Airlebnis – Endspurt

Vor Betrachten des Films zum Sprung beim Fallschirmspringerclub Oberhausen dachte ich, ich spreche nicht allzu fürchterliches Fränkisch. Ich dachte auch, halbwegs filmogen zu sein. Mir war nicht klar, wie meine Umwelt mich sieht und hört und wie schnell ich mit offener Luke Kaugummi kauen kann. Schlimm. Daran arbeite ich, wie an einigem anderen, versprochen, bevor ich wieder einsteige. Das allerdings, ist schon beschlossene Sache und nur eine Frage der Zeit.

Wer es sehen mag, bitte hier
https://www.dropbox.com/s/whu0xuko0tqjm98/VTS_01_1.mp4?dl=0
entlang! Und keine Klagen über Schwindelgefühle!

Luftiküsse zum Letzten
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Airlebnis – Fortsetzung

Es tut mir sehr leid für den nicht luftsportbegeisterten Leser, aber nach Zufuhr einer Flasche Wein offenbar intelligenzerweiternder C2H6O-Substanzen ist mir das Konvertieren des Vorspiels zum Sprung beim Fallschirmspringerclub Oberhausen eben völlig überraschend ohne Hilfe gelungen.

Für die ausführliche Version muss ich mir irgendetwas anderes überlegen. Dafür muss ich erst wieder Wein einkaufen. Tja. Da müsster jetzt durch.

Immer noch Luftiküsse
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Tandemsprung – Ein Fall für zwei!

Auch drei Tage danach schleicht sich ein wohliges Kribbeln in meinen Bauch, wenn ich nur daran denke. Erfreulich schnell war die DVD heute im Kasten, großartige Aufnahmen von Fall- und Filmfachmann Eduardo vom Fallschirmspringersportclub Oberhausen, wo ich dieses einzigartige Abenteuer „airleben“ durfte.

Trotz aller zur Schau gestellten Coolness war ich aufgeregt, was ich an der im Film sichtbaren, Svetislav Pesic vor Neid erblassenden Kaufrequenz meines Airwaves (sic!)-Kaugummis ablese. Ich werde also nicht mehr schimpfen, wenn ihn mit beschäftigter Futterluke am Parkettrand sehe: Das ist die pure Nervosität! Sveti, ich verstehe das jetzt!

Nach Unterschrifts-Formalitäten, dem Einkleiden

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und einem kurzen Interview ging es ans Boden-Briefing
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und ich lernte meinen Tandemmaster Patrick kennen, der mein, so fürchte ich, Dauergeblubber stoisch und mit väterlich zu nennender Güte ignorierte und mit der gebotenen Strenge die durchzuführenden Manöver erklärte, wohl ahnend, dass nur ein Teil hängen bliebe. Nach dem Sprung Beine anklappen, ins Hohlkreuz gehen, Arme an die Brust pressen und noch viel mehr – das Wichtigste meinte ich, behalten zu haben, ehe es zu den Trockenübungen an die Attrappe ging, wo Ausstieg und Landung geprobt wurden – die Reihenfolge, in der Hände und Beine das Flugzeug Richtung Trittbrett und Tragflächenquerstrebe (oder wie man das auch nennen mag) kurz vor dem Absprung verlassen, VERSUCHTE ich mir einzuprägen. Patrick blieb wunderbar und geduldig, erklärte, verbesserte, zeigte Verständnis für meine Rechts-Links-Defizite und mein anhaltendes Gefasel. Alles war gut, ich war sicher.

