Star Dreck

Die Wohnung, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2014. Dies sind die Abenteuer des Himmelfahrtskommandos „Ekelpreis“, das mit seiner 3 Mann starken Besatzung seit 1 Monat unterwegs ist, um fremde Gerüche zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Fern jeden Vorstellungsvermögens dringt die Ekelpreis in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gerochen hat.

Chirk und Schrotty stellen sich den dunklen Weiten voller Antimaterie und bringen die Fusionstorpedos in Stellung.

Chirk und Schrotty stellen sich den dunklen Weiten voller Antimaterie und bringen die Fusionstorpedos in Stellung.

Folge 2 – Das Wesen Miephisto
Zusammenfassung:

Die Besatzung ist inzwischen fest davon überzeugt, dass sich das Böse im Maschinenraum befindet. Cpt. MamS T. Chirk steht zunehmend unter dem Einfluss der Kreatur und verhält sich bei jedem Zusammentreffen aggressiver, was sich auch auf den Rest der Crew auswirkt. Das widerliche Wesen hat seinen Geruch immer wieder verändert und geht stets äußerst tückisch vor. Einmal wiegt es die Besatzung in Sicherheit und nährt die Hoffnung, es besiegt zu haben, um nur einen Tag später seine Präsenz durch den Geruch von Katzenfutter zu zeigen. Mittlerweile hat es sich wieder zu verkippter Milch gewandelt. Das Wesen scheint noch unentschlossen, sein olfaktorisches Selbst betreffend.
Cpt. Chirk und Chefingenieur Schrotty durchsuchen nun auch den versteckten Winkel über dem verglasten Notausstieg. Die Erbauer des Schiffs befüllten diesen aber einst mit einer üppigen Ladung Bauschaum, so dass weitere Untersuchungen möglicherweise auf Kosten weniger der Stabilität des Schiffs als Konflikten mit dem Eigner vonstatten gehen müssten.
Die Eröffnung der Luftluken im Bodenbereich fördert diverse Tupperdeckel und je eine Packung Vanillezucker und Puddingpulver (Schokolade) zutage, die durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum der rückseitigen Schrankwand entkommen sein müssen. Kommunikationsoffizierin und Maschinenraumchefin Mohura schlägt dem Captain einen Strategiewechsel im Kampf gegen das Wesen vor: Ab sofort werden die zur Versorgung der Besatzung genutzten Proteinresequenzer mit deaktivierter Filterung verwendet: Mit ziemlich lange gebratenen Konter-Fleischküchlikanonen und viel dunklem Zwiebelwerk vom Planeten Rewe verwirren sie nun das Wesen und tatsächlich scheint es so perplex, dass es sich einen halben Tag nicht zeigt. Seit gestern scheint es sogar gänzlich inaktiv zu sein. Die Besatzung traut dem Braten aber nicht und wird sich bei erneutem Erscheinen den teilweise mit haarfeinen Rissen durchzogenen Silikonfugen in den Ecken des Maschinenraumfußbodens widmen.

Warpwarp
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Tod macht erfinderisch

Auch wenn am Ende niemand verschont bleibt: Mit dem eigenen Tod beschäftigt sich Otto Normalsterblicher ja eher ungern. Der Abschluss einer Lebensversicherung, das Hinterlegen einer Patientenverfügung oder eines Testaments sind das Äußerste, zu dem zumindest ich in puncto Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit bereit bin. Alles danach liegt sowieso nicht in meiner Hand; über die weitere Verwendung meiner fleischlichen Überreste sollen bitte andere Leute entscheiden. Dank eines Organspendeausweises ist zumindest der gefürchtete Umstand, lebendig verbrannt oder verbuddelt zu werden, erfreulicherweise aufs Geringste reduziert.

Weniger Berührungsangst haben da die Herren, die im kommenden November eine Veranstaltung der „Evangelischen Männerarbeit in Bayern“ (EMB) besuchen werden. Bietet das Jahresprogramm ansonsten eher konservative Freizeitbeschäftigungen wie Klettern in der Halle oder einen Fotokurs, besteht beim Kurs „ewigleben“ die Möglichkeit, handwerklich tätig zu werden: Über ein Wochenende wird der eigene Sarg geschreinert.

