I put “Ei” in “Meisterschaft”

Geschrieben am 13. Juli 2014 | Abgelegt unter Daily Soap

Noch dreieinhalb Stunden bis zum Anpfiff der Anpfiffe und ich muss zugeben, ein bisschen Spannung stellt sich ja schon ein. Den Weltmeistertitel würde ich den Jogijungs ja schon gönnen, so unbekannterweise, auch wenn die Buntjournaille in den letzten Wochen nicht müde wurde, uns auch jedes klitzekleines Informationsatom aus dem Leben der Nationalmannschaft auszugraben. Mag sein, dass viele Schländer ein Interesse am Speiseplan von zwei Dutzend hochbezahlten Fußballern haben, mir ist sowas eigentlich eher wurst.

Wenn die Augen der Welt und auch meine sich in wenigen Stunden auf Maracanã richten, Meisterschaften in kleinerem Rahmen mit mir persönlich bekannten Akteuren sind um einiges reizvoller. Vor zwei Wochen hatte der kleine Hank mit seinen Mannen sein persönliches Finale. Der Hauptplatz der vielleicht ein wenig hochtrabend “Stahlberg-Arena” genannten Sportplatzanlage war gesperrt, das Spiel Erster (Jungs) gegen Zweiter (Gegner) musste wegen Doofheit eines Organisationsfehlers des eigenen Vereins auf dem Trainingsplatz abgehalten werden. Beim Auswärts-Hinspiel hatte Hanks Trainer seine Buben wegen überhart einsteigender Holzfäller-Gegner und eines hilflosen Jungspund-Schiris vom Feld geholt. Kein Kick der Welt ist einen Krankenhausaufenthalt wert. Das Hinspiel wurde vom Verband also als verloren gewertet, das entscheidende, letzte Rundenspiel zwischen denselben Mannschaften fand “daheim” statt und beide mussten gewinnen, um diese Meisterschaft für sich zu entscheiden.

Es regnete nicht, es schüttete. “Fritz-Walter-Wetter” würde es der Fußballfan nennen. Trotzdem fanden sich um die 100 Zuschauer, die Stimmungslage der gegnerischen Väter, Brüder und Betreuer würde ich von Anfang an als feindselig bis hooliganesk bezeichnen. Anders kann ich es nicht nennen, wenn erwachsene Männer gefoulte Jugendliche, die sich auf dem klatschnassen Grün vor Schmerzen winden, als “Schauspieler” oder “Memmen” bezeichnen. Zu gern hätte ich diese brothohlen Arschlochidioten ein paar mal mit der geballten Faust ins Gesicht gefoult.

Zwei Rückstände holten unsere Jungs auf, gewannen mit 3 : 2, holten die Meisterschaft und den Aufstieg.

Meisterbuben

Meisterbuben

Das Glück wurde allerdings getrübt durch die Verletzung eines unserer Jungs. Wadenbeinbruch und Riss des Syndesmosebandes (ja, genau, Schweini!) erschweren Sport-Abiturklasse, ruinieren Ferienpläne und bescheren mehrere Operationen. Diese Verletzung (durch Nachtreten auf den am Boden liegenden Spieler) ist ziemlich schlimm, da fallen Schiribedrohung durch den Gegner und eine total versaute Gästekabine noch unter lässliche Dummheit.

Unsere “Helden von Zell” haben gekämpft, von der ersten bis zur letzten Minute, platzten fast vor Stolz und feierten heftig mit Eltern und Betreuern. Umso ärgerlicher, dass sich auch in der Folge vom Verein selbst, dessen Namen die Jungs ja auf den Trikots spazieren tragen, kein einziger offizieller Hansel zu einer Gratulation herabließ. Im Gegenteil: Wie bei anderen “Landvereinen” auch, wird ausschließlich die 1. Mannschaft gehegt und gepampert. Abgestiegen sind sie trotzdem und das freut mein gerechtigkeitsfanatisches Herz besonders.

So. Nun sind es nur noch 3 Stunden. Hoffentlich hatten die Jogijungs heute Rührei zum Frühstück, der kleine Hank hatte das am Morgen seiner Meisterschaft nämlich auch. Schließlich brauchen wir, wie der Titan einst titelte, Eier. Und das heute nicht zu knapp.

