Orange is the new black

Es gibt Trump seit Tagen ja Trump kein Entkommen. Mit der „Inauguration“, ein viel zu feierliches, erhabenes Wort für dieses mittlerweile in alle Einzelteile zerlegte Inthronisierungsspektakel des amerikanischen Präsidentendarstellers, beginnt erst die schmierige Posse, die die Welt in nächster Zeit beschäftigen wird. Ein gigantisches Dschungelcamp, eine monströse Soap-Opera, in der die männliche Ausgabe von Alexis Colby-Carrington mit Geld, Intrigen und Lügen die Welt zu verarschen, seinen Kontostand zu mehren und seinen unwiderruflich schlechten Ruf zu verbessern sucht. Ein bockiger, narzisstischer, dauerbeleidigter Psychopath mit Kindheitstrauma und möglicherweise zu kleinem Gemächt, eine orangegelbe Krawallschachtel mit sämtlichen Atomcodes im Kopf. Eine Insolvenz an Toleranz. Ein präsidialer Albtraum. Ein staatsmännischer Schiffbruch.
Ich für meinen Teil habe hier eine Wette laufen, dass Trump, der gelbhaarige Sexistentycoon, keine 4 Jahre im Oval Office sitzt und hoffe nur, dass er bis dahin nicht allzuviel Schaden anrichtet. Mein Tipp: Amtsenthebungsverfahren in der 52. Woche seiner Amtszeit. Trump, die Wette gilt!

Wir in Schland dürfen aber nicht so tun, als schlitterten bei uns nicht auch ein paar Kühe übers Eis. Was war das in Koblenz? Das who-is-who der europäischen Rechtsausleger trifft sich, um den Wahlkampf der AfD einzuläuten! Marine Le Pen, Gallionsfigur des Affront National, Salvini, der mit seiner Lega Norditalien abspalten möchte und Wilders, der klebrige, niederträchtigeländische Silberpudel möchten Geburtsquotenfrauke Petry und ihrem Anhang das Feld bereiten! Da gilt es, genauer hinzuschauen, noch viel mehr als über den Teich! Wie zum Teufel kann es sein, dass hierzulande der Schwerpunkt der Berichterstattung auf Frau Melanias himmelblauem Jackie-Kennedy-Gedenkoutfit liegt, während in Koblenz der Todesstern der europäischen Idee, die Abrissbirne der Menschlichkeit, der Bodensatz der Menschenwürde die Klingen schärft?

Nein, wir dürfen nicht wie ein paar dahergelaufene Unfallgaffer auf das Trumperium schauen. Wir müssen unseren Blick auf uns und den Rest der Welt richten, aufs wilde Erdoganistan, in den unnahbaren Osten, auf all die anderen, zahllosen Brandherde der Welt. Zugegeben, das alles ist so anstrengend! So enervierend! So deprimierend! Aber wollen wir diesen Planeten wenigstens halbwegs passabel am laufen halten, müssen wir wachsam in alle Richtungen sein, um dem polymorphen Hass, der galoppierenden Angst und der allseits grassierenden Heimtücke in so vielen Ländern der Welt und zu allererst hier die Stirn zu bieten.

Ich bin Trump gerade so müde. Aber ich fürchte, es Trump hat gerade erst angefangen.

Matt, aber

moggadodde

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

2 commenti su “Orange is the new black

  1. Daa ist sehr großartig!

    [Antwort]

    moggadodde antwortet am Januar 22nd, 2017 um 22:53:

    Danke, Schwester! Aber echt, egal, welchen Kanal man öffnet, Trumptrumptrumptrump. Ich bin es schon jetzt so verdammt leid. Könnte gut sein, dass mein Kopf in den nächsten Wochen einfach platzt wie eine Wasserbombe, die man auf „alternative Fakten“ wirft. „Alternative Fakten“. Das ist ja mein persönlicher Dreistigkeitshöhepunkt der letzten beiden Tage.

    [Antwort]

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