Der Klügere gibt nach

Nach den ersten heftigen Kampfhandlungen von gestern Abend hat Thüringen in der Nacht den Franken den Krieg erklärt. Aufgrund totaler Kapitulation sind die Gefechte aber schon wieder beendet. Gut, dass mein Magen nachgegeben hat.
Entweder waren die Thüringischen Würste oder der fränkische Rotling schuld und ein bisschen übel ist mir immer noch. Fürs nächste halbe Jahr ist mein Bratwurstbedarf gedeckt.
Wieso schreibt man hier eigentlich „Thüringer“ groß und „fränkisch“ klein? Da muss doch schon wieder ein Affront aus dem Osten dahinter stecken …

Euch einen munteren Tag wünscht
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Test mal wieder!

Da passt der Fund von Barbara doch gleich zu meinem letzten Besserwisserposting von eben: Ich sag es nicht gerne, aber ich bin auch

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Upps! Da fällt mir der Spruch von einem Herrn Kessel ein, der da lautet:

Es gibt Besserwisser, die niemals begreifen, dass man Recht haben und ein Idiot sein kann.

Ich fühle mich da jetzt einfach ausnahmsweise mal nicht angesprochen.

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Drum fahre, wer sich ewig bindet!

Im Gegensatz zum Beischlafen, bei dem optimalerweise mindestens zwei Parteien aktiv werden sollten, ist das Beifahren eine Tätigkeit, die bei einem Teilnehmer eher Passivität erfordert.
Wir kennen alle die Filmschnipsel aus dem Privatfernsehen, bei denen großmäulige, männliche Heißsporne auf dem Beifahrersitz die Fahrzeuglenkerin in einer Tour belehren, verbessern, oder ihre Schnecke wegen angeblicher Fahrfehler zur selben machen. Da möchte ich gerne rufen: „Mensch, Mädel, schmeiß doch den Arsch neben dir aus dem Auto!“
Ich selbst halte mich für eine gute Beifahrerin, wie generell den Frauen diesbezüglich die bessere Qualifikation zugesprochen wird. Wohl wissend, momentan nicht Herrin über das Steuer und somit ohne großes Mitspracherecht zu sein, lasse ich meinen Blick gern durch die vorbeiziehende Landschaft schweifen. Auf Wunsch des Fahrers krame ich nach Kaugummis, Wasserflaschen oder Brillenputztüchern und tue auch sonst alles, um dem Fahrzeugführer den Trip angenehm zu gestalten. Ich schiele nicht nach dem Tacho oder bemängele einen nach meiner Meinung zu geringen Sicherheitsabstand. Der Chef sitzt hinterm Steuer, hat idealerweise den Führerschein und weiß, was er tut.

Auch der MamS war bisher ein gelassener Vertreter der Gattung Beifahrer, was ich ihm sehr hoch anrechnete. Auf der anderen Seite gab es an meinem Fahrstil bislang auch wenig auszusetzen. Ein einziger, selbst verschuldeter Auffahrunfall bei regennasser Fahrbahn, zwei bis drei Knöllchen wegen Parkzeitüberzug und 0 (NULL) Punkte in Flensburg dürften in einer über zwanzigjährigen Autofahrerkarriere für sich, d.h. für mich sprechen. Zugegeben, dass ich vor vier Jahren mit dem Kotflügel seines überbreiten Avensis die überenge Garageneinfahrt küsste, war eine dumme und teure Unachtsamkeit, die ich zutiefst bedaure und dass er mir diese bei Gelegenheit gerne mal unters Näschen reibt, habe ich verdient.