Sportliche Grüße
moggadodde

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Reifen Leistung!

Geschrieben am 5. Juli 2014 | Abgelegt unter Daily Soap

Als ich heute in der schönen, langen Senke kurz nach Ortsausgang tüchtig aufs Gaspedal drückte, flatterte das Lenkrad plötzlich wie ein Kuhschwanz im Kyrill, irgendwas fuhr da im Argen: Nach Aussteigen präsentierte sich ein potenter Platten hinten links. Fluchend sagte ich meine Verabredungen für den Vormittag ab und avisierte mein Kommen in der Werkstatt meines Vertrauens. Schön, an dieser Stelle übrigens anmerken zu können, dass sich schon der Fahrer des zweiten passierenden Autos nach dem Problem erkundigte. Das war wirklich nett! Mit Warnblinker zuckelte ich also in meine Werkstatt.

Kluge Köpfe könnten nun die Lauffläche von vier 185er Reifen berechnen und zur Wahrscheinlichkeit referieren, die es braucht, um sich in genau demselben Reifen nach 7 Monaten wieder einen Nagel einzufahren. Allerdings war es nicht nur derselbe Reifen (der überdies nach dem Winter turnusmäßig auf die Hinterachse montiert war): Die Eintrittsstelle befindet sich ungelogen (und auf diesem alten Foto per Kringel markiert)

Tired

nur wenige Zentimeter neben dem Nagel vom September. Das muss man erstmal hinkriegen! Damals konnte der Gummi geflickt werden, aber mit nun zwei reparierten Stellen wird aus dem einst geretteten Ring ein Fall für den Gummifriedhof. Und weil sich ein junger und ein alter Reifen auf einer Achse nicht vertragen, hat mein Schrauberguru nun gleich zwei neue Schlappen bestellt.
Zwei neue Pneus – und mein Geldbeutel schnappt auch schon nach Luft.

Tired of tires

moggadodde

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Post Mahlzeit!

Geschrieben am 28. Juni 2014 | Abgelegt unter Daily Soap

Neben anderen ist meine größte Körperbaustelle momentan das Esszimmer. Um Pfingsten herum verabschiedete sich ein Stück eines Backenzahns. Vor zwei Jahren ohnehin provisorisch zusammengeflickt wusste ich, dass dieser Tag kommen würde und war nicht sonderlich überrascht. Zwei Tage später verlor sein Zwilling auf der anderen Seite gegen ein krosses Brötchen: Auch hier pulte ich einen Brocken aus dem Mund. Jetzt war ich allerdings schockiert, zumal spitze Abbruchkanten dafür sorgten, dass ich mir mit einem unbedachten Wort die Zunge knipsen würde, wie einen entwerteten Fahrschein.

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Der Zahnarzt meines Vertrauens unterbreitete mir verschiedene Angebote. Die günstigste Lösung beinhaltet, wie paradox, sehr viel sichtbares Gold und disqualifiziert sich dadurch selbst, für die Lamborghini-Lösung müsste ich ein paar Mäzähne auftreiben. Die Mittelklasse gab ich schließlich in Auftrag und als kümmerlicher Holzklassenpatient benötige ich trotz überwiegender Eigenleistung die Genehmigung des sogenannten “Heil- und Kostenplans” durch die Krankenkasse, den mir die Praxis zuzusenden gedachte.

Die folgenden Tage wartete ich. Und wartete. Und wartete. Die übergangsweise installierten Dentalbasteleien popelte ich fortan immer wieder fluchend aus dem Essen. Vielleicht hatte die Praxis den HKP direkt an die Kasse geschickt? Ich wartete nochmals. Dann wuchs ein Verdacht und Nachfrage ergab, dass das Dokument vor zwei Wochen direkt an mich übersandt worden war, allerdings nicht mit der “normalen” Post, sondern mit der heimischen “MainPost-Logistik”. Ich bekam Hals. Sehr dicken Hals. Bereits vor ein paar Monaten erreichte uns eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch des kleinen Hank, über eben dieses Unternehmen verschickt, erst nach dem dort genannten Termin. Ich meine, man transportiert hier Dokumente und wichtige Schriftstücke und keine Auswurfsendungen oder überflüssigen Reklamekokolores. Wenn man schon der altehrwürdigen Urmutter Deutsche Post Konkurrenz machen will, gelingt dies sicher nicht mit Unzuverlässigkeit und Schlamperei. Das ist Mist, Leute!

