Zahltag!

Geld stinkt doch. Das erfuhr ich hautnah, als der Zählautomat wegen eines falsch gedrückten Knopfes die Münzen ohne weitere Nachfrage einfach wieder ausspuckte. Auf Knien pflückte ich das Geld aus dem (viel zu kleinen!) Rückgabebehälter in Schienbeinhöhe, um es dann erneut zur Zählung in den metallenen Schlund zu schütten – belustigte Blicke Anteil nehmender Bankangestellter und Kunden trafen mich, Gefeixe inklusive: Man ist halt nicht zimperlich auf dem Land.

Frau Fortuna hat gesprochen und mich ziemlich verblüfft: Ganze

Glas

befanden sich im Glas und das bedeutet, dass mit der Teilnehmerin KatLu dieses Mal jemand gewonnen hat, der mit Kalkulationen, Wahrscheinlichkeitsrechnungen und sonstigen, geheimnisvollen Berechnungsmethoden soviel gemein hat wie Donald Trump mit Gautama Buddha, wie ein Veganer mit einem Wagyu-Steak oder mein Spiegelbild mit Costa Cordalis. Ich kann das mit Fug und Recht behaupten, eine überaus leidvolle Schulzeit lang trat sie in meine Fußstapfen relativer Ahnungslosigkeit, mathematische Zusammenhänge betreffend: Bei der Teilnehmerin KatLu handelt es sich nämlich um Tochter Dixie und sie lag wirklich unfassbar knappe 0,09 € neben dem Ergebnis!
Der Zweitplatzierte, Herr @dasaweb, landete aber auch nur hauchfein mit 1,76 € daneben (lag es an den diesmal fehlenden 50 ct-Stücken? Ich hätte doch schwören können, irgendjemand hätte welche hineingetan!) und der dritte Platz geht an Frau Tanky, die mit ihrer mutigen, runden Angabe um 6,33 € den Sieg verfehlte.

In den kommenden Tagen werde ich deshalb satte 50,00 € an den Verein „Hand in Hand gegen Tay-Sachs und Sandhoff in Deutschland“ überweisen können. Das freut mich umso mehr, weil ich genau weiß, dass dort nicht nur das Bemühen besteht, Tay-Sachs und Sandhoff bei Politik, Pharmaunternehmen und Medizinforschung in den Fokus zu rücken, sondern auch umfassende Information und Aufklärung, Selbsthilfe sowie Beistand beim Umgang mit dieser entsetzlichen Krankheit stattfindet. Schön, dass ich Euch ein wenig unterstützen kann!

KatLu aka Dixie werde ich das ausgelobte Colafläschli-Päckchen in den nächsten Tagen übergeben können. In diesem speziellen Fall meine ich, auf die handschriftliche Siegerurkunde verzichten zu können. Dixie kennt meine Handschrift – oft genug habe ich schließlich unter die Fülle an Schulaufgaben und Exen meinen gefrusteten Servus gesetzt. Fortuna ist halt wirklich eine unberechenbare Größe …

Danke fürs Mitschätzen!
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Neues Jahr! Neues Glück!

Der 90 Millionen-Eurojackpot wurde ja endlich geknackt – leider nicht von mir, sonst schrübe ich dieses Posting bereits unter irgendeiner südlichen Sonne und nicht im deutschwinterlichen Dauergrau. Ich gestand ja letztens, an die völlig hanebüchene Chance zu glauben, irgendwann einen nennenswerteren Betrag als die üblichen Dreifuffzich im Lotto zu gewinnen und so fordere ich also Woche für Woche das Glück heraus, das sich bisher allerdings als bemerkenswert resistent gegen meine Avancen zeigt.

Glück und eine beträchtliche, mathematische Beschlagenheit zeigte vor einiger Zeit auch „Der große Kalkulator“, aka Herr Dasaweb, der bei der ersten Ausgabe des Schätzrätsels erstaunlich nah am tatsächlichen Wert landete.

Es dauerte unerwartet lange, bis sich das Teil wieder füllte, dafür ist sie ein bisschen schwerer als beim letzten Mal. Auch diesmal gilt es also, den Wert des Inhalts dieser mehr oder weniger hübschen Vase zu schätzen.

