10 Dinge, die ich in dieser Woche liebe

Dass Dixie in dieser Woche in Italien und an der Côte d’Azur weilen darf, gönne ich ihr von Herzen.
Für mich bedeutet es:

1. Wenn ich von der Arbeit komme, ist die Wohnung immer noch aufgeräumt.
2. Die Waschmaschine wird nicht nach 21.00 Uhr nochmals angeschmissen, weil „genau die Jeans“ morgen getragen werden soll.
3. Ich muss nicht morgens ihr Zimmer nach Fön, Bürste und Haarschaum abgrasen.
4. Ich muss meine nutzlose teure Anti-Wrinkle-Wundercreme nicht verstecken.
5. Die Anzahl meiner Zigaretten vermindert sich nur um die, die ich selbst rauche.
6. Der Kühlschrank ist auch 3 Tage nach dem letzten Einkauf noch gut gefüllt.
7. Kein „Willst du nicht endlich mal ins Bett gehen?“ oder „Mach’ mal das Gejaule leiser!“
8. Kein „Willst du nicht endlich mal aufstehen?“ oder „Komm’ nicht so spät heim!“
9. Die Handtücher im Bad haben keine Make up-Flecken.
10. Es GIBT Handtücher, was sonst nicht der Fall ist, weil Madame fast jedes Körperteil mit einem anderen zu trocknen und dann in ihrem Zimmer zu horten pflegt.

Hach, ich gönne auch mir diese Woche von Herzen. Hank meint, er vermisst sie ein bisschen. Ich meine, für 260,00 Emmen hätten die ruhig noch ein paar Tage anhängen können.

Euch einen ordentlichen Abend wünscht
moggadodde

Ausgeträumt

Da muss ich rein, in den 7. Stock zu „Simmer“. Es ist eine ziemlich schlechte Gegend, in die es mich da verschlagen hat. Es ist herbstlich-windig und kein Mensch auf der Straße. Einzeln verstreute Laternen werfen nur schwaches Licht auf den riesigen Vorplatz dieses monströsen Hochhauses mit der breiten und sicher 15 Stufen zählenden Eingangstreppe.
Ein Mann stellt sich mir in den Weg, untersetzt und mit dunklem Mantel und affig zur Seite gekämmten Haaren. Er hat die Hände in den Taschen und murmelt mich an, ob ich denn „was bräuchte“. Ich verneine und gehe schnell weiter. Ich hoffe, er beschränkt sein Angebot auf Drogen; so wie er aussieht, hat er auch Kinder und Ziegen im Angebot.
Ich betrete das Haus und ich habe noch nie so einen siffigen Hausflur gesehen. Auf dem metallenen Klingelschild konnte ich sehen, dass die Simmers im 7. Stock wohnen, also betrete ich den geräumigen Aufzug, der keine Wände hat, sondern Metallgitter und drücke auf die „7“. Es riecht nach Rattenscheiße und Muff, gelbliches Licht überall und dunkle Ecken, in die ich lieber nicht schauen will. Der Aufzug fährt erst nach unten und im riesigen Keller, das kann ich durch die Gitter bestens überblicken, steigen ein Mann und ein Kind zu, vermutlich Vater und Sohn. Beide haben die Unterteile von Kleintierkäfigen in der Hand, benutzt, neben Streu sind auch jede Mengel Köttel darin (Meerschwein? Hamster?) und balancieren angestrengt, trotzdem verlieren sie eine Menge.
Ich bin jetzt wütend, dass in diesem Dreck Leute wohnen können und fahre den Mann an, wie er es denn zulassen kann, dass sein Kind in einer derartig verwahrlosten und trostlosen Umgebung aufwachsen muss, aber er zuckt nur die Schultern. „Seit die Russen da sind, ist das so“, sagt er. „Was soll ich machen“, schiebt er resigniert hinterher.
Wie aufs Stichwort, kommt ein Laster auf die Aufzuggondel zugerast, die noch immer inmitten des Kellers steht, weil das Kind mit einem Ellenbogen die Tür blockiert, der Käfigboden ist zu groß.
„Da sind sie“, schreit der Mann, „los, raus“, aber ich werfe mich auf den Boden und sehe aus den Augenwinkeln, wie der Laster nur einen Meter an der Gondel vorbeirast.