Weil ich inzwischen eines weiteren Zahnfragments verlustig ging, begab ich mich gestern wieder auf den Stuhl. Die nette, hübsche Vertretungs-Dottoressa ummantelte die immer größer werdende Bruchstelle mit einer Art Tortenring, den sie mit einer Komposition aus Mörtel und Zement auffüllte. Inzwischen wähle ich meine Nahrung nach Weichheit und bin dauernd blau stille meinen Kalorienbedarf überwiegend mit Getränken.

Den neuen Heil- und Kostenplan habe ich mir gestern nochmal ausdrucken lassen und endlich an meine Krankenkasse geschickt. Mit der Post. Der richtigen, funktionierenden Post, allerdings; der Ursprungsbrief hat mich immer noch nicht erreicht. Schließlich will ich in diesem Leben noch kraftvoll zubeißen können!

Einen bissigen Abend wünscht
moggadodde

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Bub, der Braumeister

Geschrieben am 24. Juni 2014 | Abgelegt unter Daily Soap

Das sind

Kirschen

Das ist, was ich daraus mache

Mamelad

Das ist, was der kleine Hank daraus macht.

Bob der Braumeister

Nachdem die erste, gewagte Konstruktion mittels Trinkhalmen in die Hose ging, besorgte er sich ein Gärröhrchen. Mit Kirschen aus Nachbars Garten, sorgsam in seinen Händen ausgepresst, Zucker und Trockenhefe soll das Gebräu etwas werden, was er, randvoll mit jugendlichem Optimismus, “Kirschwein” nennt. Schon ein paar Stunden nach Ansatz blubbert es im Gärdingsi, dass es (s)eine Freude ist. Ich rieche höflich am Auslass, weiß aber genau, dass ich die Plörre nicht werde verkostieren können. Das wird der Meister schon selbst übernehmen müssen.

Zu seinem eigenen Besten hoffe ich, dass dieser Versuchsaufbau von einer gewissen Dichtigkeit gesegnet ist; andernfalls hat er nach seinen letzten Prüfungen heute und morgen ja genug Zeit, sein Zimmer zu streichen.

Was ein paar Jahre Chemieunterricht doch anrichten können …

Eine spritzige Nacht wünscht
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#udwue 2014 – Donnerstag

Geschrieben am 20. Juni 2014 | Abgelegt unter Daily Soap, U&D Würzburg

„7 Stunden! Was, zum Teufel, macht man denn 7 Stunden auf einem Festival?“, fragte der MamS schlaftrunken, als ich gestern nach Mitternacht mit etwas wehen Füßen und vernehmbar knirschenden Knochen das Zuhause enterte. Meine Antwort war einfach und kam prompt: „Es ist Umsonst & Draußen! Da wird Zeit außer Kraft gesetzt!“.

Tatsächlich rennt die Zeit auf dem Gelände und wenn man die ins Auge gefassten Auftritte auch alle erleben möchte, ist man in Ermangelung einer Segway-Spur auch reichlich auf den Beinen. Mehrere Kilometer werde ich beim Pendeln zwischen den Bühnen sicher abgespult haben, keine allzu große Herausforderung allerdings für mein durch Katakombenfron gestähltes Laufwerk.

Das schöne Gelände auf den Mainwiesen wird weitläufig gesäumt von vielen Fressständen, Flüssigtreibstoffstationen, Ausstellungen, Kunstaktionen und Händlern aller Couleur. Dazwischen tummeln sich ein paar Hobbygaukler, auf den Wiesen liegen Leute oder sie tanzen oder küssen oder tun sonst etwas Sinnvolles und es gibt pausenlos etwas zu sehen und zu hören. Man trifft diesen oder jene, ratscht ein Weilchen tauscht Neuigkeiten aus, bewundert schräge Vögel und die heuer zahlreich vertretenen Hotpants-Mädchen. Ist da ein Trend etwa völlig zu Recht an mir vorbeigegangen? Alle sind entspannt, fröhlich und „derbe gechillt“, wie der kleine Hank jetzt sagen würde. Da vergehen halt 7 Stunden mal eben wie im Flug!

