Totally Tito?

Gerade mal flugs auf die Tarantelwebsite geguckt und erschrocken: „New Show“ steht da. Ähm. Lieber Herr Larriva: Die letzten Shows waren gut, so wie sie waren. Sie waren sogar sehr gut. Das ist wie bei der Rocky Horror Picture Show. Oder beim Krippenspiel! Da darf man doch nicht einfach an der Setlist am Ablauf was ändern! Jetzt bin ich ein bisschen besorgt … und gespannt!

Einen aufgeregten Tag wünscht
moggadodde

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Renoviertagebuch Teil 1 – Vorbereitungen

„Werde eins mit Deinem Projekt“. So oder ähnlich lautet der Slogan der Baumarktkette mit den witzigen Werbespots, in denen verschwitzte und immer sehr entschlossen scheinende Männer in Muscleshirts wissen wo a.) der Hammer hängt und b.) denselben auch noch benutzen können. Über diese Spots muss ich mich immer sehr amüsieren.

Wir hier versuchen nämlich auch schon seit längerem, eins mit unserem Projekt zu werden. Unser Projekt scheint auf den ersten Blick nicht so anspruchsvoll zu sein wie das des Mannes, der mit dem Vorschlaghammer auf unschuldige Wände eindrischt oder sich farbbesudelt an nackten Wänden wälzt. Wir möchten „einfach nur“ neue Tapeten, einen neuen Deckenanstrich, neue Vorhänge und eine neue Einrichtung für den kleinen Hank, der das Schicksal vieler Zweitgeborener teilt und mit dem ausrangierten Mobiliar des größeren Geschwisters vorlieb nehmen muss. Die Wände, mit Hunderten, in die Tapete eingearbeiteten, phosphoreszierenden Sternen versehen, beglückten den Vierjährigen aufs Höchste und strahlen auch für den mittlerweile 13jährigen zwar immer noch tadellos, werden aber mittlerweile zu Recht als megapeinlich und derbst uncool kritisiert.

Nach einer etwa zweijährigen „Wir müssen was machen“-Phase, in der spontane aber erfolglose „Hopp, wir schauen mal nach Möbeln“-Attacken die Regel waren, wurden nun endlich Tapeten ausgesucht und Möbel gekauft. Es war nicht so einfach, das von Hank gewünschte „X-Box-Grün“ zu finden, gelang aber schließlich. Bett, Schrank, Schreibtisch, Nachtkasterl und Regale sind bestellt, wir sind also unter endlich unter Druck.

Sicher heißt es „Mitnahmemarkt“, weil die Kunden nach Aufbau der Ware mitgenommen aussehen. Jedenfalls wäre das bei uns so. Der MamS und ich haben zwar nicht jeder zwei linke Hände aber jeder eine und mit zwei rechten Händen allein kriegste nunmal keinen Schrank aufgebaut. Trotzdem antwortete der MamS dem Verkäufer auf die Frage, ob ein Aufbau gewünscht würde, mit einem mutigen „Nööö, das machen wir selber, gell?“ und schaute mich dabei zuversichtlich an.
Ich sah den Optimismus in seinen Augen und mir sank der Mut.

Natürlich kostet ein Aufbau extra, aber wenn sich jemand damit auskennt, steht der Krempel in maximal zwei Stunden da, wo er stehen soll. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich in bereits tiefdunkler Nacht mit rauchendem Kopf über kryptischen Plänen knien, während mir Hank naseweise aber unbrauchbare Tipps gibt und der MamS schmollend im Wohnzimmer sitzt, wohin ich ihn verbannte, nachdem er in einem Wutanfall, etwa wegen eines ungebohrten Lochs oder einer verschwundenen Beilagscheibe irgendeinen Brocken an die neue Wand pfefferte. Nach jahrzehntelangen und oftmals leidvollen Tapezier- und Möbelaufbauerfahrungen weiß ich, dass so etwas durchaus vorkommen kann.