Scheiße, diesen Traum hätte ich gern zu Ende geträumt!

Euch einen ungefährlichen Tag wünscht
moggadodde

Mogga macht mal wieder durch

Wenn ich euch nur ein Beispiel aus der Speisenfolge des vergangenen Abends nenne, nämlich den zweiten von vier Gängen mit der phantasievollen Bezeichnung

„Frische Salatinsel umwogen von einem Limonenmeer mit einer Kreation vom gestrandeten Zander“

könnt ihr euch vorstellen, in welcher Liga sich die Geburtstagsfeier abspielte. Das war ein ganz großes Ding mit jeder Menge Pharmafuzzis, Dottores, Apothekergedöns und einem Army-Sternegeneral, aber beruhigend ist, dass spätestens zu Santanas „Oye Como Va“ irgendwann zwischen 3 und 4 Uhr auch der letzte Steifrock am Zucken war. Außerdem habe ich mich bei meinem Vortrag kein einziges mal verhaspelt, der Wein war lecker, die Speisen superb und der Tanzkeller richtig schön laut beschallt.
Jetzt ist es gleich dreiviertel 5 (4.45 Uhr für Nichtfranken) und ich würde mich liebend gerne zum MamS kuscheln, der sich eben ins Bett begeben hat. Leider aber muss ich noch ein wenig ausharren. Gerade ist Dixie aufgestanden, und in einer halben Stunde fahre ich sie zum Bus – Schul-Abschlussfahrt an die Ligurische Küste ist angesagt, was bedeutet, dass es dixietechnisch in der kommenden Woche keinerlei Aufregungen geben wird, was ich sehr angenehm finde.

In eineinhalb Stunden kann ich endlich ins Bett. Jetzt brauche ich erstmal noch einen Espresso, am besten intravenös.

Euch eine tiefschlafende Nacht wünscht
moggadodde

Halloweenkostüm 2.0 – Facelift inklusive

Den Halloween-Hype, der schon vor einigen Jahren über den Teich geschwappt ist, sehe ich mit Unmut. Man kann alteingesessene Feiertage, die in anderen Ländern jahrhundertelang gewachsen sind, nicht einfach kopieren wobei das Wort „Feiertag“ ja sowieso nicht passt, und die Bezeichnung „abergläubisches Affentheater“ eher angemessen ist. Allerdings muss ich zugeben, dass ich meinen Browser schon für ein paar Wochen mit einem Halloween-Outfit versehen habe, was ich total witzig finde. Ansonsten halte ich den 31.10. für einen ganz normalen Tag, an dem manche Leute die Gelegenheit nutzen, um sich bei ein wenig vorgezogenem Fasching mit gespielter Gänsehaut zu vergnügen. „Jedem Dappn sei Kappn“, wie der Franke sagt.

Als angesagte Verkleidung für Halloween ist ja neben Vampir- und sonstigen Untotenkostümen auch das gute alte Monster von Herrn Frankenstein immer wieder für einen Lacher gut. Und hier habe ich eine wunderbare Entdeckung gemacht, mit der ihr sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagt:
Mit dem innovativen „Face-Bra“, was übersetzt nichts anderes wie „Gesichts-BH“ bedeutet, vernichtet ihr einerseits Doppelkinn und Krähenfuß, während ihr gleichzeitig die Umgebung in Angst und Schrecken versetzt! Der Gesichts-BH ist also die ideale Symbiose von Plisseegesicht und Panikmache, die zeitgemäße Art des messerfreien Facelifts, die zeitsparende, wenn auch nicht ganz günstige Methode, ein innovatives Kosmetikprodukt auch bei einer aushäusigen Veranstaltung zu verwenden, wenn ihr euch sonst schon nicht traut, dieses ulkige Bandagenwerk zu tragen.

