Ein Herz in Flammen

Im Nichtraucherbereich eines Biergartens in Saarlouis hat sich eine Frau ihre Zigarette angesteckt und als der Herr Ober sie sicher freundlich bat, das Rauchen dort doch einzustellen, schmiss sie ihre Fluppe erbost auf den Boden. Der Kellner hob die noch glühende Kippe aber wieder auf und steckte sie der Meckerziege in den Ausschnitt. Da sage ich mal:

1. Nicht schlecht, Herr Specht!
2. „Anmachen“ im echten, puren Sinn. Das ist doch mal eine Alternative im alltäglichen Bagger-Einerlei.

Und jetzt kriegt der arme Kerl noch eine Anzeige wegen Körperverletzung, was ich ziemlich ungerecht finde. Ich an seiner Stelle hätte die Kippe auf der Hühnerbrust nämlich auch noch ausgedrückt.

Euch einen heißen Tag wünscht
moggadodde

Lieber am dran als Arm ab!

60 frisch vom Bankkonto abgehobene Ömmchen, nicht in den Geldbeutel sondern in das nach oben offene Kartenmäppchen verstaut, diese in die gelbe, kleine Kompakthandtasche („Nuttentäschle“, O-Ton MamS) gesteckt, die trotz eines Überschlagriegels nicht sicher zu sein scheint, in einem unaufmerksamen Moment von einem Taschendieb, der sehr geschickt vorgegangen sein muss, geklaut. Gaunergesindel, elendiges. Hoffentlich faulen ihm zuerst die Finger ab, danach die ganze Hand. Beide Arme. Der ganze hinterhältige Drecksack soll verfaulen, jämmerlich und qualvoll und langsam. Und ich könnte mich wegen meiner immensen Blödheit in den Hintern beißen …

Euch einen sicheren Abend wünscht
moggadodde

Stell! Mich! Ein!

Der Begriff „Arbeit“ kann ja allerlei Adjektive auf sich vereinen. So kann diese z.B. vielseitig sein oder anspruchsvoll, sterbenslangweilig, anstrengend, erholsam, unterbezahlt, ehrenamtlich oder schweißtreibend.
Aber diese Anzeige eines sehr bekannten Schweizer Modeunternehmens (von dem ich aber in meiner fränkischen Provinz Metropole noch niemals etwas gehört habe)

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macht mich stutzig.
Was bitte zeichnet einen „TOTALLY SEXY JOB“ denn aus? Das Wort „sexy“ umschreibt doch wohl eine erotische Attraktivität und jetzt frage ich mich natürlich, welche Berufstätigkeit sich denn mit Recht „sexy“ nennen kann. Wenn ich mit meinem Auto in der Schlange an der Waschanlage stehe und dem muskelbepackten Mitarbeiter in Latzhose und ansonsten freiem Oberkörper zusehe, der mit seinem ordinär großen Dampfstrahler verdreckte Karossen abspritzt, dann ist der Typ möglicherweise sexy, nicht aber seine nasse Arbeit.
Ist es vielleicht die Arbeitseinstellung, die einen Job sexy machen kann, will sagen, gehört es möglicherweise zur Philosophie dieses Unternehmens, dass die weiblichen Angestellten die offenbar sagenhaft trendigen Fummel nur mit feuchten Höschen und zittrigen Knien über den Verkaufstresen reichen und die männlichen Modeberater an einem sehr langen Arbeitstag nicht nur einen Kleiderständer vor sich her schieben müssen? Soll sich das willfährige Personal den ganzen Tag lasziv die Lippen lecken, um die junge Kundschaft zum Kauf zu animieren? Gehört es zum Tätigkeitsprofil, sich provokativ mit einem Ausschnitt bis unterhalb des möglichst gepiercten Nabels stöhnend in der neu eingetroffenen Sommerkollektion zu wälzen und bei Kundenreklamationen nach dem Store Manager zu winseln, der möglicherweise Puff Daddy heißt?

