Roll with it!

Was macht frau, wenn sie keine Lust hat, den tonnenschweren Sonnenschirm je nach Sonnenstrahlaufprallwinkel über die Terrasse zu wuchten? Genau. Sie kauft einen schicken, marmornen Schirmständer mit kleinen Rollen.

Und was macht frau, wenn sie keine Lust hat, den tonnenschweren Sonnenschirm je nach Sonnenstrahlaufprallwinkel über die Terrasse zu wuchten, aber auch gar keine Lust darauf hat, für einen bescheuerten Steinklotz mit kleinen Rollen dran knappe 70 Mücken auszugeben? Genau. Sie strengt ihr Hirn an.

Rollt, wackelt nicht und macht feinen Schatten. So muss das.

Euch einen strahlenden Tag wünscht
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Fastantique mais fantastique

„Boah, die sind ja alle ganz schön alt hier!“, war die Reaktion von SchwäSu. am Freitag, als wir das Colos-Saal im Herzen von Aschaffenburg enterten, um Paul Carrack ein bisschen bei der Arbeit zuzuschauen. Aber sie hatte schon Recht: Die anderen Besucher waren alle in unserem Alter.
Bevor der Meister selbst die Bühne enterte, würde Mr. Kieran Goss das Aufwärmprogramm bieten. Kieran wer? Nie gehört! Zugegeben, für die irische Songwriterszene hatte ich mich bislang auch eher weniger interessiert. Ein Mann, nur mit einer Gitarre im Anschlag, der in seiner Heimat Irland wohl musikalisch eine ziemlich große Nummer ist, hierzulande aber bestenfalls als Geheimtipp gilt, betrat die Bühne. Zwischen eingängigen Balladen, die er mit samtener Stimme vortrug, plauderte er munter drauflos (dank zweier Jahre als Straßenmusikant in Köln in sehr gutem Deutsch), erzählte zwischen den Stücken sehr sympathisch kleine Anekdoten und von seiner Kindheit inmitten von 14 Geschwistern.
Normalerweise bin ich ja eher Fan von deftigeren Klängen. An einem verregnetkalten Sonntagnachmittag, wenn ich es mir einem Kaffeetscherl und einer Packung Prinzenrolle ein paar Keksen auf dem Sofa bequem mache, darf es aber auch gerne mal was ganz Ruhiges sein und da dürfte Kieran Goss mit seiner angenehm sanften Stimme ein passender, musikalischer Couchgenosse sein. Sehr sympathisch, der Mann!

Ach, Paul Carrack kam dann ja auch noch. Routiniert und perfekt assistiert von seinen sieben Begleitern spulte er seinen Auftritt ab. Mr. Carrack scheint kein Freund großer Worte zu sein: Seine Begrüßung fiel relativ sparsam aus: Deutschland habe ja sein Spiel verloren, die Engländer seien aber auch nicht besser, haha, schön wieder hier zu sein. Die Darbietung war tadellos und fehlerfrei, professionell und konzentriert. Natürlich versteht es ein alter Hase wie Paul Carrack, das Publikum in Wallung zu bringen, natürlich sangen wir auch mit und natürlich war der Auftritt auch alles andere als schlecht. Vielleicht lag es aber noch erschwerend an der ununterbrochen getragenen Sonnenbrille und dem dadurch fehlenden Blickkontakt, dass zumindest bei mir der Funke nicht restlos überspringen wollte (Herr Carrack trug die Brille, nicht ich!).

Es zog mir zwar letztlich nicht die Wurst vom Brot, aber ich hatte schon unerquicklichere Abende. An gutem Musikhandwerk hat es jedenfalls nicht gemangelt, wenn auch die nächsten, musikalischen Liveeindrücke wieder ein bisschen mehr krawallige Tendenzen haben dürfen müssen.

Euch einen virtuosen Abend
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WMoney

Heute bei Rewe

musste ich mich nur einmal umdrehen und wurde von mit Kickerdesign verzierten Fressalien beinahe erschlagen.
Dass sich jeder mit dem Hype um die Fußball-WM seine Nase vergolden will, ist klar. Aber schon vor dem ersten Anpfiff geht mir das schwarz-weiß-rote Bombardement genauso auf die Eierstöcke, wie Nikoläuse im September: Da ist es doch genauso, schon Anfang Dezember ist jeder von Süßkram bis zur Halskrause abgefüllt.