Heiter bis Folkig eröffneten die Draußen-Bühne, über Conrads Kartell hatte ich ja 2012 schon berichtet und auch die flippig-agile Band Shady Glamour stammt aus hiesigen Gefilden.

Ebenso vielfältig wie die Menschen sind die dargebotenen Auftritte. Ich bin offen für vieles (außer sphärisches Experimentalgedengel) und gestern war mein Inneres zufälligerweise ein bisschen auf Krawall gebürstet. Da kamen Closedown und später The Bulletmonks und The New Black genau richtig.
Sich am Absperrgitter vor einer drei Meter hohen Boxenwand stehend Bässe und Drums durch die Eingeweide peitschen zu lassen – nicht die schlechteste Art der inneren Reinigung!
Später am Abend hörte ich noch kurz The Love Bülow, die nicht zuletzt durch die Bundesvision Song Contest-Teilnahme national bekannt sind und Füenf, eine spritzige a cappella-Band. Sehr unterhaltsam!

Meinen Musikabend beschlossen Go Go Berlin aus Dänemark mit Kunstnebel und mit ein bisschen Attitüde wie Status Quo auf Speed: Fantastisch, wie die total verrückten Dänen ihre Energie auf uns Zuhörerschaft übertragen!

GoGoBerlin

Dann noch ein letzter Absacker in leichtem Nieselregen vor dem Drinnen-Zelt, wo Lilly melancholisch-leicht meinen Weg zum Auto begleitete.

Der erste Tag des für mich schönsten Festivals in Würzburg wird für mich heuer leider gleich der vorletzte sein; lediglich am Sonntag werde ich am Nachmittag nochmals aufschlagen können. Ein Grund mehr, jede Minute auf den Mainwiesen zu genießen.

Wer kann, sollte hin. Und wer Eindrücke und wunderbare Fotos der Künstler anschauen möchte, klickt durch die Strecken hier und hier sowie auf den #udwue-tumblr.

Eine klangvolle Nacht wünscht
moggadodde

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Laufpass

Geschrieben am 3. März 2014 | Abgelegt unter Daily Soap

So viele Jahre hielt ich Treue,
spürt nie auch nur Verlangen.
Doch erstmals nun – groß ist die Reue,
bin ich jetzt fremdgegangen.

Dank großen Halts einst hoch gefeiert,
trotzdem so weich wie Blumenheu.
Jetzt seid ihr schlaff und abgemeiert –
getrennt wird Weizen nun von Spreu.

Aus Kork und Leder gern gekauft
mit höchst kommodem Bette
beschertet ihr mir flotten Lauf
wie mit einer Corvette.

Ihr schlepptet mich durch Klinikflure,
durch Fremdenzimmer und ins Bad
Doch nun folgt Eure letzte Fuhre,
lang hab ich dieses aufgespart.

Jetzt will ich Euch mit großer Wonne
mithin ins dunkle Grab verklappen.
Es wartet nur die schwarze Tonne:
Die Zeit war reif für neue Schlappen!

Abgetreten

Abgetreten

(Ich hasse Schuhe kaufen)

Einen kommoden Tag wünscht
moggadodde

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Das kleine Krabbeln

Geschrieben am 6. Februar 2014 | Abgelegt unter Daily Soap

Eine gesunde Neugierde ist nichts, was man mir nicht nachsagen könnte, ganz besonders das Nahrungsmittelbusiness betreffend. Als eingefleischter Omnivore esse ich vieles gern und einiges sehr gern, was man meiner physischen Erscheinung mit etwas Phantasie durchaus auch ansehen kann. Die Ausrede mit der zickenden Schilddrüse zieht bei mir ja leider nicht mehr.

Es gibt nur wenig, von dem ich mich ekelschüttelnd abwende: Die von vielen geliebte Schlachtschüssel (inklusive der entsetzlichen Kesselsuppe) gehört unbedingt dazu.
Dixie und der kleine Hank bekamen vom Krabbelalter an beigebracht, dass man unbekanntes Essen aber wenigstens versucht. Bei Nichtschmecken gab es zwar kein Geld zurück aber die Gewissheit, nicht weiteressen zu müssen mit dem Ergebnis, dass beide bei der Nahrungsmittelauswahl keine allzu kleinlichen Vorbehalte hegen. Dixie mag weder Ananas noch Bohnen oder Schnecken, der kleine Hank verschmäht Lakritze und Schnecken, schaufelt aber ansonsten, was der Wanst fasst.

