Das ist ein Ü-40-Beitrag

Achtung: Das ist ein Posting für ältere Leser. Nach 1975 geborene Personen sowie Nichtbayern werden vielleicht nicht wissen, wovon ich spreche. Ich sage das nur, damit mir später keine Klagen kommen …

Dass sich Durchhaltevermögen, Geduld und unerschütterliches Selbstvertrauen lohnen, zeigt das Leben und die Karriere von Helmut Fischer, der heute seinen 80. Geburtstag feiern würde. Trotzdem sein Schauspieldebüt, das er übrigens am Stadttheater meiner Heimatstadt feierte, mit vernichtenden Kritiken versehen wurde, versuchte er sich immer wieder und verlor sein Berufsziel nie aus den Augen. Erst Helmut Dietl und der von ihm verkörperte „Monaco Franze“ Münchinger machten ihn bekannt und er bekam das ihm dort auf den Leib geschriebene Image vom unwiderstehlichen Frauenversteher und augenzwinkernden Schürzenjäger fortan nie mehr los.
Ich habe die Geschichten vom „Ewigen Stenz“ sehr gerne gesehen, die liebenswert unbekümmerten Sprüche („Recht viel treuer schaut kein Schaf“, „Immer des Gschiss mit der Elli“) in den täglichen Sprachgebrauch übernommen und das „Spatzl“ Kubitschek bewundert, das den Hallodri und seine Fraueneskapaden zwar durchschaut, aber lange toleriert.

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Fischers Rolle in „Die Hausmeisterin“ neben Veronika Fitz läuft zwar in etwa auf der gleichen Schiene, gehört aber ebenso nach wie vor zu meinen liebsten Lieblingswiederholungen.

Nördlich des Weißwurstäquators kennt wahrscheinlich kein Mensch den Helmut Fischer und die U-30-Kandidaten kratzen sich jetzt sowieso schon den Kopf. Aber falls irgendwann bei euch einmal der „Monaco Franze“ über die Scheibe flimmert, denkt an diesen Mann, der sich in jungen Jahren auf dem Oktoberfest sogar als Zebrahintern betätigte, seinen Traumberuf aber am Ende doch noch erreichte …

Euch einen gelungenen Abend wünscht
moggadodde

Schöne Bescherung!

Die Kinder bekommen Geschenke. Also nicht heute, am 24. Dezember, meine ich. Vor einigen Jahren haben der MamS und ich aus Vernunftgründen beschlossen, dass wir uns untereinander den jährlichen Terror ersparen. Lediglich (unsere) Kinder und unsere eigenen Eltern werden beschenkt, weil das für sie einfach zu Weihnachten dazugehört, warum also nicht. Einen einmaligen Vorstoß, meiner Mutter ein lockeres Weihnachtsbeisammensein ohne den Tanz ums Geschenk schmackhaft zu machen, bereute ich sofort beim Blick in ihre von entsetzt zu enttäuscht wechselnde Miene.
Heute aber habe ich (selbstverständlich nach Rücksprache) ausnahmsweise ein Weihnachtgeschenk gekauft. Für ihn. Und für mich. Zusammen. Wir beschenken uns heuer selbst mit der lange ersehnten DIGITALKAMERA! Der MamS war es leid, sich anläßlich von Ausflügen oder Urlaubsreisen mit der mindestens 200 kg wiegenden schweren, sperrigen Spiegelreflexkamera abzuplagen und ich möchte schöne Momente im Bild festhalten, wobei ich sofort sehen kann, ob das Motiv eine Entwicklung lohnt, ober ob wieder sämtliche Beteiligten mit geschlossenen Augen und aufgesperrten Mündern aussehen wie ein Kegelklub während einer Zechtour.
Von unschätzbarem Wert bei diesem Weihnachtsgeschenk ist für mich höchstpersönlich der erfreuliche Umstand, dass ich euch endlich mit Anschauungsmaterial meiner näheren Umgebung versorgen kann. So viele Momente, in denen ich wünschte, ich hätte eine Kamera und könnte euch dieses witzige Schild oder jene komische Situation zeigen, von den Salzteigfiguren, selbst gezüchteten Kristallen, Maden in der Mülltonne oder den (noch nicht gekauften) Clogs ganz zu schweigen!
Jetzt bin ich nur unschlüssig, ob ich es schaffe, das silberne Schätzchen noch FAST 6 WOCHEN in der finsteren, sicher schrecklich unwirtlichen Verpackung zu lassen. Ich meine, ich bin ungeduldig, schon immer gewesen, und es juckt mich in den Fingern, das Sicherheitsband durchzuschneiden und mit zitternden Fingern die Bedienungsanleitung zu studieren, um sofort (ich bin gut im Verstehen von Bedienungsanleitungen, solange sie nicht so

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aussehen) die ersten Schnappschüsse zu knipsen! Einerseits hat sich irgendein ein schlauer Mensch mal überlegt, dass Vorfreude die schönste Freude sei, aber andererseits, sollte es nicht bestimmte Bedürfnisse geben, denen man einfach nachgibt? Ich bin sehr unschlüssig …

Zu den alljährlich um diese Zeit aus dem Postkasten quellenden Bittbriefen habe ich bei Herrn 40something („Kinderaugen sehen Dich an“) einen treffenden Bericht gefunden, den ich vollumfänglich unterschreiben kann.