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Ein kurzer Gruß noch an die mitgereiste Entourage und schon kletterten wir ins Flugzeug,

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das allmählich in den herrlichen Sommerhimmel stieg. Gefühlt dauerte es lang, bis wir in Ausstieghöhe waren; mein Zeitgefühl hatte ich wohl in der Attrappe vergessen. Patrick sagte laut an, welchen Haken er nun wo an meinem Geschirr einhängte, miteinander zurrten wir unsere Becken so eng zusammen, dass nicht der Hauch eines Fitzelchens Papier mehr dazwischen passte und dann öffnete sich die Luke. Ich versuchte, das eben gehörte abzurufen, Patrick korrigierte mich sicher, wir kletterten hinaus. Noch nie so starker Wind, noch nie so ein Zerren an Haaren, Körper, noch nie so eine im wahrsten Wortsinn atemberaubende Aussicht. Kurz stehen und dann FAAAAAAAAAAAAAALLLLLLLLLLLLLEEEEEEEEEEEEEEEENNNNN.

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Das Wort für dieses Gefühl muss noch erfunden werden, es ist unbeschreiblich. Man rast mit Wasweißichwievielsachen der Erde entgegen und spürt das pure Leben in sich, selbst jetzt, da ich dies schreibe, habe ich Gänsehaut.

Wir fielen ein Weilchen,

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bis Patrick mir auf die Schulter klopfte zum Zeichen, dass er nun den Schirm öffnen werde und zack! schossen wir ein Stück nach oben, um danach in gemächlichem Tempo hinabzusegeln. Nun war es ruhig. Wir konnten uns unterhalten, die Aussicht betrachten und ich durfte den Schirm lenken und Karussell fahren.
Schon sah ich den MamS und die anderen näher kommen und war nicht sicher, ob ich das so schnell denn wollte. Aber inzwischen drückte das Geschirr doch tüchtig zwischen den Schenkeln, einige Kilos weniger hätten mir sicher nicht geschadet, mein Mund war auf Saharaniveau und ich wollte mich nun einfach nur flachlegen. Tandemmaster Patrick kredenzte mir eine so butterzarte Seniorenladung, wohl wissend, dass meine kläglichen Versuche, die Gebeine in erforderlichem Winkel in die Höhe zu hieven eher von bescheidenem Erfolg wären, dass ich ihn noch heute herzen möchte.

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Großer Bahnhof meiner Liebsten, Urkundenübergabe, Erzählen und das allmähliche Abfließen eines Stausees an Adrenalin: Unter den Top Ten der allerbesten Tage überhaupt rangiert dieser Tandemsprung-Samstag beim Fallschirmspringersportclub Oberhausen mit dem Piloten Franz Scheuermann, dem weltbesten Tandempiloten Patrick Dengler und dem fantastischen Kameramann Eduardo Libero sehr weit oben. Ganz weit oben!

Zu gerne würde ich Euch in bewegten Bildern teilhaben lassen, allein meine technische Noobigkeit verhindert, Euch den wunderbaren Film hier zu zeigen, der mir heute von Ede in den Briefkasten gelegt wurde. Vielleicht finde ich noch jemanden, der mir dieses Zeitdokument in ein Format presst, das ich hier veröffentlichen kann, ohne dass der Hoster mich haut.

Solltet Ihr Euch je mit dem Gedanken eines Tandemsprungs tragen: Tut es. Es gibt nicht viel, das dieses Airlebnis übertrifft. Es ist einzigartig.
Ich habe meine Lieben instruiert: Hinkünftig verzichte ich gern auf jegliches Geschmeide, jegliches Geschenk, jegliches Gedöns. Solange ich in dieses Flugzeug krabbeln kann, möchte ich das unvergleichliche Gefühl puren Leben gerne jährlich erleben. Geburtstage habe ich schließlich noch genug!

Luftiküsse!
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Tandem, Baby!

Ich bin immer noch von den Socken und stecke ein bisschen mit dem Kopf über den Wolken; erwartungsgemäß ging es vielvielviel zu schnell vorbei. Ende der Woche habe ich den Film „Moggadodde – Ein Fall für zwei“ im Kasten, und dann werde ich mit (hoffentlich nicht zu fürchterlichen) Bildern ausführlich berichten.

