Luftnummer

Geburtstage sind nicht immer schlimm, besonders dann nicht, wenn die Geschenkesituation, wie diesmal, überwältigend ist. So kann ich sogar meinem kürzlich bewältigten, runden Wurfjubiläum etwas ganz besonders Gutes abgewinnen: Die Familie hat mir endlich einen lange gehegten Wunsch erfüllt und lässt mich demnächst im Tandem aus einem Flugzeug hüpfen.
Nun birgt ein solches Unterfangen möglicherweise so manches Risiko und Vorbereitung ist die Mutter der Fallschirmspringer. Damit es mir nicht ergeht wie jener bedauernswerten Dame, die ihren Tandemsprung nur mit sehr viel Glück in ganzen Stücken überlebt hat, besuchte ich den Fallschirmsportclub Oberhausen e.V., wo ich das Abenteuer angehen werde. Man möchte ja schließlich wissen, mit wem man sich in so lebenswichtigen Sekunden aus einer Cessna wirft. Ich fühlte mich sofort wohl und freue mich unfassbar auf den Sprung. Mit Sicherheit werde ich an dieser Stelle ausführlich darüber Bericht erstatten und es wird hoffentlich nicht zu grausliges Filmmaterial geben, das ich gegen Bezahlung vielleicht sogar zu veröffentlichen gedenke.

Als große Attraktion hat der Fallschirmspringersportclub für das Pfingstwochenende das 1. Fränkische Paraballooning angekündigt. Beim Paraballooning arbeiten sich Fallschirmspringer und Ballonfahrer als Team durch den Wettkampf. Der Ballonfahrer versucht, das Zielkreuz so exakt anzusteuern, dass der Fallschirmspringer möglichst genau auf einem irrwitzig winzigen Areal auf Mutter Erde landen kann. Hört sich kompliziert an, ist es auch und überdies faszinierend anzuschauen.
Höhepunkt des Tages war für uns Zuschauer das „Night Glow“: 4 Heißluftballons leuchteten wie in einer Choreographie zu bekannten Hits: Natürlich war mein Favorit neben „Music“ von John Miles die „Bohemian Rhapsody“ von Queen: „Anyway the wind blows, doesn’t really matter to me …. tooooooo meeeeeeee ….“, was ja ein wenig als die natural born hymn der Ballonfahrer gelten könnte.

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Noch am Sonntag und Pfingstmontag gibt es Vorführungen und Wettkampffahrten auf dem Gelände. Die Bratwurstbrötchen sind sensationell, die Steaks ein Traum, die Pizza fantastisch und das Bier erschwinglich. Das Wetter soll zum Glück halten, flugsportbegeisterte Franken könnten also einen feinen Aus“flug“ machen!

Eine schwerelose Nacht wünscht
moggadodde

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Miniaturmarokko

Das Tabbouleh zaubert den frühlingsfrischen Geschmack belebender Minze auf den Gaumen, gegrilltes Gemüse, Püree aus Auberginen und andere Köstlichkeiten bereiten den Weg für den Couscous, der in Begleitung von Lamm und Huhn in perfekter, orientalischer Würzung aufgetragen wird. Zungen und Geschmacksknospen frohlocken ob der fremdländischen Aromen.

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Das Restaurant Palmerie Marrakesch in der Pleicherkirchgasse ist leider ein absolut unterschätzter Vertreter im Würzburger Gastronomenkosmos und daher mein wärmstens ans Herz gelegter Tipp für alle, die ihre Gaumen einmal auf andere Weise verwöhnen wollen.

Eine zauberhafte Nacht wünscht
moggadodde

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Back for good

In den hiesigen Hallen ist ein richtiger Samstag kein richtiger Samstag ohne frische Weggli. Und wenn ich frische Weggli sage, meine ich damit nicht die 9 Cent-Chemieklumpen aus dem Discounter-Brötchenknast, aufgebläht und randvoll mit proteolytischen Enzymkomplexen, Bromat, Amylasen, Proteasen und Cystein, zuständig für Haltbarkeit, Porenhübsche und Volumenausbeuteoptimierung, aufgetaute Laborteiglinge fragwürdiger Herkunft.

Der MamS schwört auf die Bäcker Schäfer-Weggli und nimmt allsamstäglich die 10 Kilometer einfache Fahrstrecke auf sich, um sich und seine Lieben mit Brötchen zu versorgen, die meist noch warm auf den Frühstückstisch kommen und zum Niederknien lecker sind. In besonders gierigen appetitreichen Phasen schafft er schon mal 4 Stück auf einen Rutsch und irgendwann erwähnte er auch, dass er gern einmal einen Blick in die Backstube werfen wollte. Als Geburtstagsüberraschung vereinbarte ich für den MamS still und heimlich ein Date mit dem Chef „unserer“ Bäckerei.

Heute früh um 6.00 Uhr, zu einer Zeit also, zu der ein Bäcker schon fast an den Feierabend denkt, schickte ich den Backpraktikanten MamS an die Arbeit. Brote und Gebäck waren bereits fertig, aber Brötchen für den Laden, die Filiale und die Verkaufswagen, die die umliegenden Orte abklappern, mussten noch gemacht werden. Aufsetzen, Wenden, Bestäuben, Beschicken des Ofens – der MamS wurde richtig eingespannt und nach drei Stunden Arbeit hatten er und die drei Kollegen in der Backstube weit über 2000 Brötchen gefertigt, wobei Maschinen lediglich Kneten und Backen erledigten, alles andere war solide Handarbeit, mit einem Teig ohne Aufblaschichi oder synthetischen Schnickschnack. Eine sehr große Tüte ofenheißer Brötchen als Lohn bringend, erzählte der MamS beim Frühstück von seinen Erlebnissen und war höchst beeindruckt von der Arbeit der Bäcker.

Erika und ihre Kolleginnen

Dass so viel Handarbeit kostet, ist klar und nur angemessen. Mit 22 ct liegen diese Brötchen zwar immer noch unter den Stadtbäckern, können aber gegen die Kampfpreise von Tanke und Discounter nicht bestehen. Jammerschade und skandalös, dass immer mehr traditionelle Backbetriebe unter dem Druck der industriellen Massenfabrikation aufgeben müssen, weil der Verbraucher offenbar lieber aufgepimpte Hightec-Schrippen aus der Hexenküche der Nahrungsmitteltechnik verzehrt, anstatt dem ehrlich und klassisch arbeitenden Handwerker zu vertrauen. Wenn ich Chemie will, esse ich Tabletten und keine Brötchen!

Einen krossen Abend wünscht
moggadodde

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