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Bis auf 1- und 2-Euro-Stücke befindet sich wieder jede Münze darin, was halt im Portemonnaie über die Zeit so zu finden war, inzwischen wiegt das gute Stück ausweislich meiner ungeeichten aber leidgeplagten Personenwaage satte 5,1 kg.

Wer mit seiner Schätzung am nächsten am gesuchten Betrag liegt und in die Kommentare postet, darf sich wieder auf eine ausgesuchte Süßigkeitenspezialität Tüte Colafläschli und ein in schönster Handschrift erstelltes Gewinnzertifikat freuen. Und ich habe eine bezaubernde Handschrift!

Selbstredend wird der Gegenwert auch diesmal nicht einfach verpulvert, sondern einem sehr guten Zweck zugeführt: Der Verein „Hand in Hand gegen Tay-Sachs und Sandhoff in Deutschland e.V.“ hat sich dem Kampf gegen diese heimtückischen und seltenen Krankheiten verschrieben, er wird das Geld erhalten. Auch hier sattle ich pro eingegangenem Kommentar wieder einen Betrag bis zu einer von mir bestimmten Obergrenze drauf – also schaut tief ins Glas und schätzt, was das Zeug hält!

Abgerechnet wird kommenden Freitag, dem 13. Januar. Dann bringe ich das Schwergewicht hoffentlich unfallfrei zur Bank und lasse mich wieder schräg angucken, wenn ich ein Glas Münzen in den Automaten schütte. Wird das ein Spaß!

Und jetzt: Schätzt!
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Faithless

Viele Größen aus der musikalischen Welt haben sich in diesem verdammten Jahr verabschieden müssen. Prince, Bowie, Cicero und so viele mehr … bei allen war ich überrascht und berührt. So berührt wie man halt ist, wenn man die Werke kennt, aber keine großartige Verbindung mit dem Schaffen der Künstler hat.
Als ich heute Abend nach einer wunderbaren Familienfeier „noch mal schnell“ bei Twitter reinschaue, sehe ich die Spiegelmeldung über George Michaels Tod. Ich will es nicht glauben und weiß doch, dass der Spiegel das nicht ohne Sicherheit meldet.
Geschockt bin ich, der MamS ist nicht daheim und inzwischen melden auch andere Quellen Michaels Tod. Ich meine, ich kannte diesen Mann nicht und jetzt sitze ich hier und breche in Tränen aus? Was ist das denn?

Sofort suche ich „Ladies & Gentleman“, das Meisterstück, das mich doch vorgestern erst durch dein Geschenke-Einpackmarathon begeitet hat und lege die erste CD in den Player. Die Anlage ist irgendwie verstellt und das erste Lied startet so laut, dass jetzt vermutlich das ganze Haus wach ist. Ich weine zu „Jesus To A Child“, eines meiner vielen allerliebsten Songs von George Michael.
Mein halbes Leben begleiten mich George Michael und seine Stücke und ich rede nicht von „Last Christmas“ aus Wham-Zeiten. Es gibt nur ganz wenige, die mich nicht sofort packen und in den Groovemodus versetzen. Michaels Unkonventionalität und über die Lieder transportierte Stärke hat mich in seiner Leichtigkeit immer tief beeindruckt.

So trug es sich zu, dass ich, als es um die Liedauswahl zur der Hochzeit, die ich mit dem MamS vor nunmehr ähm, Moment … also im Jahr 1989 beging, George Michaels „Faith“ ins Spiel brachte. So wundermärchenhaft hatte ich es mir ausgemalt: Die Gäste sitzen erwartungsvoll in den Bänken, das Lied beginnt, die Orgel orgelt, der MamS und ich betreten die Kirche und bewegen uns tanzend- und singenderweise grob in Richtung Altar, hinter uns die Blumenkinder, die tun, was Blumenkinder halt so zu tun haben. Die Gäste lassen sich inzwischen anstecken von dem treibenden Rhythmus des Stücks und es herrscht nun nicht mehr nur feierliche, sondern feierlich-ausgelassene Stimmung. In dreieinhalb Minuten haben wir den Weg geschafft und finden uns vor dem Pfarrer ein, der meinetwegen in nun üblicher, getragener Weise das Ding mit den Ringen anleiert.
Natürlich klappte das nicht. Die Zeiten waren nicht so, „Faith“ durfte nicht in die Kirche. Aber noch heute habe ich die passenden Bilder im Kopf und das verdanke ich George Michael.

