Über- oder Unsinn?

Schon als ich noch ein kleines Kind war, habe ich mit roten, heißen Bäckchen kleine Löffel vor den Fernseher gehalten und vergeblich auf irgendein Zeichen telekinetischer Übertragung gewartet. 30 Jahre später legt mein Sohn mit klopfendem Herzchen kleine Löffel auf den Fernseher und wartet ebenso vergeblich. Nicht der Hauch einer Biegung ist sichtbar außer denen, die schon vorher da waren. Hank ist ein bisschen enttäuscht von Herrn Geller, der auf Pro7 seinen Nachfolger sucht, genauso enttäuscht wie ich damals, weil die Chose nicht funktioniert, obwohl der Bub vorhin sogar laut auf hebräisch bis drei gezählt hat.
Mechanische Uhren gibt es bei uns nicht mehr und ich besitze momentan nur ein defektes Haushaltsgerät. Leider ist der MamS heute nicht daheim und allein konnte ich den Trockner wirklich nicht vor den Fernseher zerren.
Bisher hatte ich das alles für einen perfekt inszenierten Mumpitz gehalten. Wenn es aber wirklich einer schafft, die Permanentplaudertasche Sonya Kraus zu andächtigem Schweigen zu bringen, dann kann das nur mit übersinnlichen Phänomenen zugegangen sein.

Euch einen schwindelfreien Abend wünscht
moggadodde

Das fängt Jahr gut an!

Das kleine 2008 ist ja erst ein paar Tage alt, aber es hat uns schon mit einer netten Überraschung beglückt.
Ein Werbepartner des großen FC Bayern München hat den MamS und mich als Gewinner der Monatsauslosung erkoren und, jetzt nicht lachen, heute den Preis in Form eines Fußballs mit den Originalunterschriften des aktuellen Spielermaterials übersandt.
Natürlich plädierte ich nach der ersten Freude für ein Verhökern eine Versteigerung an den Höchstbietenden, was jedoch durch die beiden Männer des Hauses im Keim erstickt wurde. Jetzt thront die Pille auf einer Klopapierrolle im Kinderzimmer und wird vor lauter Ehrfurcht wohl niemals bespielt werden.

Der Absender versichert, dass es sich um die wahrhaftigen Autogramme der kickenden Koryphäen des FCB handelt, aber auch bei genauer Prüfung könnte wohl niemand mit Sicherheit sagen, ob sich nicht doch nur ein angeschickerter Zeugwart am Edding vergriffen hat.

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Egal. Ich nehme das als Omen, als positives Zeichen für den Beginn eines glücklicheren neuen Jahres, zumal ich mit einem Rubbellos von Tele2 im Supermarkt meines Vertrauens heute noch einen Cola-Lutscher und einen Kugelschreiber gewonnen habe. Natürlich ist das ausbaufähig, aber als Beginn ganz sicher nicht schlecht.

Euch einen fortunösen Abend wünscht
moggadodde

Sind Frauen die besseren Männer?

Schon öfter habe ich bei Hank einen gewissen Überhang in der Wertung der Geschlechter in Richtung des männlichen Chauvinismus entdeckt. So ist er z.B. der unumstößlichen Überzeugung, dass der Damenfußball nur als Belustigung für die vermeintlichen Kronen der Schöpfung erfunden wurde, gibt aber unumwunden zu, dass die Weibchen besser im Geschenkeeinpacken seien.
Gestern, als ich mich aufmachte, den zwei Wochen hohen Bügelberg zu erklimmen, fragte er allen Ernstes, warum Frauen denn besser Wäsche falten könnten und mutmaßte, dass das bestimmt etwas mit dem Mutterinstinkt zu tun habe. Ich antwortete, dass ich einige Männer kenne, die diese Hexerei ebenfalls beherrschten und davon nicht alle Väter seien, was beweise, dass auch kinderlose Männchen für diese Arbeit abgerichtet werden können. Ich vermute allerdings, er wollte nur schon mal vorbauen, damit ich ihm seine Sportklamotten und Stinkesocken noch wasche, wenn er schon ausgezogen ist, wobei er die Rechnung ohne die Wirtin gemacht hat.