Euch einen vorfreudigen Abend wünscht
moggadodde

Mehret euch endlich!

Heute geht es mir so richtig gut. KISS (unplugged!) donnert durchs Gebälk, während ich herumsause, KISSen aufschüttle, den Wohlstandsmüll vom Wochenende entsorge und mich zwischendurch von der Schweizerin verwöhnen lasse …

Auf meiner to-do-Liste stand heute außerdem eine mail an das BMFSFJ, (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – wer hat eigentlich diese Reihenfolge festgelegt und warum werden Männer nicht explizit genannt?), weil ich mit Frau v. d. Leyen auch noch einen Termin für die Übergabe des Deutschen Verdienstordens in Gold ausmachen muss. Ich habe ihr in meinem Schreiben nämlich endlich den Ausweg aus der herrschenden „Geburtenmisere“ aufgezeigt. Was einer Horde schwerfälliger Politiker auch in dreizehn Legislaturperioden nicht gelingen würde, hat sich mir heute bei Lektüre der Tageszeitung eröffnet. Die Ursache der fehlenden Zeugungslust der Deutschen ist nicht etwa in nicht vorhandenen oder zu teuren Kindergartenplätzen zu suchen und auch nicht mit Anhebung des Familiengeldes oder lustigen Einfällen wie „Extreme-Fathering“ zu lösen. Der Beischlaf muss endlich salonfähig und entsprechend beworben werden! Charming-Klopapier ist schließlich auch sauteuer und wird trotzdem gern gekauft, sicher nicht zuletzt wegen der ansprechenden Werbung!
Die Idee eines thailändischen Zoos, dem dort beheimateten paarungsunlustigen Panda-Paar zu Nachwuchs zu verhelfen, indem dem Männchen zur Prime-Time nach dem Dinner ein stimulierendes Video vorgeführt wird, um dem lendenlahmen Tierchen aufs Pferd, bzw. auf die Partnerin zu helfen, halte ich für revolutionär und auch auf hiesige Gefilde übertragbar. Statt nach der Tagesschau also Florian Silbereisen oder Carmen Nebel, die Anti-Erektoren des deutschen Fernsehens, ins Rennen zu schicken, sollte zu früherer Stunde Bilitis als Appetizer vom Bildschirm flimmern während sich später vielleicht Frau Orlowski und andere tatkräftige Kollegen und Kolleginnen dazugesellen. Auch durch kleine Werbespots zwischen den Filmen („Einmal gepoppt – nie mehr gestoppt“, „Testen Sie Lust – dann klappt’s auch wieder mit dem Nachbarn“) dürften selbst die unlustigen Untertanen ihre verschollen geglaubte Libido wieder entdecken. Und wenn 9 Monate nach Einführung des neuen Programmformats die Gebärstühle in den Krankenhäusern wider Erwarten nicht zur begehrten Mangelware werden, sollte vielleicht doch über ein „Gesetz zum fruchtbaren Vollzug des Beischlafs“ (GfVB) nachgedacht werden. Ich meine, bei den Chinesen klappt das mit der „Ein-Kind-Ehe“ ja auch ganz gut und als Minimum die „Drei-Kind-Ehe“ einzuführen halte ich für einen guten Anfang.