Als der MamS heim kommt und mich verheult und aufgelöst vorfindet, bin ich sehr dankbar über sein Verständnis für meinen Zustand. Er ist fern jeglicher Trauer, erklärt mich aber auch nicht für verrückt und das kann nur jemand, der Musik liebt und Menschen, die Musik lieben sind gute Menschen, sagt man ja.

Schade. Ein weiterer Großer hat die Bühne des Lebens verlassen. Die Zeiten sind jetzt andere. Vielleicht bekomme ich ja zu meinem eigenen Begräbnis endlich dieses „Faith“ gespielt. Lange genug im Kopf hatte ich es ja.
Danke, George Michael.

Traurig
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ありがとう

„Mit Euch macht Einkaufen keinen Spaß“, nölt der kleine Hank und schiebt den Wagen weiter, während ich mich ins Regal mit den Süßstofftabletten vertiefe, um das günstigste Angebot zu finden. 1500 Stück für 4,99 € oder doch die 1200 zu 3,49 €? Das Beherrschen der Dreisatzrechnung ist beim Einkaufen ja so wichtig wie der Docht für die Kerze.

Hanks Gemecker ignoriere ich gekonnt und betrachte inzwischen die Nutella-Gläser verschiedener Größen und natürlich auch Preise. „Echt ey, nimm halt einfach eines!“, drängelt er. „Geduld!“, mahne ich, „Weißt, ich verdiene mein Geld durch härteste Knochenfron in den finsteren Katakomben und da ist es mir nicht scheißegal, wenn ich dem Herrn Ferrero für seine Haselnussklebe auch nur einen Cent mehr bezahle, als ich muss“, meckere ich zurück. Angenervt bin ich vielmehr von so viel Unachtsamkeit erarbeiteten Geldes gegenüber, typisch für einen jungen Mann, der schon in der Ausbildung nicht schlecht verdient und auch ansonsten keine gesteigerten Probleme hat.
Er ist an der Reihe mit der Bezahlung des Wochenendeinkaufs bis zum Limit von 100 € und er erwartet, dass ich dafür unbesorgt einkaufe, was für ihn bedeutet, ohne Preisvergleich und nach Lust und Laune das Begehrte in den Wagen zu legen, was für mich natürlich überhaupt nicht in die Papiertüte kommt.

Daheim führen wir noch eine tiefer gehende Diskussion darüber, innert deren ich ihm trübe Aussichten ausmale, sollte er dereinst komplett in finanzieller Eigenregie sein Süpplein kochen. Er entgegnet, dass ich die Centfuchserei beim Einkaufen ganz einfach vermeiden könnte, rauchte ich überschlagsmäßig eine Schachtel Zigaretten weniger in der Woche und ich werfe zurück, dass der Vergleich ja wohl hinke wie ein fußamputiertes Pferd und ich hasse es plötzlich, einen schlagfertigen Sohn zu haben.

Wir machen hervorragende Pizzabrötchen mit mittelteurem Schinken und mittelteurer Salami und ich fühle mich ein bisschen schlecht, weil wir dem kleinen Hank offenbar weder irgendwelche Grundkenntnisse der Betriebswirtschaft, noch gesunder Sparsamkeit beibringen konnten und konstatiere, dass es nicht ausschließlich eine Frage der Erziehung ist, weil Dixie beispielsweise trotz gleicher Edukation durch ihre anfangs fast ausbeuterisch zu nennenden Arbeitsverhältnisse völlig ins Gegenteil driftete und eine fast an Geiz grenzende äußerst sparsame Geldausgabepolitik verfolgt. Da, wo sie knausert, lässt der kleine Hank es krachen. Da sollten wir vielleicht noch einmal nachjustieren, bevor er auszieht.