Da erfreut es meine schwarze Seele schon ein bisschen, dass ich ihm, dem Spargelhasser, später beim Abendessen einen kleinen Streich spielen konnte. In die Lachs-Sahne-Soße mischte ich klein geschnittenen Spargel aus dem Glas und wusste, dass ich mir etwas einfallen lassen musste, wollte ich nicht zusehen, wie er später angewidert die Stückchen aus dem Essen seziert. Prompt fragte er, was denn das „weiße Zeuch“ in der Soße sei. Ich erklärte ehrlich, es handele sich um ein leckeres Gemüse namens „Asparagus“ und freute mich diebisch, als er seinen Teller ratzekahl leerte was beweist, dass Frauen vielleicht nicht so gut Moorhühner abknallen können (Hank und sein Vater liefern sich erbitterte Ranglistenkämpfe, während ich nicht mal in die Wertung komme), aber in der Disziplin „List und Tücke“ nicht zu unterschätzen sind und genau das ist es ja, worauf es im Leben oft ankommt.

Nicht umsonst trägt das schöne Wort „Manipulation“ den weiblichen Artikel. Männer denken viel zu direkt und zielgerichtet („Sage ich das, reagiert sie soundso“), während die sensuelle Struktur der Frauen sehr viel subtiler ist („Sage ich das SO, wird er dasunddas sagen, worauf ich dasunddas erwidere und er nur noch das machen kann“). Sie legen sich bereits im Vorfeld hoch komplizierte, strategische Pläne zurecht um ans Ziel zu kommen und haben meist noch irgendwo ein Ass im Ärmel für den unwahrscheinlichen Fall, dass sie sich mit ihrem Willen nicht sofort durchsetzen können.
Auch wenn Männer, ob jung oder alt, im Grunde genauso leicht zu durchschauen sind wie ein Organzavorhang, auf sie verzichten aber wollen und können wir ja doch nicht. Wer wird sich schon seiner treuesten Anhänger entledigen wollen? Und wer trägt sonst die Getränkekisten in den vierten Stock?

Euch einen muskulösen Tag wünscht
moggadodde

Zielvorgaben

Zur Abwechslung habe ich zum Jahreswechsel den Vorsatz gefasst, keine Vorsätze zu fassen, nachdem die Erfolgsquote zu den vergangenen Gelegenheiten vernichtend nicht überragend war. Außerdem ist das Wort „vorsätzlich“ schon ohne mein sicheres Versagen negativ behaftet genug und wenn ich mein Horrorskop für die nächsten 12 Monate so anschaue, habe ich genug damit zu tun, Partnerschaftsdissonanzen in der Mitte des Jahres, Karriere-Rohrkrepierer von April bis Juni und finanzielle Engpässe von Januar bis Dezember abzuwenden und somit gar keine Zeit, auch noch blöde Vorsätze einzuhalten.

Eine feine Finalparty ist angesagt, für die ich das Dessert

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beisteure, das nach Lachseröffnung und gefülltem Truthahn nur mit viel Glück noch ein Plätzchen findet.

Ich beabsichtige, mich heute der ausschweifenden Feierei hinzugeben und wenn ich schon sonst keine Vorsätze fasse so wenigstens den, es heute anständig krachen zu lassen, inklusive pyrotechnischem Pipapo und Chinaböller.
Allen Menschen von Orient bis Okzident und auch den Rechtsüberholern, Parkplatzwegschnappern und Stehpinklern wünsche ich an dieser Stelle einen trockenen Jahreswechsel, was sich ausschließlich auf die Witterung bezieht sowie ein schönes, sorgenfreies, gesundes, friedliches, geschmeidiges, zufriedenstellendes, glückliches und von Erfolg gekröntes neues Jahr, in dem es nicht das geringste zu Meckern gibt.

Hautnei!
moggadodde

Morgääähn!

Auch bei diesem Versuch muss ich feststellen: Vier Stunden Schlaf sind tatsächlich immer noch zu wenig für mich. Kaffee, hopphopp!
Für fünf Stunden Montagsarbeit bekomme ich acht Stunden Donnerstagsarbeit geschenkt und bin ab heute 12.00 Uhr feddich für die Woche. Ist das nicht fein? Deshalb, kein Rummädeln jetzt, sondern Fakten schaffen!

Euch einen wachen Tag wünscht
moggadodde