Apropos Veranstaltung: Beinahe eine Flasche Sangiovese lang habe ich vergangene Nacht gebraucht, um ein 10-strophiges Gedichtwerk als Geschenk für die Geburtstagsparty der lieben P. heute Abend hinzukriegen. Mich wundert kein bisschen, dass manch kreativen Köpfen immer das üble Gerücht vorauseilt, unter Einfluss (sic!) alkoholischer Stimulanzien vollbrächten sie die besten Leistungen. Ich kann es bestätigen, mit etwas Schmierstoff in den Adern purzeln die Worte fast ganz allein aus meinen Fingern. Zwar handelte es sich gestern zum Glück nicht um einen Tropfen aus dem Hause Chateau Migraine, allerdings sehe ich auch nicht gerade taufrisch aus, aber naja, keine Produktivität ohne Promille, sage ich immer.
So eine Runde mit dem Gesichts-BH würde mir vielleicht jetzt auch nicht schaden.

Euch einen glatten Tag wünscht
moggadodde

Schwarze Löcher

Mit Mühe und Not und unter Zuhilfenahme haarsträubender Eselsbrücken kann ich mir gerade mal den PIN von meinem Mobiltelefon merken und die Geheimzahlen der Kinderkonten (obwohl, wenn ich so darüber nachdenke, weiß ich die aus dem Stegreif auch gerade nicht).
Meine Scheckkarte ist nun schon ziemlich betagt und seit mehreren Jahren in Gebrauch und meistens kann ich mich auch hier an den vorgegebenen PIN erinnern. Manchmal allerdings, kann ich die verdammte Geheimnummer meinem Gehirn ums Verrecken nicht entlocken und als ich eben eine Tankstelle ansteuerte, merkte ich, dass sie mir mal wieder nicht einfallen wollte.
Ich drehte eine Runde um die Tanke und mir kamen verschiedene Kombinationen in den Sinn, sicher war ich aber nicht. Schließlich dachte ich, dass mir wie schon so oft, die Geheimzahl direkt vor dem Gerät stehend wieder einfallen würde, wozu bin ich schließlich Optimist? Aber auch als ich an der Kasse stand, blieb die Gehirn-Schublade mit der PIN diesmal wie eine Auster verschlossen und während ich nervös ein paar in Frage kommende Kombinationen eintippte wurde die Schlange hinter mir immer länger. Schließlich gab ich auf und zahlte mit den letzten 15,00 Öcken, die ich zum Glück noch cash in der Tasche hatte. Wie eine senile Greisin, die sich der Namen ihrer Enkel nicht mehr erinnert, brabbelte ich mit rotem Kopf was von „Scheiße“ und „Ich weiß meine PIN nicht mehr!“ und verließ mit errötetem Kopf das Kassenhäusle.

Es gibt sicher noch sehr viele Leute wie mich, die mit Zahlen im Allgemeinen und Bank-PINs im Besonderen auf Kriegsfuß stehen. Warum gibt es eigentlich neben PINs nicht auch PILs, mit Kennwörtern oder Buchstabenfolgen statt der verdammten Zahlen? Warum muss ich mich mit zusammenhanglosen Nummernreihen herumplagen, die wertvollen Speicherplatz in meinem Gehirn blockieren? „Ja“, werden manche sagen, „die Lesegeräte akzeptieren nunmal nur Zahlen“, aber ich sage Bullshit! Ich kann ja auch mit einem Telefon Textnachrichten verschicken, also, warum zur Hölle gibt es so etwas noch nicht?

Für eine Menschheit, die mit Teilchenbeschleunigern gefährliche Schwarze Löcher produzieren kann, muss es doch ein Klacks sein, ein schriftzeichenunterstütztes Zahlungssystem zu entwickeln, mit dem das Schwarze Loch in meinem Zahlengedächtnis umschifft werden kann, zumal ich mit Sicherheit kein Einzelfall bin, Himmelherrgott nochmal! Ich als Ziffernbehinderte fühle mich hier jedenfalls aufs Übelste ausgegrenzt und diskriminiert, jawoll!

Euch einen berechenbaren Tag wünscht
moggadodde