Frühes Stück

Nein, ich frühstücke nicht opulent, nur am Samstag gibt’s leckere Bäcker-Schäfer-Brödli.
Unter der Woche gibt es nur „Colazione della casa“, von bösen Zungen auch „Black Breakfast“ genannt.

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Mehr braucht’s nicht, um mich für den Tag zu rüsten. Ich finde, ich bin genügsamer als ein Kamel.

Euch einen satten Tag wünscht
moggadodde

Mogga Mystery

Diesen Kuchen habe ich schon tausendmal gemacht. Mindestens. Ich könnte ihn backen mit verbundenen Augen und einer Hand auf dem Rücken fixiert. Eigentlich.
Wieso nur, Himmelarschundzwirn, will der blöde Kuchen heute nicht so wie ich will? Es ist ein Rätsel: Ich habe nichts anders gemacht als die tausende Male zuvor! Außen ist er für meinen Geschmack zu dunkel und trotz Überschreitung der Backzeit innen immer noch nicht richtig durch! In der Mitte ist er eingesunken und dort hängt auch der leckere, immer noch leicht cremige Teig an der selbstverständlich präparierten Backform.

Da hilft als Kosmetik nur ein geschätztes, halbes Pfund Puderzucker und eine eigentlich nicht eingeplante Kerze zum Füllen der Vertiefung,

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damit das Machwerk nicht gar so schlimm daherkommt.
Hank wird das nicht stören, Rotweinkuchen ist sein Favorit, auch wenn er ein bisschen misslungen außergewöhnlich aussieht.
Das mit dem Radiogruß heute früh hat geklappt, Hank war happy, dass ich aber dem Sender alle seine derzeit laufenden Nicknames gesteckt habe und diese auftragsgemäß vom Moderator verlesen wurden, fand er schon etwas peinlich.
Was soll’s. Mir ist schließlich auch fast nicht peinlich, dass ich es schaffe, einen Kuchen mit einem todsicheren Rezept zu versauen …

Euch einen feierlichen Tag wünscht
moggadodde

Nur die Sonne wäre Zeuge …

Nach langen Diskursen über den ungeklärten Zusammenhang zwischen dem Einsatz der Menopause unter Berücksichtigung der primären Menstruation, nach Schunkelrunden zwischen Herrn Heintjes „Schwalbenlied“ und Rockeinlagen zu Sweets „Blockbuster“, nach Konfrontation eines 75 E-Körbchens mit einem 80 Doppel-E-Körbchen und deren fotografischer Dokumentation darf ich behaupten, dass die Ü-40er-Generation das ausschweifende, ganz und gar flotte und fidele Feiern nicht verlernt hat.

Leider habe ich nun aber auch einen ganz neuen Floh im Ohr: Rasend gern würde ich aufgrund wunderschöner Schilderungen eines Partygastes zu einem Segeltörn ins Mittelmeer stechen. Leider ist der MamS so gar nicht seetauglich, aber ich könnte, so leid mir das auch täte, was ich natürlich nicht tun werde, die Landratte zurücklassen und mir eine eigene Crew anlachen.
Ach, das wär‘ auch so ein Traum: Ich sitze auf dem gleißend hellen Deck einer weiß glänzenden, kleinen, schaukelnden Yacht, atme die salzige Luft um mich herum und genieße den fernen Ausblick auf einige, gemächlich cruisende Tümmler. Meine braungebrannten Füße hängen über den Bug und werden von trägen Salzwassertropfen benetzt. Es herrscht einsame Stille, bis auf das rhythmische Geräusch der kleinen Wellen, die an den Rumpf schlagen und das unregelmäßige Klackern in der Takelage … Ich halte mein Gesicht, das langsam anfängt zu brennen, in die heiße, nachmittägliche Hitze, spüre, wie ich langsam von krebs- in kirschrot changiere, bin aber bin viel zu faul um aufzustehen und mich unter das Sonnensegel zu begeben. Statt dessen schütze ich meine Augen mit der Hand vor der grellen Sonne und schaue schläfrig in die Ferne, ob sich irgendwo am Horizont möglicherweise etwas Land erspähen lässt.
Nebenbei frage ich den Skipper, der ein bisschen aussieht wie Alain Delon, ob wir heute noch in irgendeinem Hafen einlaufen und er antwortet, dass wir diese Nacht auf dem Meer verbringen werden. Ich lege mich beruhigt zurück auf die heißen Planken, die mir den Rücken zu versengen drohen und denke, dass ich für den Rest meines Lebens nur hier liegen und auf das Wasser und in den stahlblauen Himmel sehen will.

Ich bin ein Fisch! Lasst mich aufs Meer!

Euch eine feuchte Nacht wünscht
moggadodde

Separatistenparty

Es gibt ja einige Sachen, die mir Kopfzerbrechen bereiten, aber in eine Verlegenheit bin ich bisher noch nie geraten:
Als ich vorhin einer Bekannten telefonisch zum Geburtstag gratulierte und unser Kommen für ihre morgige Party zusagte, erzählte sie, dass sie nicht nur morgen, sondern auch heute feiern werde. „Wie“, erkundige ich mich, „wieso feierst du zweimal?“
„Ach“, antwortet sie, „bei den vielen Geschiedenen in unserer Clique muss ich das.“ Der eine Teil der getrennten Paare komme heute, der andere schlage morgen zur Feier auf. So gebe es nicht die Gefahr peinlicher Zusammentreffen verfeindeter Lager, die die Sause als Plattform für schwelende Unterhalts- oder Sorgerechtsdissonanzen ansehen und damit möglicherweise die Stimmung killen oder sich zu fortgerückter Stunde womöglich im negativen Sinn an die Wäsche gehen bzw. gar dem neuen Partner der oder des Verflossenen an die Gurgel.
Als ich nach dem Gespräch darüber nachdachte, ging mir auf, dass unter ihren Bekannten tatsächlich der MamS und ich das einzige Paar sind, das noch nicht geschieden oder getrennt lebend ist und dass in unserem eigenen Bekanntenkreis kein einziges Separatistenpaar zu verzeichnen ist, was die Planung z.B. von Geburtstagsfeiern diesseits erheblich vereinfacht.
„Außerdem bekomm’ ich die doppelte Menge Geschenke“, sagt meine Bekannte zum Abschluss und ich muss gestehen, dass ich die Sache aus dieser Perspektive zwar noch gar nicht gesehen habe. Trotzdem bin ich froh, meine Gästeliste nicht strategisch nach beziehungstechnischen Kriegsschauplätzen ausrichten zu müssen.

Mit solchen Sachen hat Hank noch gar keine Probleme; am Montag wird er endlich 10 Jahre alt. Er ist, auch weil sein CD-Player die Grätsche gemacht hat, ein Fan des lokalen Radiosenders und wünscht sich, an seinem Geburtstag über den Äther gegrüßt zu werden. Natürlich habe ich dem Sender eine Botschaft übermittelt, aber ich bin nicht sicher, dass das auch funktioniert. Deshalb mein Appell:
Hallo, RADIOGONG.COM: Selbst wenn sich mir selbst in aller Herrgottsfrühe angesichts der grammatikalischen Ausfallerscheinungen des Morgenmoderators so manches mal die Nägel kräuseln: Grüßt Hank und macht damit einen kleinen Jungen glücklich! Ruft!Ihn!An!

Euch einen feierlichen Tag wünscht
moggadodde