2015-08-23 10.25.11

Diesen Schnipsel hat das Brüderchen aufgenommen,

ee zeigt die absolut unspektakuläre Seniorenlandung, so weich, dass ich dabei einen Kaffee hätte trinken können, und zwar ohne zu Kleckern!
Und jetzt hätte ich gern ein Sprung-Geschenke-Abo!

Luftiküsse!
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Brust oder Keule?

Normalerweise habe ich wenig Anlass, mich selbst mit meinen Brüsten zu beschäftigen, außer der Tatsache hinterherzuweinen, dass in den letzten Jahren Schwerkraft und Bindegewebe eine unselige Allianz miteinander eingegangen sind. Allerdings macht ein Brief, der heute im Kasten war, dass ich mehr über die beiden nachdenken muss, als ich möchte.
Mit 50 werde ich als beginnender Silver Surfer nicht nur als werberelevante Zielgruppe für spezielle Produkte interessant, sondern via Melderegister in den Pool der Frauen geschwemmt, die ab diesem Geburtstag alle zwei Jahre eine Einladung zum Mammographie-Screening-Programm zur Früherkennung von Brustkrebs erhalten. In diesem Schreiben ist bereits ein Termin in einer Radiologiepraxis für mich genannt, ein Fragebogen und eine Aufklärungsbroschüre komplettieren die Post.
„Klar, machste!“, sagte der MamS, der bei Gesundheitsvorsorgefragen zuverlässiger ist als das Finanzamt bei Nachforderungen, aber ich war mir nicht so schnell so sicher. Irgendwo im Hinterkopf hatte ich Diskussionen um eben dieses Mammographie-Screening, abgespeichert in Zeiten, in denen Abtasten beim Duschen und beim Gynäkologen reichten.

Hingehen, Brüste in die Apparatur spannen lassen, röntgen. So weit, so gut. Sieben Tage später sollte das Ergebnis im Briefkasten sein. Ist es negativ, ist alles paletti und zwei Jahre später wird wieder eine Einladung erfolgen. Ist der Befund auffällig, wird es kompliziert. Weitere Untersuchungen folgen, möglicherweise ist eine Biopsie nötig, die die letzte Gewissheit bringt über Gut- oder Bösartigkeit der entdeckten Veränderung.
Diese Zeit würde entsetzlich werden, gefangen zwischen Bangen und Hoffen, dass es sich doch um einen falsch-positiven Befund handelt. Von 2.000 Frauen, die zehn Jahre lang zum Screening gehen, wird eine vor dem Tod durch Brustkrebs gerettet, aber zehn gesunde Frauen werden unnötig behandelt, mehr als 200 werden wegen eines anfänglichen Fehlalarms bis ins Mark verängstigt. Zudem besteht die Möglichkeit der sogenannten „Übertherapie“, wenn nämlich ein Geschwulst behandelt wird, das ohne Entdeckung während Lebzeiten, bis man also an irgendeinem anderen Krebs verendet, niemals Probleme gemacht hätte. Weil das aber schwer zu unterscheiden und mit der Gefahr nicht leicht leben ist, wird die übliche Therapie eingeleitet, über die ich gar nicht näher nachdenken will.
Eine kanadische Studie hat das Leben von fast 90.000 Frauen mit und ohne jährliche Mammographie über 25 Jahre verfolgt: Die Sterberate beider Gruppen war annähernd identisch, obwohl mit Mammographie mehr Brustkrebs diagnostiziert wurde.

Ich habe heute also sehr viel über meine Brüste und was ich damit anstelle, nachgedacht. Meine Kinder stillte ich nicht, was das Risiko erhöht, meine Oma verlor eine Brust des Krebses wegen, was den Faktor ebenso nicht senkt. Und mir ist es eigentlich lieber, ich erführe frühzeitig von etwas, was mich umbringen oder mein Leben radikal verändern würde, so früh, um es vielleicht noch zu therapieren. Jetzt gerade tendiere ich mehr zur Teilnahme am Screening-Programm. Aber ich werde in den nächsten Wochen wohl noch öfter über meine Brüste nachdenken müssen.

Brustfixiert
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