Zunächst fand ich die Idee ziemlich makaber. Aber dann dachte ich nach. Selbst bei dürftigster Ausgestaltung der finalen Feierlichkeiten durch einen Discounter können mehrere Tausend Euro anfallen. Zur letzten Ruhe kommt man dann in der Regel in einer schmucklosen Kiste, für das ökologisch voll korrekte Ableben sind seit einigen Jahren auch solche aus Pappe, unter der markanten Bezeichnung „Peace Box“ erhältlich. Den gestalterischen Wünschen sind hier kaum Grenzen gesetzt und es sind mitunter sogar richtig schicke Endbehälter dabei.
So etwas stinkt natürlich nicht an gegen den selbst gefertigten Sarg. Nur die wenigsten können ja von sich behaupten, sie hätten ihr Erdmöbel höchstselbst gezimmert, verziert und seien überdies in der Lage, in ihrem Endlager bereits probegelegen zu haben. Ist das der nächste, große Trend? Steht OBI mit dem Selbstbausatz „Truhe sanft“ schon in den Startlöchern? Verkauft IKEA demnächst das Modell „Döden“ mit bunten Sargnägeln und wechselbarem Anschlag?

Problematisch sehe ich die Frage der Aufbewahrung. Unter günstigen Umständen vergehen ja hoffentlich noch einige Jahrzehnte, bis das sperrige Stück zum Einsatz kommt. Kann man einen Lagerplatz beim Bestatter mieten, so wie für Reifen in der Autowerkstatt? Oder muss es sein Dasein solange in Garage oder Keller fristen, und wird man nicht jedesmal, wenn man sich beim Wasserholen den Fuß daran stößt, an die eigene Endlichkeit gemahnt? Ich persönlich fände das ja einen zutiefst bedrückenden Gedanken.

Wer seinem eigenen Ableben aber so erfrischend entspannt gegenüber steht und vorzeitig seinen eigenen Sarg anfertigt, sollte ihn auch ins Leben integrieren, als Sommerlager für die Wintermäntel vielleicht oder als Gästebett. Mit ein paar Polstern darauf wird eine hübsche Sitztruhe daraus, auf der sich trefflich über den Tod philosophieren ließe. Nach nur wenigen Modifizierungen leistet er auch beim Skiurlaub als Dachbox auf dem Auto gute Dienste und man wäre das Gesprächsthema eines jeden Raststättenparkplatzes.

Weil ich, wie oben erwähnt, dem eigenen Tod nicht annähernd so leger gegenüber stehe, erteilte ich diesem Kurs ja eine, ähm, Absarge. Aber für die Teilnehmer gibt es möglicherweise im nächsten Jahr einen Fortsetzungskurs: „Terra incognita: Ich schaufle mein eigenes Grab“.

Einen lebendigen Tag wünscht
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Für jeden Topf ein Deckel

Von wegen „Stilles Örtchen“! Als ich mich heute ebendort zu bekanntem Behufe niederließ, barst die Brille unter lautem Knall. Eine Klobrille mit 16 Jahren abgesessenen Jahren darf mal kaputtgehen, rede ich mir ein finde ich.

I see faces

I see faces

Die Suche nach Ersatz führte den MamS und mich zum OBiber. Die Auswahl an Topfdeckeln ist zwar riesengroß, die meisten schieden aber aus: Auf einem WC-Sitz mit Stacheldraht müsste ich immer an Hämmorrhoiden denken, ein angekauter Käse ist auf der Toilette völlig fehl am Platz und wieso man sich in unterfränkischen Schmuddelgefilden Sand-Muscheln-Seestern-Arrangements aufs Klo schrauben sollte, verstehe ich auch nicht. Schlicht weiß sollte der neue Deckel sein und trotz aller Intervention meinerseits bestand der MamS, der pathologische Perfektionist, darauf, auch gleich den anderen, noch intakten Klodeckel auszutauschen.

In den vergangenen 16 Jahren hat die Klodeckelkomfortforschung ja erstaunliche Fortschritte gemacht. Eine Absenkautomatik schien mir sinnvoll. Aus der Hand gerutschte Klodeckel fallen bei meinen ungeliebtesten Nervgeräuschen unter die Favoriten. Erst zuhause entdeckten wir, dass die Neuen nicht zum Verschrauben, sondern zum Kleben sind. Klobrillen komplett ohne Schrauben? Nur zum Aufkleben? Der kleine Hank und ich nahmen das Geschäft in die Hand und tatsächlich: Es ist kinderleicht und passt wie der berühmte Arsch auf den Eimer! Nach 4 Stunden Aushärten sitzen die Sitze perfekt ausgerichtet auf den Töpfen und ich bin gespannt, wann der erste Notdürftige das Trumm in der Hand hat. Noch traue ich dem Projekt aufgeklebter Klodeckel nämlich nicht wirklich.

Eine erleichterte Nacht wünscht
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UPDATE1: Sie wackeln. Beide. Seufz.

UPDATE 2: Zum Putzen angehoben. Es knirscht. Zack, ab. Shit. Ich nenne es Power Flop statt Power Loc.

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