Obwohl ich mich heute früh wie frisch ausgespuckt fühlte passierte es, dass mir vier Kollegen beiderlei Geschlechts vollkommen unabhängig voneinander ein positiv verändertes Erscheinungsbild attestierten.
Die erste erkundigte sich, ob ich beim Friseur gewesen wäre. Ich verneinte und meinte, nur Hanks Hairstyling-Gel gerippt zu haben, aber sie beharrte darauf, dass meine Haare heute ganz anders aussähen, dunkler und „irgendwie scharf“. Bevor ich auf „irgendwie scharf“ näher eingehen konnte, meldete sich Frau Nuggetgebiss zu Wort: „Doch! Ich finde auch, du siehst heute ganz anders aus!“ Ich schob mein möglicherweise verändertes Aussehen auf eine neue, weiße Bluse und wurde langsam etwas unsicher.
Auf dem Weg in die Kantine meinte ein Kollege, ich strahle heute „von innen heraus“ und die Dauerwelle fragte gar unumwunden, ob ich schwanger sei, was ich allerdings mit recht hoher Wahrscheinlichkeit verneinen konnte.
Nun stellen sich mir zwei Fragen:
a) Sehe ich sonst so beschissen aus, dass eine kleine Veränderung meines Äußeren gleich mehreren Personen auffällt?
b) Besteht die Möglichkeit, dass der Genuss von angekokelten gut dunkel gegrillten Thüringer Bratwürsten einen positiven Einfluss auf mein Erscheinungsbild hat, obwohl mir davon schlecht wurde?
Tatsache allerdings ist, dass ich mich nach den Komplimenten selbst mit geschärftem Blick im Spiegel ansah und zumindest teilweise den Kollegen folgen konnte. So gesehen handelt es sich bei Thüringer Bratwürsten um ziemlich große Placebos, würde ich behaupten …
Euch eine strahlungsarme Nacht wünscht
moggadodde