Vielseitigkeit hinsichtlich der erforderlichen Verpflegung ist ja eine Notwendigkeit, auch angesichts der steigenden Weltbevölkerung. Dioxineier, Würmer in Fisch, BSE, H5N1, Maul- und Klauenseuche, Penicillin-Puten und selbst mit Biokauf ist der Esser nicht immer auf der sicheren Seite. Sogar Kühe neigen ja mittels flammabler Flatulenzen inzwischen zur suizidalen Selbstgefährdung.

Die heroische @huldine und der beherzte @RadulfRumpel sind jährlich in fremden Gefilden unterwegs und erheitern uns bei Facebook mit ihren Reiseberichten. Zu den filmischen Höhepunkten gehört jeweils das Verspeisen einer einheimischen Spezialität wie Spinne, Skorpion und neulich in Thailand eine äußerst monströse gut genährte Kakerlake. Was sich zunächst eklig anhört, ist erstens lustig anzusehen und zweitens nichts, was Einheimische nicht auch auf dem üblichen Speiseplan hätten. Nahrungstabus in allen Ehren, aber in einer globalisierten Welt werden auch diese über kurz oder vielleicht etwas länger fallen: Einst verpöntes, fernöstliches Sushi ist ja mittlerweile auch in aller Volksmund angekommen.
Insekten sind die Nahrungsmittelquelle der Zukunft, meinen Experten. Eiweiß- und proteinreich seien sie, sowie aus nahezu unerschöpflicher Quelle verfügbar.

Meiner oben erwähnten Neugier folgend bestellte ich neulich zwei Probierpäckchen:

Mahlzeit!

Mahlzeit!

Ich wählte Mehlwürmer Mexican Spice und Grille Curry, weil ich einfach wissen wollte, wie es schmeckt! Eben haben der MamS und ich gekostet: Die Mehlwürmer knuspern und schmecken nussig und mir besser als die Grillen, die nach Entfernen der Flügel und Beine wegen des Chitins ein Mundgefühl wie nachlässig geschälte Erdnüsse zeigen, aber durchaus auch nicht zu verachten und tot und somit sowieso ganz und gar kein Grund zum Ekeln sind. Für fortschrittliche Verstoffwechsler werden inzwischen ja sogar spezielle Insekten-Kochkurse angeboten. Lebendige, sich windende Würmer fielen aber bei mir wohl unter die Kategorie Kesselfleisch: No go. Frittiert oder gebraten und ordentlich gewürzt ist dagegen aber absolut nichts zu sagen. Um satt zu werden braucht’s zwar eine Handvoll aber: Yummi!

Insekten wird es auch noch geben, wenn der letzte Kuhstall ein Raub der Flammen geworden ist. Der niederländische Vorstoß der Live-Verkostung von Menschenfleisch hingegen geriet 2011 völlig berechtigt zum Flop. Fleischeslust in allen Ehren, aber zum Verspeisen humanoider Muskelmasse gehört schon ein erkleckliches Quäntchen Irrsinn.

Der kleine Hank hat sich während unserer Verkostungsaktion übrigens in sein Zimmer verkrümelt. “Deine Viecher sind da!”, whatsappte er mir heute in die Katakomben. Neben Lakritze und Schnecken werden Insekten wohl nicht zu seinen bevorzugten Sattmachern.

Trotzdem. Bleibt neugierig!
moggadodde

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Dadord Würzburch – Falschspieler

Geschrieben am 3. Februar 2014 | Abgelegt unter Daily Soap

Um einen unterhaltsamen Kinoabend zu erleben, muss es nicht immer ein millionenschwerer Blockbuster oder ein französischer Laberfilm sein: Ich hatte heute im CinemaxX ganz viel Unterhaltung mit einer Krimi-Produktion aus fränkischen Landen.
“Falschspieler”,

