Endlich Montag! Endlich sind alle aus dem Haus und ich kann mich endlich mal auf mich besinnen und bin endlich mal wieder allein. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich kann meine Familie gut leiden, manchmal meistens liebe ich sie sogar, aber an dem Spruch „Distanz schafft Nähe“ ist ganz besonders am Montagmorgen durchaus was Wahres dran.
An den Umstand, dass in den hiesigen Hallen nun immer häufiger auch Dixies Romeo anzutreffen ist, müssen der MamS und ich uns nämlich erst gewöhnen. Unverständlicherweise Offenbar gefällt ihm das Familienleben hier ziemlich gut. Trotzdem ist es ungewohnt daran zu denken, beim Duschen die Badezimmertür zu verschließen und danach mal eben nackig ins Schlafzimmer zu schlendern ist auch nicht mehr drin.
Dafür ist nicht nur ein kräftiger Esser sondern sind auch zwei kräftige Hände mehr im Haus und selbstverständlich darf er an den Freuden des Getränkekistenschleppens teilhaben oder wird auch mal zum Kniffelspielen mit Hank abkommandiert. Überhaupt scheint Hank das derzeitige Liebesglück seiner Schwester zu inspirieren.
Aus dem Telefonbuch hat er nämlich den Schnipsel mit der Nummer seiner eigenen Favoritin aus der 3. Klasse ausgeschnitten und mit einem Namensschild versehen über sein Bett gepinnt, was ich persönlich schon dezenter finde als Poster von barbusigen, schaumigen Autowäscherinnen oder die für viele Jungs obligatorische Abbildung einer sprintenden Pamela Anderson mit Schwimmbrett unterm Arm.
Daran, dass Dixie seit ihrem 7. Lebensjahr permanent in irgendjemanden verknallt ist, habe ich mich ja gewöhnt. Dass Hank nun aber auch schon anfängt, seine Schwärmerei so offen zu präsentieren, finde ich momentan nur deshalb ganz niedlich, weil ich inständig darum bete, dass es noch ein paar Jahre dauert, bis sich seine Schnecken hier die Klinke in die Hand geben. Ich hoffe nur, ich werde bei ihm und seinen Amouren ähnlich gelassen sein wie bei seiner Schwester.
Euch einen liebevollen Tag wünscht
moggadodde
