Achtung: Das ist ein Posting für ältere Leser. Nach 1975 geborene Personen sowie Nichtbayern werden vielleicht nicht wissen, wovon ich spreche. Ich sage das nur, damit mir später keine Klagen kommen …
Dass sich Durchhaltevermögen, Geduld und unerschütterliches Selbstvertrauen lohnen, zeigt das Leben und die Karriere von Helmut Fischer, der heute seinen 80. Geburtstag feiern würde. Trotzdem sein Schauspieldebüt, das er übrigens am Stadttheater meiner Heimatstadt feierte, mit vernichtenden Kritiken versehen wurde, versuchte er sich immer wieder und verlor sein Berufsziel nie aus den Augen. Erst Helmut Dietl und der von ihm verkörperte „Monaco Franze“ Münchinger machten ihn bekannt und er bekam das ihm dort auf den Leib geschriebene Image vom unwiderstehlichen Frauenversteher und augenzwinkernden Schürzenjäger fortan nie mehr los.
Ich habe die Geschichten vom „Ewigen Stenz“ sehr gerne gesehen, die liebenswert unbekümmerten Sprüche („Recht viel treuer schaut kein Schaf“, „Immer des Gschiss mit der Elli“) in den täglichen Sprachgebrauch übernommen und das „Spatzl“ Kubitschek bewundert, das den Hallodri und seine Fraueneskapaden zwar durchschaut, aber lange toleriert.
Fischers Rolle in „Die Hausmeisterin“ neben Veronika Fitz läuft zwar in etwa auf der gleichen Schiene, gehört aber ebenso nach wie vor zu meinen liebsten Lieblingswiederholungen.
Nördlich des Weißwurstäquators kennt wahrscheinlich kein Mensch den Helmut Fischer und die U-30-Kandidaten kratzen sich jetzt sowieso schon den Kopf. Aber falls irgendwann bei euch einmal der „Monaco Franze“ über die Scheibe flimmert, denkt an diesen Mann, der sich in jungen Jahren auf dem Oktoberfest sogar als Zebrahintern betätigte, seinen Traumberuf aber am Ende doch noch erreichte …
Euch einen gelungenen Abend wünscht
moggadodde

