Die Mutter aller Derbys

Nach der glücksfalltechnischen Saure-Gurken-Phase der letzten Wochen war es allerhöchste Zeit, dass mal wieder irgendwo ein Treffer rausspringt und weil es sich um Freikarten fürs Derby Würzburger Kickers gegen den WFV handelt, verlost vom bayrischen, politischen Platzhirschen mit dem Löwen hinterm „U“, ist zumindest der MamS hocherfreut.
Ohne den Satz im Kästchen auf dem Übersendungsschreiben,

Freie Karten

der diesem Gewinn aber schon wieder a weng a Gschmäckle nach dem Motto „Geb ich dir Karten, gibst du mir Stimme“ verleiht, hätte ich die Aktion noch besser gefunden. Eine einfache Aufforderung, überhaupt zu wählen, hätte es auch getan. Aber nun, der Gaul ist geschenkt und wer unbestechlich ist, werfe auf der Stelle den ersten Stein.
Wegen zweier Derbykarten lasse ich mich allerdings noch nicht in meiner Wahl-Wahl beeinflussen und auch wenn das schon ein netter Versuch ist: Für einen neuen Wäschetrockner wäre meine Ankreuzhand vielleicht eingeknickt.

Für „Derby“ gibt es kein ähnlich kurzes, deutsches Wort, aber der Ursprung des Begriffs geht auf einen seit dem Mittelalter stattfindenden, ballsportähnlichen Wettstreit im großbritannischen Ashbourne, Derbyshire zurück. Fast ohne nennenswerte Regel versuchen zwei Mannschaften, bestehend aus einer unüberblickbaren Anzahl von Menschen auf einem ungefähr 5 km langen „Spielfeld“ mit einer medizinballgroßen, korkgefüllten Kugel dreimal das gegnerische Tor, das aus einer Steinpyramide besteht, zu berühren. Die Spielzeit erstreckt sich auf 8 Stunden an jedem der beiden Spieltage bis spätestens 22 Uhr, wobei der Transport des Balls in Rucksäcken oder Fahrzeugen verboten und bei Spielausübung Mord sowie weitere, unnötige Gewalt verpönt sind. Das ganze sieht dann so aus

und was den Spaniern in Buñol ihre Tomatina, den Dänen in Roskilde ihr Nacktrennen und den Deutschen in München ihr Oktoberfest ist, bedeutet den Engländern in Ashbourne ihr Royal Shrovetide Football-Massenringelpietz mit Nachtreten. Bei aller Rivalität unter den beiden Stadtclubs wird es im Gegensatz zur echten Mutter aller Derbys am Freitag in Würzburg wohl richtig zahm zugehen.
Und nur, damit auch das klar ist: Ich bin selbstverständlich für den WFV, gar keine Frage!

Euch einen wählerischen Tag wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

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