Falschspieler

Falschspieler

der inzwischen schon vierte Streifen aus der “Dadord Würzburch”-Reihe der Rimparer Filmenthusiasten um Christian Kelle, Kopf der rrtv, kommt dank Sponsoren, sprudelndem Herzblut aller Beteiligten, bizarren Einfällen und fanatischer Liebe zum Detail ohne horrendes Budget aus und kann trotzdem vorzüglich amüsieren.
Würzburg-Kenntnisse sind nicht unbedingt erforderlich, erhöhen aber den Unterhaltungsfaktor noch und dank eines augenzwinkernden Hinweises im Vorspann ist man auf manch freizügigere Szene vorbereitet. Die Leute haben einfach Spaß beim Dreh, und das sieht man ihnen auch an.
Mir hat er gefallen, der “Falschspieler”, auch das Würzblog war voll des Lobes und sogar der kritische MamS fand’s gelungen, was ich zu seinen Gunsten nicht auf das Vorhandensein von teilweise bis nicht verhüllten Brustbalkonen zurückführe, sondern auf die spürbare Begeisterung aller Beteiligten und das gewitzte Drehbuch um den knuffigen knorrig-kaputten Privatdetektiv Axel Strick, der diesen Kriminalfall nicht im Alleingang lösen muss.

Es gibt bis 18.02.2014 noch 7 Vorstellungen im CinemaxX Würzburg, Einzelheiten für die Kartenbestellung gibt es hier.

Eine filmreife Nacht wünscht
moggadodde

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Star Dreck

Geschrieben am 20. Januar 2014 | Abgelegt unter Daily Soap

Die Wohnung, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2014. Dies sind die Abenteuer des Himmelfahrtskommandos “Ekelpreis”, das mit seiner 3 Mann starken Besatzung seit 1 Monat unterwegs ist, um fremde Gerüche zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Fern jeden Vorstellungsvermögens dringt die Ekelpreis in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gerochen hat.

Chirk und Schrotty stellen sich den dunklen Weiten voller Antimaterie und bringen die Fusionstorpedos in Stellung.

Chirk und Schrotty stellen sich den dunklen Weiten voller Antimaterie und bringen die Fusionstorpedos in Stellung.

Folge 2 – Das Wesen Miephisto
Zusammenfassung:

Die Besatzung ist inzwischen fest davon überzeugt, dass sich das Böse im Maschinenraum befindet. Cpt. MamS T. Chirk steht zunehmend unter dem Einfluss der Kreatur und verhält sich bei jedem Zusammentreffen aggressiver, was sich auch auf den Rest der Crew auswirkt. Das widerliche Wesen hat seinen Geruch immer wieder verändert und geht stets äußerst tückisch vor. Einmal wiegt es die Besatzung in Sicherheit und nährt die Hoffnung, es besiegt zu haben, um nur einen Tag später seine Präsenz durch den Geruch von Katzenfutter zu zeigen. Mittlerweile hat es sich wieder zu verkippter Milch gewandelt. Das Wesen scheint noch unentschlossen, sein olfaktorisches Selbst betreffend.
Cpt. Chirk und Chefingenieur Schrotty durchsuchen nun auch den versteckten Winkel über dem verglasten Notausstieg. Die Erbauer des Schiffs befüllten diesen aber einst mit einer üppigen Ladung Bauschaum, so dass weitere Untersuchungen möglicherweise auf Kosten weniger der Stabilität des Schiffs als Konflikten mit dem Eigner vonstatten gehen müssten.
Die Eröffnung der Luftluken im Bodenbereich fördert diverse Tupperdeckel und je eine Packung Vanillezucker und Puddingpulver (Schokolade) zutage, die durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum der rückseitigen Schrankwand entkommen sein müssen. Kommunikationsoffizierin und Maschinenraumchefin Mohura schlägt dem Captain einen Strategiewechsel im Kampf gegen das Wesen vor: Ab sofort werden die zur Versorgung der Besatzung genutzten Proteinresequenzer mit deaktivierter Filterung verwendet: Mit ziemlich lange gebratenen Konter-Fleischküchlikanonen und viel dunklem Zwiebelwerk vom Planeten Rewe verwirren sie nun das Wesen und tatsächlich scheint es so perplex, dass es sich einen halben Tag nicht zeigt. Seit gestern scheint es sogar gänzlich inaktiv zu sein. Die Besatzung traut dem Braten aber nicht und wird sich bei erneutem Erscheinen den teilweise mit haarfeinen Rissen durchzogenen Silikonfugen in den Ecken des Maschinenraumfußbodens widmen.