Seit Freitag hat sich das aber vorübergehend geändert. Natürlich waren wir am Wochenende nur mit dem neuen Auto unterwegs und sofort nahm er die Züge jenes besserwisserischen Nörglers an, den niemand gerne befördert, wenn der Weg nicht geradewegs dahin führt, wo der Pfeffer wächst. „Dreh’ nicht so hoch!“, „Da ist fei nur 80! Wenn du hier geblitzt wirst, ist der Schein wech!“, „Blinken!“ – schnell war ich leicht genervt. Sowas kenne ich doch gar nicht!
Als wir in die Tankstelle einfuhren und ich langsam an zwei hintereinander liegende, freie Zapfsäulen rollte, gab er die Order, dass ich an der vorderen Säule halten sollte und jetzt wurde ich leicht ungehalten, wies darauf hin, dass ich erstens nicht zum ersten mal beim Tanken wäre und zweitens noch nie eine Zapfsäule durch blödsinniges Halten blockiert hätte. Ich tat ihm meine Freude darüber kund, ab Montag wieder allein fahren zu dürfen und bot ihm freundlich an, doch den Heimweg zu Fuß anzutreten, da könnte er dann meckern und ungefragte Ratschläge geben, soviel er nur wollte, aber das war ihm auch nicht Recht. Er war sauer, ich war sauer und in der Folge schwiegen wir uns an. Na, das ging ja fein los!

Es versteht sich von selbst, dass ich das Auto höchst sorgsam behandle und nicht absichtlich zu Klump fahre, das Ding soll ja ein paar Jahre halten. Aber es ist ein Auto, das ich zum bestimmungsgemäßen Gebrauch verwende, wozu ich dank meiner Fahrpraxis und dem Bisschen mir inne wohnenden, gesunden Menschenverstand auch in der Lage bin! Und da brauche ich niemanden, der mir ständig Belehrungen an den Kopf und vorwurfsvolle Blicke auf die Hand wirft, zum mahnenden Zeichen, dass es Zeit zum Schalten ist.
Auf Dauer könnte ich dieses Gemecker nicht ertragen, aber ich bin überzeugt, dass das nur Startschwierigkeiten sind, die verschwinden, wenn ein paar Kilometer mehr auf dem Tacho sind. Vielleicht ist es ja auch nur seine Art von Trauerarbeit, um über den Verlust des Micra hinweg zu kommen; er mochte ihn ja schließlich auch.

Das erinnerte mich aber daran, dass ich Dixie zu gegebener Zeit empfehlen werde, ihren irgendwann auf der Bildfläche auftauchenden, zukünftigen Ehemann nicht nur auf Herz und Nieren und etwas tiefer zu prüfen. Einige gemeinsame Ausfahrten mit ihr am Steuer und dem potenziellen Partner auf dem Beifahrersitz und sie wird erkennen, ob ihr Mitfahrer der Herr der Eheringe sein könnte oder ein besserwisserischer Meckerer, den sie dann getrost in den Wind schießen kann. Untrüglicher Indikator für ein gedeihliches Zusammenleben sind nämlich neben ein paar anderen Nebensächlichkeiten nicht nur die Qualitäten als Beischläfer, sondern vor allem die als Beifahrer. Dieser Aspekt wird in der Partnerfindungsphase eindeutig zu nachlässig betrachtet, finde ich.

Euch einen untadeligen Tag wünscht
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Ohrale Qual

Ohne Bezahlfernsehen bleibt dem geneigten Fußballfreund nur die Radiokonferenz, will er den letzten Spieltag live erleben. Dass die männlichen Kommentatoren sich ins Zeug legen, als ginge es um Leben und Tod oder das letzte Freibier, um die Spielverläufe spannend an den Hörers Ohr zu bringen, ist man ja schon seit Zimmermann’schen Zeiten („… Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt, Tooooooor …“) gewöhnt. Mit tieferen Männerstimmen hört sich dieser überbordende Enthusiasmus sogar noch halbwegs angenehm an, kraftvoll und manchmal sogar mitreißend.
Wenn sich allerdings Frauen in Rage reden, und anders kann man spannende Spiele ja nicht adäquat kommentieren, hört sich das an wie ein höllischer Ehekrach im Endstadium, kurz bevor die Teller durch die Küche segeln. Sabine Töpperwien mag eine fähige Sportjournalistin sein, nicht umsonst ist sie beim WDR Sportchefin und die Herrin der Radiobundesliga. Aber sie und ihre Kolleginnen sind trotz aller Sachkenntnis nach meiner Meinung am Mikrofon eindeutig fehl am Platz. Das aufgeregte Gequieke, die sich rundherum überschlagenden Stimmchen, das ist genauso entsetzlich und quälend wie das Gekratze von vielen Fingernägeln auf einer Schultafel. Fiebrig, gehetzt, atemlos und scheinbar ohne Luft zu holen, pläken die Damen auf die Membrane, dass es an ein Wunder der deutschen Technik grenzt, dass die nicht platzen. Die Membrane und die Frauen.

