Back to the future

Der Besuch bei alten Bekannten heute war wie eine kleine Zeitreise: Wenn ich zu der ohrenbetäubend lauten Musik die Augen schloss, sah ich mich selbst mit 13 durch das Jugendzimmer im Dachgeschoss meiner damaligen Busenfreundin Claudia S. hüpfen, zu ebenjener Musik, die heute aus winzigkleinen, perfekt placierten Bose-Boxen hart auf den Kontrast von antikem, Gelsenkirchener Barock prallte.

Zu jener Zeit hatte ich noch einen ganzen Haufen Zukunft vor mir, ungewiss zwar, aber hoffnungsvoll ausgemalt. Heute habe ich nicht mehr ganz so viele Stücke vom einst riesigen Zukunftskuchen übrig. Die einstige, rosarote Glasur musste auch Farbe lassen und hat sich eher beim angenehmen unaufgeregten Rosé eingependelt, was aber nichts Schlechtes ist. Ich mag Rosé, zumindest in flüssigem Zustand.

Macht euch nichts draus, wenn ihr dieses Posting nicht die Bohne versteht. Ich versteh’s ja selbst nicht richtig – und dabei habe ich nicht mal was getrunken, geschweige denn was geraucht. Mir ist halt heute einfach nostalgisch zumute.

Euch eine heimelige Nacht wünscht
moggadodde

Hopelessly Hopeful

Mit der politischen Bildung kann ja nicht früh genug begonnen werden und Hank wird in der 4. Klasse gerade mit den Grundlagen vertraut gemacht.

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Optimismus ist etwas sehr schönes, finde ich und die Lektion „Der Unterschied zwischen Hoffnung und Illusion“ wird Hank noch früh genug lernen müssen.

Euch den bestmöglichen Abend wünscht
moggadodde

Ruf!Mich!An!

Premiere hatte ich heute in einer neuen Disziplin namens „Extreme Callcenter Fopping“. Bestimmt hat die Performance noch Optimierungspotential, ist aber für den Anfang gar nicht schlecht:

Ich so: „China-Lestolant Hongkong?“
Sie so: „Hallo hier Sowieso vom Verlagshaus Todfeind. Spreche ich mit Frau Mogga Dodde?“
Ich so: „Nää, China-Lestolant Hongkong!“
Sie so: „Ähhh, bin ich denn nicht in der ‚da wo die Mogga wohnt‘-Straße“?
Ich so: „Näää.“
Sie so: „Wo sind Sie denn?“
Ich so: „Na hiel!“
Sie so: „ Nein, ich meine in welcher Straße sind Sie denn?“
Ich so: „Flankfultel Stlaße 10!“
Sie so: „Können wir einen Rufnummernabgleich machen?“
Ich so: „Nää, muss wiedel in Küche! Auf Wiedelhölen!“

Der China-Slang ist gar nicht so einfach zu imitieren. Hilfreich ist es jedoch, sich mit der freien Hand die Nase zuzuhalten und beim Sprechen eine übertrieben lachende Grimasse zu machen. Hank und sein Kumpel haben jedenfalls beinahe in die Tischkante gebissen, so haben sie sich über diese Darbietung amüsiert.

Im Training bin ich jetzt noch mit „Pizzeria Prontopasta? Ihrrrä Bestellungä bittä!“ wo ich ein paar italienische Flüche einbauen kann („Porca miseria! Cretino! Posso lavorare!“), die leider allesamt besser klängen, wenn ich ein Mann wäre.
Ich übe aber auch schon für die „Nummer mit der Nummer“, wo ich als bräsige Putzfrau „Betra Brettschneider“ des fiktiven Etablissements „Schandall“ meinem fränkischen Idiom freien Lauf lassen kann („Näää, ich bin nur die Butzfrau. Die Scheffin is grad beschäffdichd. Des wirdd wohl eweng dauern. Kann ich aaa helf odda sollse zurüggruuf, wennse nachert widder aagezoche is?“).

So machen diese Callcenter-Störungen jedenfalls definitiv Spaß. SchwäSu und die anderen Bekannten, deren Rufnummer aus technischen Gründen ebenfalls nicht angezeigt wird, mögen zunächst zwar etwas irritiert reagieren; sie werden sich aber über kurz oder lang daran gewöhnen und nicht nur wegen der zusätzlichen Übungseinheit sind deren Anrufe jederzeit willkommen.

Euch einen herzerfrischenden Tag wünscht
moggadodde

Size matters eben doch!

Dank der Bundes-Ulla, die sich schon 2002 die kostensparende Einführung der Indikationsgruppen in der Kieferorthopädie einfallen ließ, fehlt dem kleinen Hank bei seiner Zahnfehlstellung Angle, ich nenne sie Engelsgebiss Kl. II, die etwa so aussieht,

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ein einziger, klitzekleiner Millimeter, um eine Kostenerstattung über die GKV zu erhalten.
Zwar sieht er aus wie „Rudi, der kleine Vampir“, aber (sollte ich sagen leider?) kann er 1-A abbeißen, kauen und sprechen. Die Kieferorthopädin meint, wegen der Abweichung von bis dato 5 mm solle in einem Dreivierteljahr jedenfalls mit einer Behandlung begonnen werden, die wenn nicht noch ein Millimeterchen dazukommt, vollumfänglich aus der Familienkasse berappt werden muss. Das ist doch echt klasse: Die Ärztin rät zu einer Behandlung und die listige Bundes-Ulla sorgt dafür, dass Kosten gespart werden, weil viele Familien diesen Brocken gar nicht schultern können.
Wenigstens das Timing hat einigermaßen hingehauen, die Zusatzversicherung, die wir jetzt noch flugs abschließen müssen, fordert eine Wartezeit von 8 Monaten, bevor sie dann 80 % der anfallenden Kosten übernimmt.
Passend dazu ist heute der beste Freund des MamS, der alte Schwede Electro „Staubi“ Lux verschieden, eine teure Halogenlampe ist auf ewig erloschen und die Schweizerin hört sich an, als pfeife sie aus dem letzten Loch. Wenigstens ist auf die noch Garantie.
Hank habe ich beauftragt, immer feste an seinen Stiften und allem, was ihm sonst so zwischen die Finger kommt, zu kauen. So einen winzigen Millimeter wird er doch noch hinkriegen, dann zahlt nämlich die GKV die 80 % und unsere 20 % Eigenanteil bekämen wir nach Ende der Behandlung wieder. Himmel nochmal! Einen Millimeter! Kau, Hank, kau!!

Euch einen günstigen Abend wünscht
moggadodde

Blitzkrieg Bop

Nur nochmal zum Mitschreiben: Respekt ist eine Sache, die nicht nur einseitig funktioniert.
Und wer für sich selbst eine exklusive Vorzugsbehandlung unter Einsatz von Glacéhandschuhen einfordert, sollte nicht unbedingt wie eine blindwütige, übergeschnappte Furie durch die Gefühlslandschaft anderer Menschen fräsen.

Dumm nur, dass sich das noch nicht bis zu allen 15jährigen, temporären Soziallegasthenikern rumgesprochen hat.

Euch einen leisen Abend wünscht
moggadodde