Warpwarp
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Tod macht erfinderisch

Geschrieben am 17. Januar 2014 | Abgelegt unter Daily Soap

Auch wenn am Ende niemand verschont bleibt: Mit dem eigenen Tod beschäftigt sich Otto Normalsterblicher ja eher ungern. Der Abschluss einer Lebensversicherung, das Hinterlegen einer Patientenverfügung oder eines Testaments sind das Äußerste, zu dem zumindest ich in puncto Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit bereit bin. Alles danach liegt sowieso nicht in meiner Hand; über die weitere Verwendung meiner fleischlichen Überreste sollen bitte andere Leute entscheiden. Dank eines Organspendeausweises ist zumindest der gefürchtete Umstand, lebendig verbrannt oder verbuddelt zu werden, erfreulicherweise aufs Geringste reduziert.

Weniger Berührungsangst haben da die Herren, die im kommenden November eine Veranstaltung der “Evangelischen Männerarbeit in Bayern” (EMB) besuchen werden. Bietet das Jahresprogramm ansonsten eher konservative Freizeitbeschäftigungen wie Klettern in der Halle oder einen Fotokurs, besteht beim Kurs “ewigleben” die Möglichkeit, handwerklich tätig zu werden: Über ein Wochenende wird der eigene Sarg geschreinert.

Zunächst fand ich die Idee ziemlich makaber. Aber dann dachte ich nach. Selbst bei dürftigster Ausgestaltung der finalen Feierlichkeiten durch einen Discounter können mehrere Tausend Euro anfallen. Zur letzten Ruhe kommt man dann in der Regel in einer schmucklosen Kiste, für das ökologisch voll korrekte Ableben sind seit einigen Jahren auch solche aus Pappe, unter der markanten Bezeichnung “Peace Box” erhältlich. Den gestalterischen Wünschen sind hier kaum Grenzen gesetzt und es sind mitunter sogar richtig schicke Endbehälter dabei.
So etwas stinkt natürlich nicht an gegen den selbst gefertigten Sarg. Nur die wenigsten können ja von sich behaupten, sie hätten ihr Erdmöbel höchstselbst gezimmert, verziert und seien überdies in der Lage, in ihrem Endlager bereits probegelegen zu haben. Ist das der nächste, große Trend? Steht OBI mit dem Selbstbausatz “Truhe sanft” schon in den Startlöchern? Verkauft IKEA demnächst das Modell “Döden” mit bunten Sargnägeln und wechselbarem Anschlag?

Problematisch sehe ich die Frage der Aufbewahrung. Unter günstigen Umständen vergehen ja hoffentlich noch einige Jahrzehnte, bis das sperrige Stück zum Einsatz kommt. Kann man einen Lagerplatz beim Bestatter mieten, so wie für Reifen in der Autowerkstatt? Oder muss es sein Dasein solange in Garage oder Keller fristen, und wird man nicht jedesmal, wenn man sich beim Wasserholen den Fuß daran stößt, an die eigene Endlichkeit gemahnt? Ich persönlich fände das ja einen zutiefst bedrückenden Gedanken.

Wer seinem eigenen Ableben aber so erfrischend entspannt gegenüber steht und vorzeitig seinen eigenen Sarg anfertigt, sollte ihn auch ins Leben integrieren, als Sommerlager für die Wintermäntel vielleicht oder als Gästebett. Mit ein paar Polstern darauf wird eine hübsche Sitztruhe daraus, auf der sich trefflich über den Tod philosophieren ließe. Nach nur wenigen Modifizierungen leistet er auch beim Skiurlaub als Dachbox auf dem Auto gute Dienste und man wäre das Gesprächsthema eines jeden Raststättenparkplatzes.

Weil ich, wie oben erwähnt, dem eigenen Tod nicht annähernd so leger gegenüber stehe, erteilte ich diesem Kurs ja eine, ähm, Absarge. Aber für die Teilnehmer gibt es möglicherweise im nächsten Jahr einen Fortsetzungskurs: “Terra incognita: Ich schaufle mein eigenes Grab”.

Einen lebendigen Tag wünscht
moggadodde

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