Bei allem Verständnis für galoppierenden Zeitgeist: Der krampfhafte Versuch, mit der Ausschreibung von „totally sexy jobs“ ausschließlich junge Hüpfer aus den Human Resources zu rekrutieren ist so durchsichtig, dass er schon wieder gut ist. Klar ist natürlich, dass ich es mir nicht nehmen lassen werde, das ausgewählte Verkaufspersonal aufs Genaueste zu inspizieren …

Euch eine reizende Nacht wünscht
moggadodde

Monster-Mutter

Seit vielen Jahren habe ich gestern wieder einmal „Alien“ gesehen. Im ZDF, ohne Werbung, dafür aber voll düsterer Spannung. „Das Alien ist ein perfekter Organismus. Nur seine Feindseligkeit übertrifft seine perfekte Struktur. Es ist geschaffen, um zu überleben, kein Gewissen beeinflusst es, keine Schuld, keine Wahnvorstellungen ethischer Art“ sagt der Androide Ash über den unentwegt sabbernden, spitzzahnigen Killerwurm und ich werde das dumme Gefühl nicht los, Ridley Scott hat schon 1979 gewusst, was im Jahr 2007 auf MU-TH-R 65 (Mother Mogga) zukommt. Ellen Ripley pustet das Vieh durch ein Loch in der Bordwand ins All, wähnt sich in hübsch trügerischer Sicherheit und legt sich schneewittchengleich in ihre kalte Schlafstätte, nur um einige Zeit später in der Fortsetzung festzustellen, dass sie das bösartige Wesen noch lange nicht zur Räson gebracht hat.
Wenn die kringellöckige Ripley dem wahnwitzig bösartigen Lebewesen, unberechenbar und dauerhungrig per Flammenwerfer begegnet, bebend, dennoch entschlossen, ängstlich doch unbeugsam, erinnert sie mich an mich selbst im momentan aussichtslosen Kampf, aus einem pubertierenden Stachelmonster einen halbwegs passabel sozialverträglichen Organismus zu formen. Ich brauche im Moment nicht viel Phantasie um mir vorzustellen, dass die Alien-Story im Grunde auch den kriegerischen Konflikt pubertierender Töchter mit ihren unvorsichtigen Erzeugerinnen thematisiert.
Ripley ist jedenfalls viel besser armiert als ich, die mit immer stumpfer werdenden Waffen wie Elektronikembargo und tageweisem Arrest operiere. Und seit einigen Tagen wünsche ich mir auch so einen kleinen, glatten Knopf, mit dem ich das zerstörerische Ding aus einer so anderen Welt mit einem einzigen Druck in den lautlosen Weltraum blasen könnte. Das Alien frisst dich mit Haut und Haar auf einen Happen auf. Dixie-Alien nimmt erst einen kleinen Finger, von dem du meinst, du könntest seinen Verlust verschmerzen und reißt dir dann den ganzen Arm aus dem Schultergelenk.
Ich habe keine Lust mehr auf Spielchen, bin es aber schon jetzt leid, dauernd zu kämpfen. Am liebsten würde ich mich auch ein eine vereiste Schlafkammer zurückziehen und erst wieder aufwachen, wenn dieser Albtraum Pubertät ausgestanden ist.

Euch einen warmen Tag wünscht
moggadodde

Alles wird gut …

Lange ersehnt und endlich da: Die Möbel! Gerade sind zwei äußerst freundliche Herren mit dem Aufbau des in kleinste Einzelteile zerlegten Schrankes beschäftigt und auf der Couch konnte ich schon mal probesitzen. Hach! Wie ich mich freue! Endlich wieder Nickerchen vor dem laufenden Fernseher …
Drei Stunden wird die Aktion ungefähr dauern und das bei zwei trainierten Schraubern. Gut, dass wir uns dafür entschieden haben, den Aufbau von fähiger Hand vornehmen zu lassen. Wir hätten, obwohl nicht ganz unfähig (subjektiv betrachtet) sicherlich mehrere Tage gebraucht, unsere Nerven vollends ruiniert und möglicherweise in einem Wutanfall das eine oder andere Teil aus dem Fenster geschmissen.
Ein schönes Gefühl, gemütlich hier zu sitzen, Käffchen zu genießen, dem sonoren Summen der Akkuschrauber zuzuhören und zu sehen, wie das hier endlich anfängt, wieder nach Wohnzimmer auszusehen.
Heute Abend knallen die Korken. Versprochen!

Euch einen befreienden Tag wünscht
moggadodde