Die Bundesligasaison ist im Moment zu Ende und Wolfsburg absolut verdienter Meister, alles andere wäre auch ungerecht gewesen. Und meine Ohren brauchen jetzt auch erstmal dringend eine Sommerpause.

Euch einen stimmungsvollen Tag wünscht
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Beziehungs-Kiste

Als ob er mir den Abschied erleichtern wollte, stellte sich heute früh erstmals ein laut vernehmliches Geräusch am Auspuff ein. So fiel es mir gleich viel leichter, den lieben, alten Micra

Lebewohl, mein Freund

beim Händler auf den Hof zu fahren, im Bewusstsein, dass das nicht mehr mein Problem ist.
Dann hatte ich aber noch eine spontane Idee, um diese Ära endgültig abzuschließen. Der Nissan hatte nur einen Vorbesitzer gehabt. Anhand des Fahrzeugbriefs machte ich diesen ausfindig und klingelte mal durch. Er würde mich nicht kennen, begann ich, und ich wolle ihm auch gar nichts verkaufen. Ob er sich denn noch an den hübschen, caramelfarbenen Nissan erinnere, den er vor 10 Jahren in Zahlung gegeben hätte, den hätte ich nämlich damals gekauft, tatsächlich war er sofort wieder im Bild. Weil mir sein Auto in den vielen Jahren so treu gedient und mich niemals auch nur einmal im Stich gelassen hätte, fühlte ich mich verpflichtet, ihn vom plötzlichen und unerwarteten Dahinscheiden des Micra nach kurzer, schwerer Krankheit in Kenntnis zu setzen, hob ich an. Natürlich erinnere er sich, obwohl er ihn nicht lange gefahren hatte und wir kamen sofort angeregt ins Plaudern. Was denn der Nachfolger werden würde, wollte er irgendwann wissen, Dooyooda antwortete ich. „Ha!“, sagte er, den fahre er auch, was denn für einer? „Yaris, silber“, sagte ich und er verfiel in Gelächter. Genau den gleichen, nur eine Nuance dunkler würde er aktuell nämlich auch fahren und dass das doch kein Zufall sein könnte! Er freute sich sehr, dass ich ihn angerufen hatte, wünschte mir viel Glück mit dem Neuen und als ich aufgelegt hatte, fühlte ich mich prima und bereit für den Abschied. Ich machte den Nissan leer und fuhr mit dem letzten Tropfen Sprit auf den Hof des Händlers, wo ich ganz unaufgeregt den Nachfolger in Empfang nahm. Ein letzter Blick noch über die Schulter auf die alte Beziehungskiste und ganz entspannt und vollkommen im Reinen ließ ich mich von der Faszination des Neuen fangen und war viel zu beschäftigt, um zu heulen. Die (jawoll, Plural) Kaffeebecherhalter sind allererste Sahne und mit dem Mäusekino komme ich auch prächtig klar.
Ich freue mich auf unsere gemeinsame Zukunft und fühle mich schon halbwegs wohl, auch wenn ich feststellen muss, dass neues Auto wie alter Pups riecht. Noch ist unser Verhältnis auch eher respektvoll-distanziert und ob wir jemals richtig gute Kumpel werden, wird die Zeit erst noch zeigen.

Euch eine zuversichtliche Nacht wünscht
moggadodde

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