht der optimale Anlaufort … Das klappt nur, wenn man schon an die seltsame Geschmacklichkeit gewöhnt ist. Und mal ehrlich: Diese Bratlings-Gagge ist für den menschlichen Verzehr einfach grundsätzlich nicht geeignet.
    Wenns schon die Alternativvariante zur echten Wurscht aus totem Tier (nicht totemtier, das ist immer arg holzig) sein soll, empfehlen sich eher so Sachen wie Tofu-Frankfurter. (Hier kann man die im Gl0bus im Bioregal finden …) Aber auch hier merkt der schweinefleischverwöhnte Gaumen den Unterschied. Ich selbst find die Dinger gar nicht schlecht – aber „de fustibus non disputandum“, ne? 😉 Auch die ein oder andere Tofu-Variante ist durchaus genießbar (also besser als nur essbar). Am besten testet sich sowas aber im Bio-Laden Eures Vertrauens, denn die kennen ihre Produkte und können auf geschmackliche Vorlieben der Kunden eingehen … Nur mal so als Idee.

    Ich wünsch Euch nen sonnogen und stressfreien Tag!

    Mme. Hü.

    [Antwort]

  2. hühnerschreck sagt:

    Uäääää … Kaufe ein großes „T“ und ein „d“ … Menno, da tarn ich mich schon mal als humanistisch gebildet, und dann wirds doch wieder nur Einbildung. Tsesss …
    *lachend ab *

    [Antwort]

    moggadodde antwortet am April 21st, 2009 um 21:23:

    Ach, ich will es mal nicht einreißen lassen, dass wir hier dauernd so gesundes Zeug futtern 😉
    Ich war in meinem Leben noch in keinem Reformhaus (heißt sowas heutzutage überhaupt noch so und wieso hieß es überhaupt so?) und biete hier Obst (weniger) und Gemüse (mehr) an, Salat sowieso. Da brauch ich nicht noch mehr gesunde Sachen, die im besten Fall nur halb so gut schmecken wie was „Richtiges“ 😀
    Au weia, es gibt auch Tofu-Frankfurter? Ich würde es wohl eher eine kastrierte Wurscht nennen …
    Über Geschmack kann man übrigens nicht streiten. Man hat ihn oder eben nicht 😉

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  3. markus sagt:

    stimme dir in allem zu, heidi. so was kann man zwar essen, muss man aber nicht. ich als fleischfressendes untier würde sowas niemalsnicht(mehr)verspeisen.

    [Antwort]

    moggadodde antwortet am April 21st, 2009 um 21:25:

    Ich probiere ja alles mal. Aber was ein Tofu-Bratling auf dem Grill verloren hat, will sich mir nicht erschließen, geschweige denn würde ich ihn tauschen wollen gegen ein schönes, dickes Lammfilet 😀

    [Antwort]

    hühnerschreck antwortet am April 22nd, 2009 um 12:47:

    😀 *full ack*

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