Scheibenkleister

Ein schönes Ossobuco soll es sein, am Freitag vor dem Viertelfinalspiel gegen Italien, und es traf sich, dass der Schlachtscherge diese Woche passendes Fleisch im Angebot hatte. Der MamS, den ich kürzlich nach jahrelanger Abwehrhaltung von der Schmackofatzigkeit des italienischen Schmorgerichts überzeugen konnte, übernahm die aufgetragene Bestellung von vier Kalbsbeinscheiben beim Metzger des Vertrauens, die er heute abholte.

„WAS ZUM HENKER IST DAS?“, entfuhr es mir, als der MamS die Tüte auf die Anrichte wuchtete. „Da ist was schief gelaufen!“, antwortete der MamS und schnaufte, denn die Tüte war schwer, was nicht wunderte, denn sie war randvoll. Ich erkundigte mich geschockt, was zur Hölle das bedeuten solle und schaute ungläubig auf sicher 20, jeweils ungefähr 3 cm dicke Fleischplatten.
„Ich habe vier bestellt!“, behauptete der MamS. „Vier was? Kälber?“, geiferte ich, fieberhaft überlegend, wieviel eingelagerte Eiscreme ich essen, wieviel Spinat ich kochen und wieviele Eiswürfel ich heute in Getränke geben müsste, um den kompletten Würzburger Schlachthof in den hiesigen Tiefkühlvorrichtungen verstauen zu können. Es sah gut aus für mich und sehr viele Getränke.

Wegen der begrenzten Kühlkapazitäten bot ich einen Teil der Nachbarin an, die dankend nahm. Den Rest portionierte ich in Tüten und gab sie dem moggaddoddischen Permafrost anheim. Es wird in naher Zukunft wohl verdammt oft öfter Ossobuco geben, fürchte ich.

Nach Rekonstruktion des Bestelldialogs stellte sich dann übrigens heraus, dass der MamS „Vier Kalbshaxen in Scheiben“ bestellte und insofern sowohl er als auch der Metzgerjunge irgendwie ein bisschen Recht hatten, was einmal mehr beweist, dass konkrete Kommunikation ganz besonders und gerade bei fleischlichen Fragen aller Art unumgänglich ist, wovon sich manche von uns gerne eine Scheibe abschneiden sollten.

Eine genüssliche Nacht wünscht
moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

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