Nach unten offen – Die Mutter aller Sommerlöcher

Ich gebe es zu: Dass das Thema „Intimfrisur“ zur Zeit in aller Munde ist, geht mir kolossal gegen den Strich.
Nachdem mehrere, auch sonst als seriös betrachtete Blätter sich dieses Sommerloch-Füllers angenommen haben, springt jetzt natürlich ebenfalls und mit provinzüblicher Verspätung die hiesige Lokalzeitung auf den Zug auf.
Ehrlich gesagt, habe ich keinen dieser Artikel richtig gelesen. Ehrlich gesagt, interessiert es mich einen feuchten Schlonz, wie die Damen Beckham oder van Almsick ihre Muschi spazieren führen und ehrlich gesagt es ist mir auch völlig schnuppe, ob es hip ist, sich die olympischen Ringe, die sieben Zwerge oder das Matterhorn ins Geäst schnitzen zu lassen.
Und obwohl ich alles andere als prüde bin finde ich es mehr als unangebracht, dass mir aus Zeitungen, die nicht „Praline“ oder „St. Pauli-Nachrichten“ heißen, dauernd irgendwelche Bikinizonenaufklärer entgegen springen die meinen, die Bevölkerung über die Gestaltung des „Brazilian Cut“ oder die ansprechende Präsentation von Vulva oder Penis informieren zu müssen um überdies auch der letzten unrasierten Frau das Gefühl zu geben, ohne umfassenden Kahlschlag eine schmierige Bazillenschleuder zu sein!
Der von der Journaille momentan bis zum Erbrechen strapazierte Terminus „Intimfrisur“ enthält nicht umsonst das Teilwort „intim“, weil es verdammt nochmal niemanden was angeht, ob frau im Süden das Modell „brennender Busch“ oder „Sahelzone“ bevorzugt, weil das eben nur sie selbst und die Personen betrifft, die sich in diesen Regionen bewegen.
Diese Sau, die nach meinem Dafürhalten allein von der Rasierklingenmafia und von um Auflagensteigerung besorgte Journaille-Kanaillen durchs Dorf getrieben wird, könnte meinetwegen auf der Stelle geschlachtet werden. Abgeflämmt oder nicht.

Euch einen glatten Abend wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

10 commenti su “Nach unten offen – Die Mutter aller Sommerlöcher

  1. Billie sagt:

    Hallo Mogge,

    keine Sorge, morgen wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Das Thema hat sich bald erledigt. Aber interessant fand ich es schon, daß sich auch „Der Spiegel“ dieses Themas annahm. Schön auch, daß doch noch jemand diesen Ausdruck mit der Sau kennt. Ich dachte, daß ist was typisch schwäbisches. Einen schönen Abend wünscht Billie

    [Antwort]

    moggadodde antwortet am Juli 22nd, 2009 um 12:19:

    Ich würde auch meinen, dass der Schweinespruch nichts speziell Schwäbisches ist. Squalus‘ Liste füge ich hier noch Maultaschen und Porsche an. Ein alter Porsche wär‘ ein Traum!

    [Antwort]

  2. Squalus sagt:

    Liebste Bille, ich glaube, hier irrst du dich. Zwar habt ihr Schwaben der Welt so spannende Dinge wie den Verbrennungsmotor, Spätzle und Günther Oettinger beschert, aber die Geschichte mit der Sau ist IMHO hochdeutsches Kulturgut. Und Hochdeutsch könnt ihr im Ländle ja (auch nach eigener Marketing-Aussage) bekanntlich nicht. 😉

    Wenn’s schwäbisch wäre, dann hätte mogga wahrscheinlich folgende Zeile verbrochen: „Da wird wiedr oi Sau durch des Dorf gdriabe.“ (wahlweise auch noch mit angehängtem „g’habt g’het“ – weil ich „g’habt g’het“ cool finde) 😉

    BTW: Statt abflämmen könnte man das Vieh (bzw. den Intimbereich) auch mal brühen… (bekomme plötzlich wahnsinnigen Appetit auf Eisbein)

    [Antwort]

    moggadodde antwortet am Juli 22nd, 2009 um 12:23:

    Eisbein? Brühen? Du bist ja drauf! Da darf ich auch nicht nur ganz kurz darüber nachdenken. Über beides.

    [Antwort]

  3. Mephisto sagt:

    Kurzhaar ist auch ok. Wer hat schon gerne Haare im Mund 😉

    [Antwort]

    Bärbel antwortet am Juli 22nd, 2009 um 20:32:

    Boah, immer dieser Haar-im-Mund-Horror. Wat macht ihr da unten? Ganze Gegend abkauen? An den wirklich entscheidenden Stellen ist doch wohl keine Frau bewaldet.
    Der reinste High-School-Horror: „Iiiiiih, ein Schaaaaamhaaaaaar!!!“

    [Antwort]

    moggadodde antwortet am Juli 22nd, 2009 um 20:35:

    Das Getöse hat mich gestern kolossal gestört. Heute sind es schon wieder 10 andere Sachen, die mich stören. Aber bestimmt ist Wohlbefinden auch eine Frage der richtigen Technik 😉

    [Antwort]

    Mephisto antwortet am Juli 22nd, 2009 um 21:16:

    Pffft! 😉

    [Antwort]

  4. Horst sagt:

    Was isch zwische den Boin wirklich los beziehungsweise weg? Wie groß isch dr Oifluss dr Porno-Pordale im Inderned? Odr d Werbung dr Enthaarungsschdudios und dr Läde mid Laserabbarade? Und – man wagd s kaum z fragen: Gild Erwachsene jedzd vorbuberdärs Aussehe als sexy? Frage, d nedd endgüldich z kläre sind. Wie endschdehe überhaubd Schönheidsideale? Koir weiß s. Abr in Zeide dr Indimrasur komme Ding z Tag, d man vorhr nedd gsehe hedd und d vielleichd missfalle.

    [Antwort]

    moggadodde antwortet am Juli 22nd, 2009 um 20:40:

    Ui! Ein Hamburger Schwabe!?
    Die Frage, wie Schönheitsideale entstehen ist natürlich interessant. Ich bin mir sicher, dass die Medien bezahlt werden, diesen oder jenen Trend zu hypen. Müsstest mal in die BRAVO gucken, da findest du bei Dr. Sommer kein Härchen mehr! Kein Wunder, dass die alle durchdrehen.

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