Andererseits ist Großzügigkeit ja eine Eigenschaft, die in diesen Zeiten ja nicht mehr allzu häufig anzutreffen ist. Geben, ohne eine Gegenleistung zu erhalten oder einfach aus Nächstenliebe oder Dankbarkeit: Die Geiz-ist-Geilisierung ist eingezogen und wird betoniert durch Engherzigkeit und Neid auf die, die vermeintlich mehr haben. Und ja, großzügig ist er, der kleine Hank, nicht knausrig bei Geschenken für uns und seine Freunde und bei Trinkgeld im Restaurant.

Wertschätzung für die Arbeit anderer, unterstützt durch das Wissen, dass ein Großteil der angedienten Leistungen niedrig entlohnt und oft unter unfreundlichen Verhältnissen im Hintergrund erbracht wird, ist immens wichtig. Für jeden Menschen. Zumindest das hat der kleine Hank von uns annehmen können.

Genau deshalb habe ich eben einen Umschlag mit einem Scheinchen und ein paar lieben Worten an den Briefkasten geklebt, um dem Menschen, der die Zeitung seit Monaten pünktlich und unzerrissen liefert, Dank zu sagen, wie ich auch dem Postzusteller heute eine Karte mit Geld überreichte. Immer gut gelaunt, nie ungeduldig und meinen ungekämmten, ungeschminkten und schlafanzugösen Aufzug diskret übersehend verdient auch er Dank für seine tägliche Leistung.

Nur ein klein wenig mehr Anerkennung, Respekt und Achtung für die uns umgebenden Menschen und die Welt wäre ein ganz großes Stückchen besser. Aber so weit wird es ja leider niemals kommen.

Hui, nun schwoff ich aber weit ab. Der kleine Hank hat heute übrigens wieder eingekauft. Er ist ein großer Verehrer der japanischen Reisrollen und zaubert Sushi an Weihnachten, und zwar für die komplette Familie. Das ist ganz schön aufwändig, aber er kann das wirklich gut, er gibt sich große Mühe und nimmt mir so ziemlich viel Arbeit ab.
どうもありがとう, kleiner Hank!

Eine fruchtbare Nacht wünscht
moggadodde

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Schuhbidu!

Chung shi – was sich anhört wie die Nummer 18 auf der Speisekarte beim Asiaten um die Ecke, musste ich nach dem Probetragen bei der lieben S. am Wochenende unbedingt haben.
Schon seit Wochen machen mir Missempfindungen an den Fußsohlen zu schaffen, auch die Knöchel knacken, instabil und schmerzhaft und das kann ich nicht nur momentan gar nicht brauchen. Die jahresendüblichen Totschaff-Wochen stehen nämlich an in den Katakomben, und bei all der Plackerei bin ich froh, vielleicht wenigstens eine der inzwischen zahlreichen Körperbaustellen zügeln zu können. Frau wird ja nicht jünger.

Zugegeben, den Sexyness-Preis gewinnen sie vielleicht nicht,

chung-shi

aber das ist mir auch vollkommen schnuppe es ist wirklich so: Diese Schuhe geben ein Laufgefühl, als wäre die beschrittene Welt eine einzige, riesige Wolke. Sie dämpfen den Tritt perfekt und ich bin gespannt, ob sie auch nach dem morgigen Katakomben-Härtetest das halten, was sie jetzt nach einer Stunde Tragen versprechen. Und da, wo andere Plastikschlappen mit Chemiecocktails und Weichmacherorgien um sich werfen, hat Öko-Test dem chung shi Schadstofffreiheit bestätigt – ein für mich kaufentscheidender Punkt!

Mutig habe ich mich für den chung shi DUX Chilli entschieden, weil diese Tage schon trist genug sind, und in der Broschüre ist neben einigen anderen Vorzüge dieser Farbe zu lesen, dass die „bloße Wahrnehmung der Farbe Rot den Stoffwechsel um 13,4 % erhöht“. Wer weiß, vielleicht habe ich damit ja sogar den Kollegen auch was Gutes getan?

Zum heutigen, eben spontan von mir ausgerufenen Feiertag der Fußgesundheit habe ich auch ein Rätsel im Gepäck. Wo könnte ich mit meinen neuen Schuhen mit mindestens 13,4 %iger Sicherheit keinen Eindruck machen?

raetsel

Euch einen wohligen Abend wünscht
moggadodde

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