Nun konnte ich ihm ja aber nicht so ins Gesicht sagen, dass ich das Meiste an ihm sehr schätze, seine handwerklichen Fähigkeiten in puncto Möbelaufbau auf einer Skala von 1 bis 5 aber trotzdem bei etwa Minus 2 ansiedeln und liebend gerne den Verkäufer um zwei tüchtige Aufbauhelfer bitten würde. Einige Männer gelten, was Kritik an ihren Fähigkeiten angeht, ja manchmal als etwas pergamenthäutig.

Nach der letzten Aktion mit Dixies 140er Bett, das ich vor zwei Jahren allein nur mit einem rachitischen Schraubendreher bewaffnet mehr klapprig als recht zusammenbaute, war mir klar, dass wir um die Anschaffung eines Akkuschraubendrehers diesmal nicht herumkommen würden. Sollte er auch nur halbwegs etwas taugen, müssten wir an die 80 Euro berappen und das wäre immerhin schon das Geld für einen Aufbauhelfer! Aber ich war still und erwog, rein prophylaktisch schon mal einmal einen Termin bei der Pärchenberatung zu vereinbaren. Ganz sicher hinge unser Ehehimmel nach dieser Aktion voller aggressiver Kettensägen, wo sonst schon mal ein paar verträumte Geigen zu hören waren und kluge Frau baut schließlich vor.

Vor ein paar Tagen schließlich meinte der MamS, er hätte sich das überlegt. Ehe wir ein Transportauto bezahlen, unsere Bandscheiben schrotten, einen Akkuschrauber kaufen und einen ganzen Tag schuften, sollten wir die Möbel doch lieber aufbauen lassen und was ich denn davon hielte. Ein Erdrutsch der Erleichterung ergoss von meinem Herzen und ich gestand, dass ich nur nicht als Verschwenderin unserer hart verdienten Kohle dastehen wollte, die dem Mann mal wieder nichts zutraut aber ja, ja, JA ICH WILL!

Nun ist also wenigstens dieser Punkt geklärt. Konfliktpotenzial gibt es angesichts der anderen, anstehenden Arbeiten zwar noch genug (Wohin mit dem praktischen, aber zu großen und verblichenen Lyksele-Bettsessel? Wohin mit dem eigentlich noch annehmbaren Gulliver-Hochbett? Nein Hank, du brauchst keine Bar in deinem Zimmer! Und wo ist schon wieder der verdammte Kleisterpinsel?) Aber diese wööönzigen Kleinigkeiten werden wir hinkriegen, jetzt, da es nicht mehr ganz allein unser Projekt ist!

Dabbadajajippiejippieyeah!
moggadodde

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Eine Chance für die Liebe!

Das Lamento ist groß: Deutschland stirbt aus. Noch längst nicht genug Deckel haben bereits den passenden Topf gefunden, trotz allseits boomender Singlebörsen. eDarling, elitepartner und Konsorten sind nicht kostenlos, nehmen Zeit in Anspruch und es ist noch längst nicht gesagt, dass sich hinter “SexyHeinz” nicht doch ein schmerbäuchiger Bierdeckelsammler mit Hang zur Rassekaninchenzucht verbirgt, der in seiner Freizeit am liebsten seinen Tierchen beim Rammeln zusieht und das licht gewordene Haupthaar verzückt zu silbereisenen Klängen wiegt. Von einigen, glücklichen Treffern abgesehen: Wer die Katze im Sack kaufen will, ist hier sicher gut bedient.

Viel mehr Möglichkeiten als das Virtuelle bietet doch das real life: Millionen von Single-Menschen sind täglich in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Und jeder von ihnen hatte schon bei der einen oder anderen Fahrt die eine oder andere, kribbelnde Begegnung, manch viel verheißenden Blickkontakt oder zufällige Berührung aber gleichzeitig nicht genug Mumm in den Knochen, das anvisierte Objekt der Begierde nach Telefonnummer, Name oder Körbchengröße zu fragen. Es könnte immerhin sein, dass da gerade der Mann/die Frau Deines Lebens die Straßenbahn oder den Bus verlässt! Und trotzdem bringst Du nicht den Mut, bzw. den Mund auf? Wie ärgerlich!

