Ballermann

So muss das sein: Frühstück unter strahlender Sonne (noch mit leichter Joppe aber dafür mit Sonnenbrille) und dank drahtloser Verbindung draußen surfen, ohne Wasser zwar aber immerhin im Netz.

Die Männer sind zum Fußball. Ich habe mich gedrückt, weil a.) ein Elternteil als Begleitung reicht und b.) ich nicht gerne zusehe, wie Hank und seine Kameraden erneut kräftig eines auf die Mütze kriegen, tormäßig betrachtet. Natürlich meint manche Mutter, gerade ihr kickender Filius sei auserkoren für eine grandiose Karriere und tritt in nächster Zukunft in die Fußstapfen von Toni oder vielleicht auch Lahm. Auch ich spreche Hank ein gesteigertes, fußballerisches Talent absolut nicht ab (immerhin ist er einer der beiden Jungs, die für die Torausbeute zuständig sind und das tut er nach Kräften und recht erfolgreich auch wenn es selten reicht) aber ich bin realistisch genug zu erkennen, dass er weniger durch Technik als durch seine Schnelligkeit punktet. Wenn er freie Bahn hat, stoppt ihn nur die berühmte Blutgrätsche, die durchaus schon in den Jugendligen verbreitet ist. Weil das restliche Spielermaterial bis auf zwei Kollegen, und das sage ich jetzt bewusst mit einer gewissen Bitterkeit, allerdings besser in einer anderen Sportart aufgehoben wäre, ich denke an Schach oder Halma, wundert es mich sehr, dass Hank mit diesen Pfeifen Nullen Nichtskönnern Sportsfreunden überhaupt noch aufläuft. Allerdings empfindet er es zunehmend als deprimierend, ständig als Verlierer vom Platz zu schleichen und erwägt bereits entweder einen Wechsel des Vereins oder aber gleich der Sparte.

Ein anderes Ärgernis sind die sogenannten „Pushy Parents“, jene unverbesserlichen Idioten unter den Erzeugern die meinen, ihre Sprösslinge durch schrill gellende Zurufe („Los, den packste! Der kann doch nix!“), mit der Aufforderung zu unfairen Aktionen („Hol‘ dir den Zehner von den Beinen!“) oder aber gar Beleidigungen („Hopp du Schauspieler! Steh‘ auf!“) zum Sieg verhelfen zu müssen. Schon oft haben wir uns mit diesen hasenhirnigen Schafsköpfen angelegt und die eine oder andere, lautstarke Diskussion an der Grenze zur Handgreiflichkeit geliefert aber bei diesen minderbemittelten Suppenkaspern, die es in manchen „gegnerischen“ Gemeinden gibt, aber eher wird ein Fußball eckig, als dass die ihren ausgeprägten Arschlochstatus überdenken.
Unterstützung ist gewünscht und willkommen, muss aber immer von Fairness und Objektivität getragen sein, gerade doch im Jugendsport!

Mit dem MamS habe ich ausgemacht, dass er anruft, wenn das heutige Spiel nicht in die Hose gegangen ist. Bisher schweigt das Telefon …

Euch einen gewinnbringenden Tag wünscht
moggadodde

Update: 2 : 3 gewonnen in Zell (mit zwei Treffern von Hank) und keine Verbalinjurien der zuschauenden Eltern. Mist. Wäre ich doch mitgegangen!

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Dieser Eintrag wurde in Daily Soap veröffentlicht.

5 commenti su “Ballermann

  1. Al Gore sagt:

    Ich habe einmal ein Jugend-Spiel gesehen und war erschrocken, wie sich da die Eltern aufgeführt haben und die armen Kinder der anderen Mannschaft beschimpft haben. Und mit welchen Worten. Beschämend. Ich hätte da auch ständig Ärger!

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  2. prey sagt:

    Gewonnen! Super! Das gibt vielleicht genug Saft, dass die das nächste Spiel auch retten können. :o)

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  3. moggadodde sagt:

    @ Al Gore: Manchmal ist es wirklich unglaublich, was für reizende Vorbilder an der Seitenlinie ihren Müll absondern. Ich bekomm‘ bei sowas erst Herzklopfen, dann einen roten Kopf und dann würde ich den Typen gerne die Nase brechen. Aber ich bin ja auch Vorbild … 😉

    @ prey: Es muss wohl trotzdem knapp gewesen sein aber auch hier zählt: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“ … 😀

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  4. Mephisto sagt:

    Kann es sein, dass die angesprochenen Eltern soviel Druck machen, damit ihr Sohn die Erfolge feiert, die ihnen selbst nicht gegönnt waren?

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  5. moggadodde sagt:

    @ Mephisto: Freilich … für eine eigene Karriere hat’s nicht gereicht und den Ableger hat noch immer kein Talentscout entdeckt, obwohl dieser einen Pelé ganz locker in die Tasche stecken würde. Tragische Gestalten …

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