Oh, das Telefon … ich glaube, das ist die Ursula …

Euch einen fruchtbaren Tag wünscht
moggadodde

Praxis Dr. Morpheus

Ich habe es getan. Ich habe eine kleine Wohnung in Regensburg gemietet, eine sehr kleine Wohnung mit nur zwei Zimmern, die ich mir mit einem Mitbewohner teile und auch Hank zieht mit um. Er bekommt das große Zimmer mit zwei kleinen Fenstern auf eine belebte Hauptstraße. Die Wände sind lindgrün gestrichen und haben noch Löcher von den Vormietern. Auch einige Pokémon-Poster zieren noch eine Ecke dieses Raumes. Ich werde alles so lassen, es ist mir im Moment zuviel, auch noch zu renovieren.
Den anderen, kleineren Raum, der durch die Dachschräge noch kleiner wirkt, werde ich mir mit meinem Mitbewohner teilen. Hier steht bereits eine große Couch und ein Fernseher sowie ein Eck-Schreibtisch, auf dem schon mein Computer steht. Mein Mann hat mir schon einige meiner persönlichen Gegenstände mitgebracht. Er wird hier nicht mit einziehen, versteht aber meine Entscheidung, in Regensburg ein Jahr zur Schule zu gehen, bevor ich mit einem Studium beginne. Mein Mitbewohner meint, er könne an meinen Computer gehen, wie es ihm beliebt und ich muss ihm gleich am ersten Abend mit Bauchschmerzen sagen, dass das MEIN Computer ist und er sich nicht ungefragt an meinen Sachen bedienen darf. Anfangsschwierigkeiten. Trotzdem verkrieche ich mich am ersten Abend mit meiner Decke auf der ausgelegenen, breiten, dunkelbraunen Couch und weine still in mich hinein. Nun ist Mut und Durchhaltekraft gefragt. Ich habe es so gewollt …

Das habe ich heute Nacht geträumt. Der Mitbewohner in meinem Traum war der flatterhafte Freund von der Aysche schräg über uns. Als ich aufwachte, war ich froh, dass ich in meinem Bett lag und der MamS neben mir … Nennt man das „Spontanheilung im Schlaf“?

Inspiriert hat mich neben den anderen Ereignissen sicher dieser Clip, den ich gestern kurz vor dem Zubettgehen noch gefunden habe …

Euch einen traumhaften Tag wünscht
moggadodde

Downtime

Nicht besonders gut war mein Befinden gestern Abend. Nach den Katakomben, wo die Zeit träge und schleichend und wie in einer nicht endenden Zeitlupe ablief, erwartete mich daheim eine hungrige, meckernde Meute Kinder, die ein Abendessen einforderte. Ich also ab in die Kochzone und einen Reisauflauf mit noch im Gefrierfach gefundenen Garnelen (Penny-Markt, also günstig, ihr braucht nicht so zu gucken) und Tomaten gemacht und das Ganze mit Parmesan überbacken. Hank mag keine Garnelen und mokierte sich über Fischreste auf seinem Teller. Dixie fasste nach, wollte aber nur Käse und Tomate und Garnelen, weshalb der MamS meinte, sie müsse auch Reis nehmen. Er selbst bediente sich bei seinem Nachschlag aber ebenfalls nur an der Auflage, was Dixie aufbrachte: „Ich dachte, man muss auch Reis nehmen“. Der MamS schoss zurück, dass ER nehme, was ER wolle und Dixie verließ laut schimpfend den Tisch. Superstimmung also und ich musste mein Besteck beiseite legen und dachte nur: „Geht das Gottverdammt auch mal ohne Streit beim Essen“, machte verbal meinem Unmut Luft und musste wegen der gefühlsmäßigen Großwetterlage einige Tränen absondern, was den MamS zu der hirnrissigen Bemerkung veranlasste: „Wenn du das nicht schaffst dann kündige doch. Keiner verlangt, dass du, wenn du arbeitest, abends mordsmäßig aufkochst!“ Blödmann, der! Ich bin aber tatsächlich im Moment irgendwie überfordert, ohne Energie, leicht reizbar und würde am liebsten wegfahren, ein oder zwei Monate nur für mich sein, damit ich danach mein eigentlich relativ sorgloses, gesichertes und beständiges Leben wieder zu schätzen weiß. Mag sein, dass ich eine selbstsüchtige, dumme Pute bin. Aber zeitweise gehen mir hier alle derart auf die Nerven, dass ich gerne wie im bekannten Fall zum Zigarettenholen gehen und nicht wiederkommen möchte! Außerdem habe ich zunehmend Schmerzen an der Stelle, an der sich vor einem Jahr noch meine Gallenblase befand, wobei ich nicht weiß, ob der Begriff „Phantomschmerz“ nur für verlorene Glieder oder auch für entfernte Organe gilt …

Der Lichtblick des gestrigen Tages war die mail vom Käufer unserer Espressomaschine, der mitteilte, dass sie gut angekommen und er schon einem Kaffeeflash nahe sei; die Maschine sei seine neue große Liebe, wobei er sich in seinem Leben bisher dreimal „auf den ersten Blick“ verliebt habe. Zweimal seien es Katzen gewesen und einmal eben diese Espressomaschine.
Vielleicht sollte ich meine Anforderungen ans Leben auch nur einfach etwas zurückschrauben …

Euch einen zufriedenen Tag wünscht
moggadodde