Mit dem reizenden, leibhaftigen und tatsächlich reichlich bescheidenen Herrn Mephisto durfte ich gestern auf dem Marktplatz un Latte Macchiato genießen. An den von ihm favorisierten Latte Nougato kommt der unterfränkische Latte Nutellato sicher nicht heran aber ich glaube, hat ihm trotzdem recht gut gemundet. Viel zu bald musste sich Herr Mephisto in seiner ziemlich ansprechenden, ledernen Schutzkeidung wieder auf seinen Teufelshobel schwingen aber immerhin, ich durfte ihm leibhaftig begegnen und das ist, gelinde gesagt, ein weiterer Höhepunkt in meinem bisherigen, schnöden Bloggerleben.
Heute nun genossen wir hier zum ersten Mal in dieser Saison die Freuden des heimischen Asparagus. Ein Kilogramm des leckeren Gemüses erschien uns angemessen, nachdem unsere Abkömmlinge derlei Gaumenfreuden aufgrund des gewöhnungsbedürftigen Geruchs der nachfolgenden, flüssigen Ausscheidungen („Igitt, das stinkt auf dem Klo!!“) schöde verschmähen und mit Kartoffeln sowie Holländischer Soße vorlieb nehmen. Recht gut geschmeckt hat er und schon sehr bald werde ich die leckeren Stangen wieder servieren.
Eben auf arte allerdings habe ich einen Bericht über eine thailändische Insektenköchin gesehen. Einerseits würde es mich sehr reizen, einmal frittierte Insekten zu probieren, in den ärmeren Regionen Thailands ist dies unserem täglichen Butterbrot vergleichbar. Auf der anderen Seite aber könnte ich nicht mit letzter Bestimmtheit sagen, ob ich tatsächlich in eine Tüte frittierter Grillen fassen, geschweige denn davon essen würde. In Teilen Amerikas und Asiens werden Grashüpfer geröstet und über Salate gestreut, in Südostasien werden die „Großen Wasserkäfer“ als Delikatesse gar lebendig verspeist, in Kolumbien mag man getoastete Blattschneiderameisen, die nach Speck schmecken sollen und sogar der japanische Kaiser liebt gebratene Zikaden und Wespen, die er mit Reis und Sojasoße genießt. Auch hierzulande scheint die Insektenkost das einst angesagte Sushi-Geknabber abzulösen, immerhin wird bereits ein diesbezügliches Kochbuch angeboten.
Praktisch erscheint mir der Aspekt, durch Sammelaktionen im sommerlichen Gebüsch einen Teil des Speisezettels völlig unabhängig von den gesetzlichen Ladenschlussvorschriften mit proteinhaltiger Nahrung zu versorgen. „Hey Dixie, wenn du noch Hunger hast, ich hab eben einige Grillen im Sommerflieder gesehen …“ oder „Hank, zum Nachtisch gibt’s heute einige roten Waldameisen, direkt aus dem Bau“.
Wunschdenken, all das. Meine Kinder essen noch nicht einmal Spargel, weil danach das Pipi riecht. Weicheicher, allesamt.
Euch eine knackige Nacht wünscht
moggadodde