Was ist überhaupt, wenn die Bundesjogis mit hängenden Köpfen gleich nach der Vorrunde den Heimflieger besteigen dürfen? Kauft dann noch jemand den Fußballkrempel? Dieser Schuss könnte durchaus ein Eigentor werden!
Immerhin, sollte das Turnier für die Deutschen ein Kurzes sein, besteht immerhin die Chance, dass die Leckereien Ende Juli für die Hälfte zu kriegen sind. Das ist mit den Nikoläusen ja nicht anders.

Euch eine schmackhafte Nacht wünscht
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Das Gesetz der Serie

Kaum ist man mal eine Woche nicht im Haus, beschließen diverse Haushaltsgeräte offenbar gerne mal den gemeinsamen Suizid.
Die Kaffeemaschine suppte zwar schon länger, stand aber heute vollends im ihr vorher zugeführten Saft. Dass die Bedienung eines elektrischen Geräts inmitten einer Wasserlache nicht sonderlich ratsam ist, weiß sogar eine Physikniete wie ich. Klar, die Konkurrenz aus der Schweiz kann auch Pulver verstoffwechseln, aber sie ist eher für unsere häufigen Koffeinquickies zuständig. Für ausgedehnte Frühstücke mag ich ganz old school den Aufgebrühten aus der Kanne.

Der nächste Kandidat ist unsere heiß geliebte Flohmarkt-Kienzle. Der fantasiebegabte MamS war der Meinung, sie wäre nicht mehr auf der Höhe der Zeit und verfiel auf die irre Idee, ihr eine neue Batterie zu verpassen, was sie ihm krumm nahm, das undankbare Ding, und gar nicht mehr tickte. Einfach so.

Das alles ist aber nur Kinderkacke pillepalle gegen den nächsten Ausfall: Die Diva, die Spülmaschine, die in einem 4-Personen-Haushalt fast so wichtig ist wie ein funktionierendes Klosett oder eine standhafte Internetleitung! Am Freitag vor dem Urlaub noch im widerspruchslosen Einsatz, beschloss die Kuh nämlich, einfach den Löffel abzugeben, was eine schöne Metapher ist, wie ich finde.
Vier Carnivoren unter einem Dach verursachen eine Menge dreckiges Geschirr, das es nun manuell zu reinigen gilt: Ein Scheißjob, wenn ihr mich fragt. Der MamS findet zwar nichts Schlimmes daran. In einem spülmaschinenlosen Haushalt aufgewachsen, erinnert ihn das Schrubben krustiger Töpfe an seine Jugend, die er mit ansteigendem Alter zunehmend glorifiziert, wie ich feststelle. Mit einem provokant-fröhlichen Pfeifen auf den Lippen spült er Teller um Teller, während wir anderen murrend lauwarme Ikea-Näpfe trocknen und die Technik verfluchen. Und weil Dixie und Hank befürchten, sie müssten nur ein Tässchen mehr in die Hand nehmen als das Geschwisterkind, sind Reibereien vorprogrammiert. Ein „Ruhe hier, oder ihr fliegt raus!“ wäre ja ziemlich blöd eher kontraproduktiv, weshalb „Klappe und Abtrocknen, aber zack!“ die bevorzugte Ansage ist. Ich und genervt? Ja, verdammt!

Ersatz für die Kaffeemaschine war schnell gefunden. Die Kienzle war nach zwei Stunden Fummelarbeit, Kontaktspray, viel Geduld und etwas Spucke wieder im Takt. Nebenbei habe ich dem MamS noch meinen ehernen Grundsatz „Never Chance A Running Systeme“ verklickert.
Und für die Diva habe ich den kobaltäugigigen Wunderheiler Tscha kontaktiert, der vielleicht irgendwann in diesem Jahr noch auftauchen dürfte. Immerhin wurde derselbe Fehler am 31.05.2007 schon einmal von ihm behoben (so ein Blog-Archiv ist schon klasse), die neue Pumpe hat aber nicht so lange gehalten, wie gehofft. No-Name-Kassenpatient, halt. What would Dr. House say?
Feindselige Heimelige Familiengespräche am gebürsteten Edelstahlspülbecken werden angesichts der Wartezeit beim Spülmaschinendoktor Tscha in der nächsten Zeit so wohl noch öfter stattfinden müssen. Jemand hat mal gesagt, ich wäre Meisterin im mentalen Positivismus. Das ist schön gesagt. Ich nenne es aber immer noch lieber Galgenhumor. Da bin ich so old school wie beim Pulverkaffee.

Euch eine prilschäumende Nacht wünscht
moggadodde

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