Der Münchner Verkehrsverbund stößt in diese Servicelücke vor: Dort wird dem abenteuerlustigen Münchner unter der Rubrik “Flirt” die Möglichkeit gegeben, dem viel zu schnell in der Menge verschwundenen Schwarm eine Mitteilung zu hinterlassen. Mit etwas Glück meldet sich das verlorene Herzblatt und einem verheißungsvollen Date steht nichts mehr im Wege. Und das ganz für umsonst! Klasse!

Auch in unterfränkischen Gefilden besteht diesbezüglich dringender Bedarf. Und ich bin der Meinung, die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH, kurz WVV, sollte diese Möglichkeit der Beziehungsanbahnung nicht verschlafen, zumal es hierzu für eine fähige IT-Abteilung nur einiger Klicks bedarf. Auch hier gibt es Tausende von Fahrgästen, die paarungsbereit, aber zu schüchtern sind! Tausende von einsamen Herzen, deren Glück gerade am Neunerplatz oder an der Domstraße ausgestiegen ist! Erzählte nicht Dixie erst vor kurzem von einem herzerfrischenden Jüngling, den sie sich nicht anzusprechen traute, obwohl auch bei ihm die Signale auf Empfang standen? Ein, zwei Sätze in einer solchen “Flirt”-Rubrik und vielleicht fände zusammen, was zusammen gehört? Liebe WVV, wäre das nicht ein großartiger Coup, der auch in der Öffentlichkeit ein fantastisches Echo fände?

Natürlich. Weiter gedacht gälte es in Zeiten globaler Vernetzung ein weites Feld zu bestellen. In den Wartezimmern der Republik tummeln sich täglich Tausende von Patienten. Blicke fallen hin und her, gegenseitige Sympathie ist offensichtlich. Aber natürlich ist es peinlich, vor all den anderen Wartenden ein möglicherweise zaghaft begonnenes Gespräch zu vertiefen. Und, schwupps, viel zu früh ruft die MTA ins Sprechzimmer. Aufgestanden, Chance vergangen. Wie schade!

Nach dem Vorbild der MVV könnte ich mir hier auf eine Arztwebsite folgenden Eintrag vorstellen:

“Hallo Fremder! Wir saßen bei Dr. Auweh in Würzburg am 01.08. gegen 10 Uhr im Wartezimmer. Du (blond gelockt, hellgrünes Sportshirt mit der Aufschrift “Superman” über einer stonewashed Jeans) schautest mich mit Deinen braunen Augen aufmunternd an, aber wegen meiner bohrenden Magenschmerzen konnte ich nicht zurücklächeln. Bitte verzeih! So gern hätte ich Dich nach Deiner Telefonnummer gefragt, aber die hässliche Alte neben mir hat mich unablässig wegen ihres Fußpilzes zugelabert. Viel zu früh wurde ich aufgerufen und konnte Dich nicht um Deine Telefonnummer bitten! Vielleicht erinnerst und meldest Du Dich? Ich würde mich freuen! P.S. Die Medikation, die Dr. Auweh mir verschrieben hat, hat angeschlagen. Bin schmerzfrei und zu jeder Schandtat bereit!”

Ob Discounter, Kneipe oder Behörde: Heute ist doch jedes noch so winzige Unternehmen im www vertreten. Damit bieten sich unzählige Möglichkeiten, den Mann oder die Frau des Lebens zu treffen, sei es an der Käsetheke oder bei der Zulassungsstelle, bei den Tiefkühlpizzen oder der Happy Hour: Viel versprechende Gelegenheiten gibt es genug! Liebe Unternehmen und Behörden! Richtet nach dem Vorbild der MVV eine Flirtseite ein! Gebt den Singles dieser Republik eine Chance! Eine Chance für die Liebe!

Einen hoffnungsvollen Abend wünscht
moggadodde

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